Auf Facebook geht das Projekt durch die Decke. Foto: Screenshot

Irgendwas muss passieren – das dachten sich auch Klaus und Nick Tscheres sowie Wolfgang Fiedler und starteten kurzerhand eine Spendenaktion. Sie wollen die im Oktober zerstörten Merklingen-Buchstaben am Kreisel wieder aufbauen.

Weil der Stadt – Mehr als 700 Facebook-Fans in nur 15 Tagen? Das schaffen normalerweise nur Popstars oder semiprominente Dschungelcamp-Bewohner. Doch auch Wolfgang Fiedler, Klaus Tscheres und dessen Sohn Nick wissen, wie es geht. Mit ihrer Aktion „Das Schild muss wieder her!“ schreiben die drei Merklinger gerade eine Erfolgsgeschichte. Innerhalb kürzester Zeit ist es ihnen gelungen, Hunderte Menschen für ihre Idee zu begeistern: Sie wollen die kaputten Buchstaben auf dem Kreisel wieder aufstellen.

So könnte es wieder kommen, das Hollywood-Gefühl. Denn wer zuvor von Weil der Stadt nach Merklingen gefahren ist, der hat sich ein bisschen wie in Los Angeles gefühlt. In großen, weißen Lettern prangte da der Name des Weiler Teilortes auf dem Kreisel am Ortseingang. „Ein Maischerz, den viele Merklinger längst als Heimatsymbol lieb gewonnen haben“, erzählt Klaus Tscheres. Doch im vergangenen Herbst knickten Unbekannte die Buchstaben um und zerstörten das Schild.

Monatelang passierte erstmal nichts. Die Merklinger waren sauer. Was also tun? Gemeinsam mit dem Beschriftungsprofi Wolfgang Fiedler, der das Schild einst gemacht hatte, überlegen Nick und Klaus Tscheres beim ein oder anderen Bierchen hin und her. Doch die zündende Idee kommt ihnen erst, als Fiedler Anfang Februar einen Umschlag in seinem Briefkasten findet. Darin liegen zehn Euro mit der Bitte, die Buchstaben wieder aufzustellen. „Diese Spende war für uns das Zeichen, ordentlich Gas zu geben“, erzählt Tscheres.

Kurzerhand melden sich die drei beim sozialen Netzwerk Facebook an. Ihr Motto lautet: „Net schwätza, macha!“ Sie starten einen Spendenaufruf, für 50 Euro gibt es eine Buchstaben-Patenschaft. Aber auch kleinere Beträge werden angenommen. Im Gegenzug bekommen die Unterstützer, zu denen auch der Weiler Bürgermeister gehört, Aufkleber und Anstecker, die die drei Macher selbst entwickeln.

Mit dem Geld wollen sie das Merklinger Symbol wieder aufstellen und vandalismussicher machen. Das Ordnungsamt hat allerdings eine Bedingung: „Die Verletzungsgefahr muss minimal sein“, erklärt Klaus Tscheres. Sprich, wenn beispielsweise ein Motorradfahrer drüber rollt, müssen die Buchstaben nach hinten weg knicken. Rund 600 Euro soll die Aktion kosten. Sollte mehr Geld zusammen kommen, wird der Rest für wohltätige Zwecke in Merklingen gespendet.

Dass ihre Aktion so durch die Decke gehen würde, damit hat Klaus Tscheres nicht gerechnet. „Wir dachten, dass es vielleicht so 150 Leute interessiert“, erzählt er. Doch weit gefehlt. Sage und schreibe 731 Unterstützer haben die drei, Stand gestern Nachmittag, auf ihrer Facebook-Seite. Tscheres ist schon ein bisschen stolz. „Es haben sich einige sogar extra dort angemeldet, um die Aktion zu verfolgen.“

Die Taktzahl auf der Seite ist hoch, es wird gepostet und kommentiert, was das Zeug hält. Die Fangemeinde erweist sich dabei als äußerst kreativ. So schlägt etwa jemand vor, doch beim Weiler Umzug mitzulaufen – Freiwillige werden noch gesucht! Eine andere Unterstützerin hat ihren „Bäbber“ direkt neben einem Bild der Queen platziert – wenn das mal nicht „absolutely great“ ist. Und sogar die sonst so verhaltenen Schweizer sind auf den Zug aufgesprungen, wie ein Aufkleber neben einem Luzerner-Kennzeichen zeigt. „Das ist ein Merklinger, der inzwischen in der Schweiz lebt“, klärt Klaus Tscheres auf.

Die drei Macher stecken viel Arbeit in ihr Projekt, sitzen oft bis spät abends am Schreibtisch. Doch das macht nichts, sagt Tscheres – im Gegenteil. „Die Aktion zeigt, wie groß das Merklinger Gemeinschaftsgefühl ist und das freut uns.“ Er hofft, dass sich aus dieser Aktion noch weitere, vielleicht auch soziale Projekte im Weiler Teilort entwickeln werden.

Im Laufe des kommenden Monats soll das Schild wieder stehen. Ihren Erfolg wollen Wolfgang Fiedler sowie Vater und Sohn Tscheres dann mit einem Fest nach Merklinger Tradition feiern. „Da brauchsch bloß zwoi Bänke nah stelle und scho isch’s a Fescht“, sagt Klaus Tscheres und lacht.

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