Leuchtende Kinderaugen dank Weihnachten im Schuhkarton. Foto: privat/Archiv

Für tausende Kinder weltweit gehört der Schuhkarton zu Heiligabend wie anderswo Lametta und Nussknacker. Grund ist die Hilfsaktion „Weihnachten im Schuhkarton“ – auch im Altkreis legen sich viele Helfer und Spender dafür ins Zeug.

Weil der Stadt/Weissach - Silvia Schuhmacher weiß, was in einen ordentlich gepackten Schuhkarton gehört. „Schokolade“, sagt sie. „Genauer gesagt: Vollmilchschokolade.“ Die müsse eigentlich in jedes Päckchen. „Wir benötigen Schokolade in rauen Mengen, sie ist nicht nur lecker, sondern tut, wie jeder weiß, auch der Seele gut.“ Was ansonsten noch gerne in die Kartons dürfe, berichtet die 54-Jährige aus Münklingen ebenfalls: „Weitere Süßigkeiten ohne Gelatine, aber auch neue Kleidung, neue Kuscheltiere sowie neue Spielsachen.“

Seit 14 Jahren schon betreut Silvia Schuhmacher „Weihnachten im Schuhkarton“ mit. Sie ist eine lokale Organisatorin der weltweiten Aktion, die international „Operation Christmas Child“ heißt und 1990 von christlichen Organisationen in den USA ins Leben gerufen wurde. Die Idee: in wohlhabenden Ländern werden die Geschenke in den namensgebenden Schuhkartons gesammelt und in arme Regionen geschickt, wo sie an Kinder und Jugendliche verteilt werden. Die Gaben aus dem Altkreis gehen dabei meistens nach Osteuropa und in den Nahen Osten, in Ländern wie Georgien, Tschetschenien, Moldawien oder ins Westjordanland.

Silvia Schuhmacher hält Kontakt zu etlichen Sammelstellen in Weil der Stadt und seinen Ortsteilen; auch in Renningen, Rutesheim, Mönsheim, Wimsheim und Neuhausen gibt es Annahmestellen (siehe Kasten rechts). Bis zum kommenden Donnerstag, 15. November, können die Spender dort noch die Schuhkartons samt Geschenken abgeben. Danach werden Silvia Schuhmacher und ihre Helfer die Gaben sichten, eventuell die ein oder andere Leckerei ergänzend beilegen. Die Ehrenamtlichen müssen übrigens gut geschult werden, bevor sie bei Weihnachten im Schuhkarton mithelfen dürfen.

„Vor allem wegen der strengen Zollvorschriften“, erklärt Schuhmacher dürfen so beispielsweise zwar gelatinefreie Süßigkeiten in die Kartons, aber Lebensmittel im Allgemeinen sind verboten, so wie auch Medikamente. Gelangen unerlaubte Waren doch in den Versand, kann das Geldstrafen nach sich ziehen.

In diesem Jahr sind bereits mehr als 400 Schuhkartons mit Geschenken bei Silvia Schuhmacher angekommen. „Das werden aber noch viel mehr“, ist sie sich sicher. „Viele geben ihre Geschenke erst an den letzten Tagen ab“, hat sie beobachtet. „Im vergangenen Jahr haben wir beispielsweise genau 1371 Kartons verschickt“, sagt sie.

Allerdings kam sie wegen der vielen Schachteln irgendwann an ihre Kapazitätsgrenze. Leonberg betreut die Jugendamtsmitarbeiterin Schuhmacher daher mittlerweile nicht mehr selbst, dort ist das evangelische Jugendwerk aktiv, außerdem die Gerlingerin Jarde Seiler.

Weissach wiederum war weißer Fleck auf der Weihnachten-im-Schuhkarton-Landkarte. Dort hat sich mittlerweile die 19 Jahre alte Tamara Lenz entschlossen, eine Annahmestelle ins Leben zu rufen. Sie wolle ein wenig „Freude und Hoffnung“ schenken, berichtete Tamara Lenz. „Nicht alle Kinder können so wie wir Weihnachten feiern.“ Das stimmt ihr Silvia Schuhmacher zu. „Manche Kinder müssen in Zuständen leben, da kommen einem die Tränen. Deswegen mache ich weiter.“

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