Die Vhy!-Küchenchefs sind Profis, was vegane Speisen angeht. Über Weihnachten bietet das Stuttgarter Restaurant nun auch eine Kochbox für zuhause an. Wir haben sie getestet.
Saisonale, vegane Köstlichkeiten kommen im Restaurant Vhy! im Stuttgarter Westen das ganze Jahr über auf den Teller. Für die Weihnachtsfeiertage haben sich Inhaber Timo Hildebrand sowie die Küchenprofis Timo Kadner und Björn Boltz aber etwas Besonderes ausgedacht. Wer über die Feiertag nicht stundenlang in der Küche stehen möchte, bekommt eine „Vhy!nachts-Kochbox“ nach Hause geliefert.
Was kann die Box?
Die „Vhy!nachts-Kochbox“ ist für zwei Personen gedacht und bis zum 15. Dezember online bestellbar oder im Restaurant im Stuttgarter Westen abholbar. Der Versand erfolgt ab 18. Dezember. Mit der Box möchte das Team Veggies und Veganerinnen und Veganern auch an Weihnachten – abseits von Gänsebraten und Saitenwürstle – eine Alternative für die Festtage bieten.
Gleichzeitig ist die Box sozusagen ein Überbleibsel aus Pandemie-Zeiten. „In Coronazeiten wollten wir unsere Gäste auch zuhause versorgen, wenn sie schon nicht ins Restaurant kommen konnten“, erklärt Timo Kadner, der die Box gemeinsam mit Björn Boltz entwickelt hat.
Wie klappte die Lieferung / Abholung? Wie nachhaltig ist die Verpackung?
Die Abholung verlief reibungslos, die Box stand zum vereinbarten Termin abholfertig bereit. Die einzelnen Zutaten waren – bis auf die in Plastikverpackung eingeschweißten Knödel – nachhaltig in Glasbehältnissen verpackt, die wiederum in einer weihnachtlich verzierten Pappbox, zur Polsterung gefühlt mit Holzwolle, daher kamen. Beim Transport nach Hause konnte so nichts beschädigt werden oder auslaufen.
Was taugen Rezept und Anleitung?
Lediglich eine übersichtliche Din A5-Seite füllt die Schritt-für-Schritt-Anleitung für das vegane Weihnachtsessen, bestehend aus veganem Nussbraten, Kartoffelknödeln, Apfelrotkraut und Bratensoße nach Vhy!-Hausrezept. Eingeteilt in vier Schritte, die genau beschrieben werden, kann man bei der Zubereitung nichts falsch machen.
Wer sich zudem über die genauen Inhaltsstoffe der einzelnen Komponenten, Allergene sowie deren Nährwerte schlau machen möchte, findet all diese Infos auf zwei weiteren, separaten Din-A5-Seiten detailliert aufgelistet.
Wie lange hat’s gedauert?
Stundenlanges In-der-Küche-stehen und Vorbereiten ist bei dieser Kochbox nicht nötig. Da die Beilagen (Kartoffelknödel und Apfelrotkraut) schon fertig gewürzt und vorgekocht daher kommen, hält sich der Aufwand in Grenzen – die einzelnen Zutaten müssen lediglich ausgepackt, aufgewärmt und umgerührt und in der Pfanne geschwenkt werden.
So wandert der Nussbraten nach Hausrezept mit Linsen, Walnüssen, rotem Reis, rote Bete, und Soja-Tofu für nur 15 Minuten in den Ofen (plus vorab Aufwärmen des Ofens auf 160 Grad), bevor er serviert werden kann. Ein großer Pluspunkt im Vergleich zu einem nicht-veganen Braten aus Fleisch!
Praktisch: Alle Komponenten können entsprechend gleichzeitig verzehrfertig gemacht werden. Die Kartoffelknödel lässt man parallel sieben bis zehn Minuten in siedendem Wasser ziehen, bevor sie anschließend noch kurz in einer Pfanne in pflanzlicher Butter geschwenkt werden. Dann fehlt nur noch das Petersilien-Topping (dieses muss man selbst beisteuern) – fertig. Währenddessen ist auch das Apfelrotkraut im Topf aufgewärmt. Zu Tisch, bitte!
