Vier junge Schafbergmeckerer bestehen dieses Jahr ihre Schäfertaufe Foto: factum/Bach

Ganz offiziell haben die Schafbergmeckerer aus Schafhausen jetzt auch einen Bock in ihrer Herde, dazu ebenfalls neu ein liebes Schäfchen (Lisa Metz) mit Holzmaske und zwei neue Schäfer – Pardon: Schäferinnen. Die 18-Jährige Julia Meichelbeck und die zwei Jahre jüngere Zaria Adams dürfen nun die Schäfermaske mit den langen, verfilzten schwarz-blonden Haaren tragen.

Weil der Stadt - Ganz offiziell haben die Schafbergmeckerer aus Schafhausen jetzt auch einen Bock in ihrer Herde, dazu ebenfalls neu ein liebes Schäfchen (Lisa Metz) mit Holzmaske und zwei neue Schäfer – Pardon: Schäferinnen. Die 18-Jährige Julia Meichelbeck und die zwei Jahre jüngere Zaria Adams dürfen nun die Schäfermaske mit den langen, verfilzten schwarz-blonden Haaren tragen.

Gleich vier junge Schafbergmeckerer haben ihre Schäfertaufe bestanden. Ein erster Grund zu feiern: Die Tauf-Party im Foyer der Festhalle ging dann auch bis morgens um vier. „Der Verein wächst stetig und ist wie eine kleine Familie“, schwärmt Jungschäferin Zaria. Wie viele Kinder, hatte sie ihre närrische Laufbahn schon vor Jahren als Schafhausener Schäfchen begonnen. Stolz zeigt die junge Frau die geschnitzte Schäfermaske. „Im Schwäbischen tät man sagen, der hat ein knitzes Gesicht“, erfährt man von Michaela Adams, der ersten Vorsitzenden, über den mimischen Ausdruck eines Schafhausener Schäfers. Das sei ein Gesicht mit einer gewissen Bauernschläue.

Schwäbisch „schlau“ war dann auch die große Schäferparty Nummer zwei des vergangenen Wochenendes, der 13. Schäferball am Samstagabend in der Festhalle.

„Schnucklig“ sei die Atmosphäre hier bei den Schafbergmeckerern, hörte man von den Gästen. Schummriges Licht, Spots und Girlanden in den Vereinsfarben Gelb und Grün geben Atmosphäre. Dazu die Bühne in Violett mit Glitzerrückwand und die kleine Lasershow. Viele befreundete Zünfte aus dem Umland sind angereist und sitzen an gemütlichen Sitzbänken am Hallenrand. Masken, zumeist die von Hexen und Dämonen, bedecken dort die Tische. Jede Menge verkleidetes Volk füllt zudem die Halle. Die feschen Madeln in den zünftigen Dirndln fehlen in diesem Jahr, dafür gibt es die sechziger Jahre satt: Hippies mit Peace-Zeichen um den Hals in bunten Klamotten und Schlaghosen oder im kurzen Mini mit gelben Lederstiefeln. Die Besucher haben das Motto kreativ und dabei ganz individuell umgesetzt. „Superstar oder Hippie, egal das liegt bei uns in der Familie“, sagt Daniel aus Schafhausen, mit krauser Afro-Locke auf dem Kopf, und lacht. Nicht weit davon stehen die Blues Brothers mit dunklem Anzug und Sonnenbrille, daneben eine flotte Piratin mit Dreispitz, ein Scheich und Funkenmariechen.

Die Uhr zeige 19.29, offizieller Partybeginn. Noch immer jagen die kleine sechsjährige Hexe Lea und ihre ebenso jungen Freundinnen beim „Fangerles“ ausgelassen um die Stehtische vor der Bühne herum. Dann scheint es für kurze Zeit in der Halle noch dunkler zu werden. Gelbe und grüne Spots beleuchten die Bühne, als der Schafbock mit seinem dunklen Fell, der langen Schafsnase und den geschwungenen Hörnern an zwei Ketten geführt mit der Schafherde und den Schäfern die Bühne betritt. Seit er 12 ist, ist der heute 19-Jährige Tobias Schneider schon dabei. „Anfangs bin ich als Schaf mitgelaufen, das wurde mir zu langweilig“, erzählt der frisch gebackene Schafbock. „Da haben wir uns gesagt: Zu einer richtigen Schafherde gehört auch ein Bock dazu.“ Die Maske gibt es zwar schon im zweiten Jahr, doch erst jetzt auch ganz offiziell. Der Schafbock soll eine Einzelfigur bleiben.

Einer der Höhepunkte der Party ist zugleich eine Premiere: Erstmals gibt eine Delegation der Weiler Narrenzunft AHA den Schafbergmeckerern die Ehre eines Gastbesuchs. Wie kam denn das zustande? „Konstante langjährige gute Beziehung“, sagt Michaela Adams erfreut. Die Schafbergmeckerer gibt es seit 2001. Beinahe genauso lang gibt es den Schäferball. Mittlerweile zählt die Zunft 21 Aktive und sieben Kinderschafe. Durch die neue Schafmaske aus Holz könne nun auch jeder Erwachsene ein Schaf sein, erklärt Adams. Zum ersten Mal treten auch die Leicha-Hexa aus dem Leonberger Teilort Gebersheim mit einem Hexentanz auf. „Der ist eher belustigend. Die Leute rechnen nicht mit dem was kommt, weil wir ja eigentlich recht gruselig aussehen“, sagt der Hexenmeister Jörg Kusterer. So kommen die Hexen mit Pippi Langstrumpf und ihrem Meister im rosa Kostüm auf die Bühne und legen dann beim Showtanz der Cheerleader erst so richtig los.

Schon ein echtes Urgestein auf dem Schäferball ist der DJ Georg Mühlbauer aus Weil der Stadt. Zum zehnten Mal ist der „Schorsch“ nun schon dabei und legt aus seinen gut gefüllten CD-Koffern tanzbare Scheiben auf. „Ich habe alles dabei, von Abba bis Zappa“, sagt er lachend. Gelegentlich hat der DJ dann auch einmal Pause, dann, wenn wieder ein Showprogramm auf der Bühne läuft oder die Guggenmusiker so richtig fetzig loslegen und die kleine Halle zum Beben bringen.

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