Andrea Geser-Novotny und Ines Rosner von true!moments haben ihre erste Schulclown-Weiterbildung veranstaltet. Die Clowns gehen nun in Schulen und begleiten die Kinder dort auf spielerische Weise.
Weil im Schönbuch - Zwölf Clown-Absolventen haben am 10. und 11. Juli erfolgreich ihre Abschlussprüfung zum Schulclown bestanden. Am Abschlusswochenende hätten sie noch einmal „ihre Stärken glänzen lassen“ und mit ihren Präsentationen „das Prüfungskomitee bezaubert“, berichtet Andrea Novotny, die das Projekt Schulclowns vor zwei Jahren gemeinsam mit Co-Geschäftsführerin Ines Rosner unter dem Titel true!moments gegründet hatte.
Vermehrt psychische Probleme in den Schulen
Voraussetzung für die Teilnahme an der Weiterbildung zum Schulclown war, dass die zwölf Absolventen zuvor schon eine Ausbildung zum Clown vorweisen konnten und Erfahrungen im Bereich Pädagogik hatten. Die zehn Frauen und zwei Männer aus Baden-Württemberg, Bayern und Nordrhein-Westfalen besuchten die Wochenendseminare seit Januar, erzählt Novotny. In den Seminar-Blöcken hätten sich die Clowns zunächst mit ihrer eigenen Schulzeit auseinandersetzen müssen.
Außerdem stand das Thema „Clown im Chaos“ auf dem Programm – „mein Lieblingsthema“, sagt Novotny lachend. Dabei hätten sich die Schulclown-Anwärter mit der Frage beschäftigt: Was, wenn ich auf dem Schulhof stehe und alle Kinder stürmen auf mich zu? Das Projekt rief die Schulsozialarbeiterin mit Ines Rosner, die ebenfalls Schulsozialarbeiterin und zudem selbst Schulclown ist, vor allem deshalb ins Leben, weil psychische Probleme vermehrt in der Schule auftauchen „und Kinder und Jugendliche auf sehr niederschwellige Angebote angewiesen sind“.
Die Schulclowns spüren, wo sie gerade benötigt werden
Denn die Clowns können Kindern und Lehrern dabei helfen „Brücken zu bauen“, erklärt Novotny. Etwa wenn Themen wie Mobbing, Gewalt oder Rassismus behandelt werden: „Die Clowns behandeln das Thema auf einer lockereren Ebene, banaler, spontaner, manchmal fast ein wenig dumm“, erzählt Novotny. Weil die Kinder dadurch „selbst Lösungen entwickeln“ , statt sie vorgesetzt zu bekommen, erklärt die Leiterin.
Einmal – so habe es ihr ein Schulclown erzählt – habe sich ein Schulkind mit den Worten an ihn gewandt: „Ich habe ein Problem, das muss ich jemandem sagen – aber keinem Erwachsenen.“ Für die Lehrer wiederum seien die Schulclowns oft ein „Auffangnetz“, denn durch Corona seien zum Beispiel oft die stilleren Kinder untergegangen, man habe sie aus dem Blick verloren, schildert die studierte Sozialpädagogin. Durch die Clowns gäbe es noch ein „zusätzliches Augenpaar“ und einen vertrauten Ansprechpartner für private oder schulische Belange.
Meist gehen die Schulclowns wöchentlich an die selbe Schule. Sie spürten dort intuitiv, in welcher Klasse sie gerade gebraucht werden. An der Gemeinschaftsschule in Weil im Schönbuch besucht zum Beispiel Clown „Bubu“ immer donnerstags die Kinder, erzählt Andrea Novotny– „meist die Klassen eins bis zehn“. Und dort sei er nicht mehr wegzudenken.