Erstmals findet der Ludwigsburger Weihnachtsmarkt auch auf dem Arsenalplatz statt. Es gibt zudem einige neue Hütten. Für Sicherheit sollen mobile Fahrzeugsperren sorgen.
Der Weihnachtsbaum steht bereits ungeschmückt auf dem Marktplatz in Ludwigsburg, und auch die Engelssäulen umkreisen schon das Herzog-Eberhard-Ludwig-Denkmal: In zwei Wochen beginnt wieder der Ludwigsburger Barock-Weihnachtsmarkt. Auch wenn das Wetter aktuell wenig weihnachtlich erscheint, steigt bei den Veranstaltern die Vorfreude.
Von 25. November bis 22. Dezember wird der Weihnachtsmarkt geöffnet sein. Erstmals wird dabei neben dem Marktplatz auch der Arsenalplatz genutzt. Die Veranstalter erwarten stabile Besucherzahlen, in den Vorjahren waren es zwischen 800.000 und 900.000. Die Gäste können sich auf eine besondere Atmosphäre freuen – und auf einen stabilen Glühweinpreis.
Blühbähnle wandert auf Arsenalplatz
„Die Menschen haben richtig Lust. Der Run ist ungebrochen“, sagt Elmar Kunz, stellvertretender Geschäftsführer von Tourismus & Events Ludwigsburg, das für die Organisation zuständig ist. Nirgendwo sonst auf der Welt gebe eine so starke Weihnachtsmarkttraditon. „Wir sind ein Weihnachtsmarktland“, betont Kunz.
In Deutschland gibt es zwar noch deutlich größere Weihnachtsmärkte, doch Ludwigsburg muss sich mit seinem Barock-Weihnachtsmarkt nicht verstecken. Insgesamt wird es 153 Stände geben, was dem Vorjahresniveau entspricht. Neu sind etwa ein Baumstritzel-Stand und Käsespezialitäten in der Unteren Marktstraße sowie eine Pinseria in der Eberhardstraße. Wie bereits im Vorjahr wird es auf dem Marktplatz wieder einen veganen Imbiss sowie Hundekekse geben.
Auf dem Arsenalplatz, der erst Mitte des Jahres nach seiner Umgestaltung eröffnet wurde, sollen fünf gastronomische Stände aufgebaut werden. Dazu ist dort ein Kinderkarussell zu finden sowie das bekannte Blübähnle aus dem Blühenden Barock. Auch deswegen rechnet Christoph Adels, Leiter der Abteilung Veranstaltungen bei Tourismus & Events, dass „das Publikum auf dem Arsenalplatz eher familienlastig sein wird“.
Zwischen Arsenalplatz und Wilhelmgalerie sollen dazu zwei große Leuchtschweife aufgebaut werden, die vor einigen Jahren an der Oberen Marktstraße standen und seitdem nicht mehr im Einsatz waren. Sie sollen ein imaginäres Tor bilden, das schon von weitem zu sehen ist.
Eberhardstraße wird zur Fußgängerzone
Im Vergleich mit dem Marktplatz sind die Stände auf dem Arsenalplatz auch länger geöffnet, nämlich bis 22 Uhr, am Wochenende sogar bis 23 Uhr. Am Marktplatz ist bereits um 21 Uhr Schluss. In der Eberhardstraße hinter der katholischen Dreieinigkeitskirche wird es eine Wechselhütte mit Anrainern geben. Die Eberhardstraße soll während der Weihnachtszeit verkehrsberuhigt und damit zu einer Art Fußgängerzone werden.
Der Stand von „Visit Ludwigsburg“, der Tourismusmarke der Stadt, wird wieder von den Weingärtnern Marbach betrieben. Sie zählen zusammen mit der Bäckerei Lutz und Tee Gschwendner zu den lokalen Partnern des Veranstalters, die extra für den Weihnachtsmarkt entwickelte Produkte anbieten. Die Tasse Glühwein soll dort wie im Vorjahr 4,50 Euro kosten – trotz gestiegener Kosten.
HTS-Sperren sollen für mehr Sicherheit sorgen
Ein größeres Thema war bei der Vorbereitung, wie die Sicherheit auf dem Weihnachtsmarkt gewährleistet werden kann. Bereits kurz nach dem Anschlag auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt am 20. Dezember vergangenen Jahres mit sechs Toten und hunderten Verletzten hatte man sich zusammengesetzt und über das Sicherheitskonzept diskutiert. Schnell war klar, dass die sogenannten Indutainer, also mit Wasser gefüllte Barrieren, die bis dahin in Ludwigsburg genutzt wurden, nicht mehr den Anforderungen entsprechen.
In diesem Jahr werden nun erstmals Herner Truck Sperren (HTS) zum Einsatz kommen. Es handelt sich dabei um mobile Fahrzeugsperren, die sogar Lastwagen ausbremsen können. Die HTS sind deutlich flexibler als die Indutainer und kamen bereits beim Pferdemarkt und beim Kinderfest zum Einsatz. „Für die Besucher wird es sicherer und für uns kaum teurer“, sagt Mario Kreh, Geschäftsführer von Tourismus & Events. Die zusätzlichen Kosten beziffert er auf eine Zahl „im einstelligen Tausenderbereich“.
Musik nur an den Wochenenden
Ein Thema bleiben auch die hohen Gema-Gebühren für Musik. Vor zwei Jahren wurde das musikalische Bühnenprogramm bereits auf das Wochenende zusammengestrichen, weil die Gema die Geschäftsbedingungen so verändert hatte, dass Gebühren für die gesamte Fläche des Weihnachtsmarktes fällig werden.
Es werde Gema-freie Hintergrundmusik geben, sagt Kreh. „Aber wir gehen nicht auf die Ursprungsvariante zurück. Wir haben die Musik in den vergangenen beiden Jahren nicht so vermisst.“ Ausgeglichen werden soll es auch durch ein tägliches Kinderprogramm. Musik soll es dann nur an den Wochenenden geben. Die Ludwigsburger Vereine, die früher täglich auf der Bühne standen, seien „die eigentlichen Verlierer“, findet Kreh.