Rathaus-Susi (2.v.r.) im Schunkelmodus. Aber wer ist bloß der heiße blonde Feger neben ihr? Foto:factum/Bach Foto:  

Was macht dann bloß die Fasnet, wenn’s kein Merklingen mehr gibt? Das ist eigentlich die einzige Frage, die die Ratsprotokolle noch offenlassen, die da am Donnerstagabend ausversehen aus dem Weiler Rathaus geflattert sind.

Weil der Stadt - Was macht dann bloß die Fasnet, wenn’s kein Merklingen mehr gibt? Das ist eigentlich die einzige Frage, die die Ratsprotokolle noch offenlassen, die da am Donnerstagabend ausversehen aus dem Weiler Rathaus geflattert sind. Ansonsten ist in goldgelber Apfelmoscht-Tinte alles überliefert, was wichtig ist, wenn Weil bei einer Narreten Sitzung wieder richtig regiert wird. Wir haben das kryptische AHA-Kyrillisch entschlüsselt:

TOP 1: Die Suche

Eine Ratssitzung braucht einen Rats-Schreiber. Gibt’s da nicht den Thilo, der sich schon ganz nachnamentlich an dieses Amt angepasst hat? Aber den hat am Donnerstagabend niemand gesichtet. „Immer, wenn er keine Lust hat, kommt er ned“, sagt Isolde Reinert, ihres Zeichens Schreibers Schreibkraft, also quasi die wahre Weiler Schreiberin Zunftmeister Daniel Kadasch, hat eine Vermutung: „Da gab’s doch mal so a G’schichtle mit der Victoria in unsere Partnerstadt Riquewihr.“ Hat die kein Visum bekommen? Oder treibt der Stadtschreiber da baggernde Auslandsgeschäfte voran?

TOP 2 Pegelstandsproblem

Egal, Weils Probleme, also Merklingen, müssen trotzdem gelöst werden. Denn in dem Nachbardörfle gab es der Überlieferung zufolge am 7. Februar 1916 ein Hochwasser. „In den Neubaugebieten in Merklingen kann also nur noch in Pfahlbauweise gebaut werden“, urteilt der Siebenerrat Markus Kling, der sachverständig ist, weil er als Glasermeister eine Glaskugel hat. Auch der Reisanbau sei voran zu treiben.

Aber der Siebenerrat Klaus Mauderer gibt einen besseren Vorschlag zu Protokoll: „Wir könnten einen Damm bauen und Merklingen fluten.“ Dann ist auch gleich das Tourismus-Problem gelöst: denn mit einem wunderschönen Badesee, aus dem nur noch die Kirchturmspitze ragt, wird das Städtle zu „Bad Weil der Stadt“. Eine tolle Attraktion! Und die Merklinger, die dann als Flüchtlinge nach Weil strömen? „Dann erklären wir Merklingen zum sicheren Herkunftsland und schieben alle ab!“

TOP 3 Doch noch ein Orden

Nachdem der Stadt-Thilo-Schreiber aus besagten Gründen keinen Zunftorden entgegennehmen konnte, wird eben nach der blondesten Blondine mit den längsten Haaren gefahndet. „Da bin ich schon ein bissle aufgeregt“, bekennt die Babsi, die jetzt eben die Schreiber-Vertreterin ist. Spätestens, als sie den offiziellen „Jux-Orden“ des Abends bekommt: Eine Plakette mit dem Weil der Städter See, samt herausschauendem Merklinger Kirchturm.

TOP 4 Kinderprogramm

Auch für den Nachwuchs ist gesorgt: Pippi Langstrumpf ist eingereist. „Die Erwachsenen sagen, ich sei verrückt / doch dieses Kompliment geb ich lieber euren Politikern zurück“, verkündet sie. Schließlich kennt sie sich aus, in Weil der Stadt ist sie stellvertretend für den Stadtpfarrer Anton Gruber gekommen. Ihre Weisheit hat sie also von ganz, ganz weit oben. Zum Beispiel über das Weiler Marktplatz-Konzept. Dort wünscht sich Pippi Langstrumpf mehr Dolce vita. „Doch es gibt nur ein kleines Reservat von 3 mal 3 Meter, für Kaffeetrinker / der meiste Platz bleibt für Benzin- und Dieselstinker.“

TOP 5 Die Ermittlung

Die Siebenerräte haben auch Zeitung gelesen, und zwar den LKZ-Polizeibericht. Dort sei zu erfahren gewesen, dass in Merklingen ein Mann einkaufen gegangen ist – und zwar in äußerst knapp bemessener, lederner, aufreizender Bekleidung. So jemand müsse doch hier, bei dieser Sitzung zu finden sein, erklären die drei Narrensittenpolizisten Ekki, Gernot und Stefan. Aber selbst eine Gegenüberstellung bringt kein Ergebnis. „Bei der Sachlage hann i ned so auf’s G’sicht geachtet“, gesteht die herbeigeilte Verkäuferin Syn Schmitt. Aber das sei gar nicht so schlimm. „Mir geht’s ned um a Straf. I han bloß wisse wille, wo man die Strings und Tangas kauf ka.“

TOP 6 Nachsitzung

Da wird das Protokoll leider unscharf . . .

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