36 Öffnungstage gibt es dieses Jahr. Beginn ist am Donnerstag, 20. November. Das erweiterte Sicherheitskonzept soll die Wohlfühlatmosphäre zwischen Hunderten Tannenbäumen nicht stören.
Einst war es ein Alleinstellungsmerkmal: Die Göppinger Waldweihnacht ist traditionell auch nach den Weihnachtsfeiertagen noch geöffnet. In diesem Jahr ist am 28. Dezember Schluss. Inzwischen haben andere Städte die Idee aber kopiert. Dazu zählt unter anderem Ulm, zumindest für einen Teil des dortigen Marktes. Die Buden auf dem südlichen Münsterplatz bleiben bis zum 6. Januar stehen.
Dafür hat Göppingen in diesem Jahr eine neue Marke gesetzt: Während die meisten größeren Weihnachtsmärkte erst nach dem Totensonntag, 23. November, öffnen, legen die Göppinger schon am Donnerstag, 20. November, los. Die 17. Göppinger Waldweihnacht stellt damit einen Rekord auf: 36 Tage Winter-Wohlfühlatmosphäre in der City – so viele wie nie zuvor.
Die Aussichten auf nasskaltes Schmuddelwetter zum Start schreckt Oliver Sihler, den Geschäftsführer des Marketingvereins Göppinger City, nicht. Schließlich ließen sich bei einer so langen Dauer auch ein paar schlechte Tage wegstecken. Die Waldweihnacht stehe letztlich nicht so unter einem Wetterrisiko wie das Weinfest im Oktober. Vor allem sorgen auf dem Weihnachtsmarktgelände mit seiner urigen Wald-Atmosphäre zwischen den vielen Nadelbäumen ja Holzhütten und Stadel für Witterungsschutz. Einige offene Unterstände mit Sitzgelegenheiten auch für Kinder bieten ebenfalls ein Dach überm Kopf.
Neben allen möglichen Imbissangeboten gibt es an den meisten Ständen Glühwein und Punsch. Und was kostet der Glühwein in diesem Jahr? Der Marketingverein mache keine Vorgaben und habe auch keine Abfrage unter den Anbietern gestartet, sagt Oliver Sihler. Er rechne aber damit, dass die Preise mit 3,50 bis 4 Euro stabil bleiben. Damit wären Preise wie in Stuttgart mit bis zu fünf Euro für die Tasse nicht drin. Sihler: „Es muss ja auch zu Göppingen passen.“
Das Thema Sicherheit beschäftigt, wie in anderen Städten, auch in Göppingen die Veranstalter. Sie hätten sich mit der Stadtverwaltung, der Polizei und der Feuerwehr abgestimmt, ließ die Verwaltung verlauten. Oliver Sihler sieht Göppingen dabei gut aufgestellt. Die Stadt habe weitere hochklappbare Sperren und schwere Spezialpoller angeschafft. Das ermögliche es, das Marktgelände komplett gegen Fahrzeuge abzuschotten, erklärt er. Und zwar auch aus Richtung der kleineren, in die Marktstraße mündenden Nebenstraßen.
Alle Barrieren blieben auch dauerhaft geschlossen, versichert Sihler. Lediglich zum Aufbau und Abbau würden sie geöffnet. Die Belieferung der Stände erfolge über Sackkarren von den Eingängen aus. Angekündigt wurde auch eine verstärkte Präsenz von Polizei und Gemeindevollzugsdienst.
Nur in den Hütten läuft Musik
Während in anderen Städten wie in Schwäbisch Gmünd die exorbitanten Gemagebühren für die Musikbeschallung in diesem Jahr ein heißes Eisen waren, ist das für die Göppinger Veranstalter kein Problem. Auf dem Marktgelände wird auf Beschallung verzichtet, erklärt Sihler. In den Holzhütten läuft Musik, aber dort übernehmen die Gastronomen die Gebühren, sagt der Geschäftsführer. Weil sich der Betrag aber nach der Fläche richtet, gehe das zu wesentlich günstigeren Konditionen, als wenn das ganze Marktgelände unter Musikberieselung steht. Ganz auf Musik verzichten muss man indes auch zwischen den Buden nicht: Das große Blockflötenkonzert der Jugendmusikschule steigt am Sonntag, 14. Dezember, um 11.30 Uhr. Am 18. Dezember spielt der Posaunenchor Oberhofen.
Das Besondere an der Göppinger Waldweihnacht sei auch das umfangreiche Angebot für Familien und Kinder, meint Sihler. Die Veranstalter hätten ein noch einmal vergrößertes Bastelangebot auf die Beine gestellt. Kinder können im Waldlehrpfad auf Entdeckungsreise gehen, am 6. Dezember kommt der Nikolaus. „Langeweile gibt es hier nicht.“ Und wieder gehört natürlich das Eisstockschießen mit zum Programm. Beim Volksbank-Cup steht am Samstag, 13. Dezember, das Finale auf dem Plan. Neu in diesem Jahr: Auf der „Waldlichtung“ wartet der „Hölzerne Schlitten“ als Motiv für das passende Selfie.
Sinn der Waldweihnacht ist aus Sicht des Marketingvereins aber nicht nur das Schlemmen, sondern auch die Stärkung des Handels. Die Zahl der Stände, die klassische Weihnachtswaren anbieten, ist allerdings sehr überschaubar. Dennoch meint Oliver Sihler: Wer noch auf der Suche nach einem Geschenk oder wärmenden Accessoires ist, werde auf der Waldweihnacht fündig.
Um die Treue der Innenstadt-Kunden zu belohnen, veranstaltet der Verein Göppinger City in diesem Jahr eine „Sternen-Sammel-Aktion“ mit Verlosung bis zum 13. Dezember. „Das soll Lust machen auf Einkaufen ohne Weihnachtshektik“, meint Sihler. Kundinnen und Kunden können beim Bummeln in 24 teilnehmenden Geschäften Sterne im Programmheft sammeln und viele Preise gewinnen, wenn sie das Heft bis Montag, 15. Dezember, in den Briefkasten der Geschäftsstelle des Vereins Göppinger City in der Spitalstraße 10 einwerfen.