Beim Gsälz-Verkauf der Landfrauen gingen neben Klassikern wie Johannisbeer- und Erdbeermarmelade auch Sorten wie Kiwi oder Rosenblüten über denTresen. Foto: Julia Schenkenhofer

Beim traditionellen Gsälz-Verkauf der Landfrauen gingen selbst gemachte Marmeladen in allen erdenklichen Sorten für die gute Sache über den Tresen.

Erdbeere, Himbeere oder doch lieber Brombeere? „Johannisbeere ist bei fast jedem Verkauf dabei, ich glaube, weil damit viele Kekse gebacken werden“, erklärt Tanja Maurer von den Landfrauen am Stand von Weihnachtsmann und Co., wo sie am Freitag gemeinsam mit ihren Kolleginnen selbst gemachtes „Gsälz“ – also Marmelade – verkauft. „Der Verkauf hieß immer schon schwäbisch Gsälz-Verkauf“, erklären die Frauen. Und dieses „immer“ dauert schon eine ganze Weile. Seit rund 20 Jahren verkaufen die Landfrauen selbst gemachte Marmelade von Frauen aus den Ortsvereinen am Stand von Weihnachtsmann und Co.. „Die Partnerschaft von Landfrauen und Weihnachtsmann und Co. passt einfach gut: Man kann hier am Stand Gutes tun, indem man sich selbst mit dem Gsälz was Gutes tut“, sagt Alfred Hess vom Weihnachtsmann und Co.-Vorstand.

 

Insgesamt 1290 Gläser Marmelade zum Stückpreis von je 3,50 Euro stehen im Verkaufszelt in den Regalen. „Die Gläser bekommen wir eigentlich immer bis zum Ende des Weihnachtsmarkts weg. Letztes Jahr sollten wir 20 Gläser auf die Seite stellen. Das ging aber nicht. Wir haben alles verkauft“, erzählt Hess lachend. Wie viele Sorten die Landfrauen dabei haben? „Das wissen wir nicht. Wir haben versucht zu zählen. Aber es sind einfach so viele“, erzählen die Frauen.

Die Marmeladenköchinnen haben freie Hand

Schließlich stehen neben Klassikern mit Beeren und Kirsche auch Exoten wie Rosenblüten oder Erdbeer-Zucchini in den Regalen. Die Vielfalt erklären die Frauen damit, dass sie den Marmeladen-Köchinnen keine Vorschriften machen, welche Marmelade gekocht werden darf. „Wir verteilen die Gläser an die 43 Ortsvereine und jeder Ortsverein verteilt sie an seine Mitglieder,“ so Stefanie Strohmer von den Landfrauen. Die Frauen kochen dann die Sorten, die sie möchten. So kommen die unterschiedlichsten Kreationen und Kombinationen zustande. Alle Marmeladen sind dabei selbst gemacht. Das Obst stammt in der Regel aus dem eigenen Garten. „Deshalb ist der Preis auch so gut, weil die Frauen die Früchte eh im Garten haben“, erklären die Landfrauen.

Muhterem Aras, hier mit den Weihnachtsmann & Co. Vorstandsmitgliedern Tilman Herzog und Alfred Hess, bewies ihr Verkaufstalent. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Die Stuttgarterinnen und Stuttgarter sind von der traditionellen Machart der Marmeladen, der Auswahl und der Kooperation zwischen Weihnachtsmann und Co. und Landfrauen überzeugt. So entscheiden sich die Schwestern Arzu und Uygar mit Begleitung Rainer aus Stuttgart für die Sorten Himbeere und Zwetschge mit Zimt. Bei Weihnachtsmann und Co. kaufen die drei dabei nicht zufällig ein, denn: „Weihnachtsmann und Co. unterstützt gezielt in sozialen Strukturen. Das finde ich schön, deshalb kommen wir hier seit Jahren her. Wenn man schon auf den Weihnachtsmarkt geht, dann am liebsten hier her, wo man andere unterstützen kann“.

Auch Gerlinde Kretschmann bringt die Kassen zum Klingen

Auch Renate und Harald aus Stuttgart sind Stammkunden bei Weihnachtsmann und Co. „Es ist einfach alles toll hier und so abwechslungsreich“, erzählen die beiden, die vor allem auch das Essen an den Stand beim Kunstmuseum lockt.

Um die Kassen am Freitag zum Klingen zu bringen, steht auch Gerlinde Kretschmann von 11 bis 14 Uhr hinter dem Verkaufstresen und hilft fleißig beim Gsälz-Verkauf.

Auch Gerlinde Kretschmann (Zweite von links) hat bei Weihnachtsmann und Co. tatkräftig mitgeholfen. Foto: Weihnachtsmann & Co.

Die „First Lady“ Baden-Württembergs ist aber nicht die einzige bekannte Persönlichkeit, die sich am Wochenende bei Weihnachtsmann und Co. die Ehre gibt und ihr Verkaufstalent unter Beweis stellt. Am Samstag verkauft Landtagspräsidentin Muhterem Aras (Bündnis 90/Die Grünen) Schokolade. Und auch hier schafft es tatsächlich kaum jemand an ihr vorbeizugehen, ohne eine Tafel Schokolade zu kaufen, „oder besser drei. Sie kaufen gleich drei, oder?“, überzeugt sie einen Kunden, der lachend seine Börse zückt und für den guten Zweck die vom Landtag gestiftete Fair Trade Schokolade kauft. „Es ist wichtig zu helfen. Darum geht es an Weihnachten. Teilen macht glücklich“, sagt Aras, die jedes Jahr am Stand hilft. „Ich finde es wichtig soziale Einrichtungen zu unterstützen. Jeder Beitrag zählt“, erklärt sie ihr Engagement, dass sie mit Herzblut und viel Verkaufsgeschick ausübt.

Neben Schokolade und Gsälz bereichert auch das Team der Wilhelma das Sortiment von Weihnachtsmann und Co. um einige Produkte. Beim jährlichen Pflanzenverkauf verkaufte Wilhelma-Direktor Thomas Kölpin Weihnachtssterne, Alpenveilchen und etliche Sukkulenten für die gute Sache.