Weihnachtszauber auf dem Hof der Familie Zimmermann in Renningen: Ein kleiner, aber feiner Adventsmarkt lockt mit Geschichten, Handgemachtem und leckerem Essen.
„Die Sterne funkeln am Himmel, der Schnee leuchtet weiß, es ist bitterkalt. Auf dem einsamen alten Hof schlafen jetzt alle, alle außer einem . . .“ Wirkungsvoll lässt die Vorleserin die Worte nachklingen. Die Kinder, die im früheren Pferdestall auf Bänken sitzen, lauschen gespannt der Geschichte von „Tomte Tummetott“.
Der Kinderbuchklassiker von Astrid Lindgren über einen kleinen Wichtel, der über die menschlichen und tierischen Bewohner des Bauernhofs wacht, ist ein fester Bestandteil des Weihnachtsmarktes auf dem Hof von Familie Zimmermann in Renningen. Inmitten von Ställen und Scheunen mit Tieren und allerlei landwirtschaftlichem Gerät können sich die Kinder gut in die Erzählung hineinversetzen. Und lachen laut, als sich Esel Eddy aus seiner Stallbox lautstark meldet.
Aus einem Christbaumverkauf wird die Hofweihnacht
Der Hofweihnachtsmarkt in der Renninger Lauerhalde ist sicher einer der kleinsten am dritten Adventswochenende in der Region. Doch viele Besucher haben den Weg zum Hof gefunden, der nicht weit vom Naturtheater entfernt ist. Den Weihnachtsmarkt veranstaltet die Familie seit 2018. „Den Christbaumverkauf haben wir schon einige Jahre gemacht, immer zu den Öffnungszeiten unseres Hofladens“, erinnert sich Christian Zimmermann.
Irgendwann sei die Idee zu einem eigenen Adventsmarkt aufgekommen. „Einige Kunden haben dann zu uns gesagt: Du, wir basteln da verschiedene Sachen, wir machen euch etwas für den Markt“, erzählt Zimmermann. Mittlerweile erstreckt sich der Markt über zwei Hallen. Das Angebot reicht von Glas- und Holzkunst über Seifen und Schmuck bis hin zu Selbstgestricktem.
Damit der Weihnachtsmarkt überhaupt stattfinden kann, packen die gesamte Familie, alle Angestellten und auch viele Freunde mit an. „Unsere Tochter verkauft heute mit ihrem Abiturjahrgang Crêpes und selbstgemachte Kartoffelchips.“ Der Erlös aus diesem Verkauf ist für den Abiball im kommenden Jahr gedacht.
„Es helfen auch Leute, die vor fünf oder mehr Jahren ihr FÖJ bei uns gemacht haben und sich immer noch gern an ihre Zeit bei uns erinnern“ sagt Christian Zimmermann. Das FÖJ, also das Freiwillige ökologische Jahr, ist ein Freiwilligendienst ähnlich dem sozialen Jahr, nur eben im Naturschutz oder in der Landwirtschaft.
Als kleiner landwirtschaftlicher Betrieb mit weniger als 40 Hektar Fläche habe man es nicht einfach. „Meiner Frau Gabi und mir war schon im Studium an der Uni Hohenheim klar: Wir können es nur schaffen, wenn wir als Direktvermarkter an den Kunden herantreten“, sagt Christian Zimmermann. Seit 20 Jahren gibt es deshalb den Hofladen.
Die rote Wurst stammt von den eigenen Schweinen
Regionale und saisonale Produkte kosten oft mehr als die Ware im Supermarkt. Merkt die Familie, dass die Menschen aktuell den Gürtel enger schnallen? „Ich kann das weder bestätigen noch widerlegen. Aber wer bei uns einkauft, der ist bereit, für die Qualität auch den entsprechenden Preis zu bezahlen“, sagt der Landwirt. So sei etwa die rote Wurst, die beim Weihnachtsmarkt gegrillt wird, aus dem Fleisch der eigenen Schweine hergestellt.
Den Besuchern schmeckt es sichtlich. Ebenso das Stockbrot aus eigenem Mehl, das über offenem Feuer gebacken wird, während in der Scheune gegenüber die Kinder immer wieder von Strohballen aus ins lose Stroh springen – vielleicht beobachtet vom kleinen Wichtel Tomte Tummetott, der über alle Hofbewohner wacht.