Wie ist die Qualität der Zutaten und wie schmeckt es?
Apfelrotkraut
Auf den ersten Bissen überzeugt direkt das aromatische Apfelrotkraut. Die Zwiebeln und das Apfelmus verleihen dem Rotkohl eine angenehm würzige Süße, das Kraut hat eine saftige und dennoch nicht lätschige Konsistenz.
Knödel
Die sechs Kartoffelknödel kommen recht kompakt daher – hier hätten wir uns etwas mehr Fluffigkeit – gerade im Kern – gewünscht. Geschmacklich können die Knödelchen dennoch voll und ganz überzeugen.
Veganer Braten
Der Star des veganen Weihnachtsfestmahls ist definitiv der Nussbraten. Auch wenn dieser bei dem Versuch, ihn schön auf dem Teller anzurichten (das Auge isst schließlich mit!), zum Teil zerfällt, da die Konsistenz recht bröselig ist, kann er geschmacklich ebenfalls punkten. Das Zusammenspiel aus gekochten roten Linsen, Walnüssen, rotem Reis, Zwiebeln, Champignons, Soja-Tofu, roter Bete und Gewürzen sorgt für eine aromatisch-würzige Geschmacksexplosion.
Wer hier eine Art Fleischersatz erwartet hat, der möglichst wie ein tierischer Braten schmeckt, wird zwar enttäuscht, doch das ist auch nicht das Ziel der Vhy!-Küchenprofis. Ganz nach dem Vhy!-Motto „In plants we trust“ setzt der nussige Braten ganz eigene, weihnachtlich-würzige Akzente.
Vegane Bratensoße
Perfekt abgerundet wird das Gericht durch die hauseigene, vegane Bratensoße. Das Sößle aus Champignons, Zwiebeln, Traubensaft, Karotten, Lauch, Tomatenmarkt, Gewürzen, pflanzlichen Ölen, Balsamico, Salz, Knoblauch und klarer Gemüsebrühe setzt den Nussbraten sowie die Knödel gekonnt in Szene. Für eine raffinierte Note empfehlen die Vhy!-Küchenchefs, der Soße getrocknete Pilze hinzuzufügen und pflanzliche Butter unterzurühren.
Was den Geschmack der einzelnen Komponenten betrifft, sind wir insgesamt also sehr zufrieden. Ein nettes Add-on wäre allerdings ein passendes Getränk oder ein Dessert gewesen. Die Box steuert entsprechend einen überzeugenden Hauptgang bei – wer an Weihnachten ein Menü mit mehreren Gängen plant, muss allerdings selbst aktiv werden.
Dennoch kommt die Box gut an. Auf Nachfrage erzählen uns die Vhy!-Betreiber, dass Gäste schon nach Silvesterboxen fragten. Die gebe aus Aufwandsgründen leider nicht – aber vielleicht wird ja die Weihnachtsbox im nächsten Jahr noch erweitert?
Was ist besonders?
Die einzelnen Komponenten des Weihnachtsmahls sind genau durchdacht und exakt passend für zwei Personen portioniert. In der Box enthalten sind sechs Kartoffelknödel à 50 Gramm, 500 Gramm Rotkraut sowie 330 Gramm Nussbraten und ein 230 ml-Glas Bratensoße – bei unserem Test bleibt nichts übrig und alle werden satt.
Offenheit, Kreativität und Genuss – darauf setzen die Vhy!-Betreiber und das schmeckt man auch hier. Wer sich gerne auf Alternatives und Neues einlässt, wird mit der veganen Weihnachtskochbox definitiv glücklich.
Und günstiger als ein tierischer Braten ist die Box allemal – für 49 Euro wandert sie in die heimische Küche. Hervorzuheben ist zudem noch einmal die Zubereitungsdauer: Wer schafft es schon, ein vollständiges Weihnachtsessen in nur 15 Minuten zu zaubern? In diesem Sinne: Merry Christmas!