Fateful Finality geben Gas Foto: Fateful Finality

Die Thrash-Band Fateful Finality hat den Sprung zum größten Heavy-Metal-Festival der Welt geschafft. Auf dem Wacken-Open-Air in Schleswig-Holstein spielte das Quartett auf der Zeltbühne vor rund 1500 Headbangern.

Weil der Stadt/Wacken - Wir sind Fateful Finality aus Weil der Stadt, Baden-Württemberg!“ Mit diesen Worten – ob des internationalen Publikums natürlich auf englisch – trat Frontmann Simon Schwarzer auf die Zeltbühne des größten Heavy-Metal-Open-Airs der Welt: in Wacken. Rund 1500 der insgesamt knapp 100 000 Besucher hatten sich vor der Zeltbühne versammelt – „und die hatten alle Bock auf uns“, so der Gitarrist und Sänger, der es immer noch kaum glauben kann. Denn oft ist das Szenario, speziell bei Bands aus dem Underground der Extrem-Metal-Szene, ein anderes. „Da sind 100 Nasen da, und es stehen vielleicht zehn Leute vorne und bangen“, beschreibt Gitarrist Patrick „Paddy“ Prochinger das Bild, das sich bei Gigs oft bietet. Doch in Wacken, im hohen Norden der Republik, dort war alles anders.

Die Weil der Städter Thrasher von Fateful Finality hatten sich über den Wacken-eigenen „Metal-Battle“-Bandwettbewerb für den Auftritt ihres Lebens qualifiziert. Durch die Vorrundensiege in Cham und auf dem Rockharz-Open-Air machte das Quartett als deutschlandweiter Sieger die Reise zum internationalen Finale im „Mekka des Heavy Metal“ klar. „Paddy und ich waren früher schon mal als Besucher dort“, berichtet Fronter Simon Schwarzer, „und da haben wir schon gesagt, es wäre cool, wenn das mal klappen würde, dort aufzutreten.“ Ein Traum, der für die Lamb Of God-Fans (Paddy Prochinger: „Eine der Bands, die jeder von uns mag“) schließlich wahr wurde.

Zurück auf den Wacken-Wiesen: erst einmal angekommen, riskierten die vier Jungs während des Licht-Checks einen ersten Blick in das gigantische, aber noch leere transportable Zelt – laut der Aussage des Veranstalters das weltgrößte seiner Art. Rund 11 000 Menschen passen unter die riesige, weiße Plane. „Da klappt einem erstmal die Kinnlade runter“, sagt Simon Schwarzer bei der Erinnerung an den Anblick. Als schließlich der 20-minütige Gig unmittelbar bevorstand – „ja, da haben schon ein wenig die Knie geschlottert“, gesteht er, „aber dann gehst du da raus und es ist der Wahnsinn.“ Eine Flucht nach vorn sei es gewesen, „weil zurück ging ja nicht mehr.“ Am Ende war es ein starker Auftritt, den der Vierer hingelegt hat. Mit den Worten „Fucking amazing!“ – frei übersetzt: „Einfach großartig!“ – verließ die Band die Bühne. Das Publikum dankte es mit reger Abnahme von T-Shirts und CD’s.

Eigentlich sei das Ziel beim Metal-Battle gewesen, einfach mitzumachen, sagt Bassist Philipp Mürder. „Es war schon ein Erfolg, bei 1700 Band-Bewerbungen genommen zu werden.“ Dann aber überzeugten die Keplerstädter die Jury zweimal, und plötzlich stand die Gruppe auf der Wacken-Bühne. Im Finale reichte es dann allerdings nicht zum ganz großen Sieg. Der wäre mit einem Plattenvertrag beim Donzdorfer Metal-Label Nuclear Blast dotiert gewesen. Die Doom-Band Hamferð von den Faröer Inseln strich den Kontrakt ein. „Das war schon ein bisschen ein Dämpfer“, blickt der Basser zurück, „denn wir waren sehr zufrieden.“ Doch da gab es ja noch die kalifornischen Modern-Thrasher von Machine Head – eine weitere Band, mit deren Sound sich alle Bandmitglieder anfreunden können. „Die haben wir uns angeschaut und dann war alles wieder gut“, sagt Gitarrist Paddy Prochinger und lacht.

Die Resonanz auf den eigenen Auftritt sei überwältigend gewesen. Von überall auf der Welt meldeten sich, zum Beispiel über Facebook, neue Fans, etwa aus Rumänien oder Marokko. Mit dem frisch entfachten Rückenwind heißt das nächste Ziel, bei einem der großen Festivals als reguläre Band dabei zu sein. Summer Breeze, Rockharz oder Bang Your Head wären dafür wohl geeignete Kandidaten. „Und eine richtige Tour wäre auch nicht schlecht“, fügt Simon Schwarzer hinzu. Seine Wunschcombo dafür wären die Thrasher von Death Angel aus San Francisco.

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