Nicht jedes Weihnachtsfest verläuft klassisch besinnlich. Foto: AdobeStock

Stille Nacht auf Vietnamesisch, mit dem Handbohrer zum perfekten Baum oder tierische Bescherung: Drei Promis aus dem Kreis Ludwigsburg erzählen etwas andere Weihnachtsgeschichten.

Im Ofen verkohlt die Gans und am Christbaum die ersten Tannennadeln, Oma hat für klein Michi versehentlich Socken statt „Tekken“ besorgt, und Papa hat sich einen Tag vor Weihnachten die Hand beim Schlittenfahren verstaucht: Weihnachten, die Erfahrung hat wohl schon jeder gemacht, ist selten so besinnlich wie in der Werbung.

 

Oft passieren unerwartete oder verrückte, manchmal einfach nur etwas andere Dinge als erwartet. Drei bekannte Persönlichkeiten aus dem Landkreis Ludwigsburg haben ungewöhnliche Weihnachtserlebnisse mit uns geteilt.

Tierische Bescherung mit Malteserhündin Amy, erzählt vom Ludwigsburger Landrat und VfB-Präsidenten Dietmar Allgaier

Dietmar Allgaier und seine Malteserhündin Amy. Foto: Imago/Arnulf Hettrich, privat

„Bei uns zu Hause lief unser Weihnachtsabend mit Bescherung einmal ganz anders als geplant: Das Wohnzimmer war vorbereitet, die Türen geschlossen, unsere Töchter warteten aufgeregt im Flur. Und wir waren sicher, dass auch unsere kleine Malteserhündin Amy brav wartete.

Dann klingelte das Glöckchen des Christkindes. Die Türen gingen auf und da war sie: die „tierische“ Bescherung. Amy hatte sich unbemerkt Zugang verschafft, zwei Geschenke aufgerissen, Kekse und sogar Schokolade verputzt und saß höchst zufrieden zwischen zerfetztem Geschenkpapier und Schleifen. Ihr Blick sagte eindeutig: Das Christkind war schon da, ich hab schon mal angefangen mit der Bescherung.

In den folgenden Tagen pirschte Amy immer wieder um den Weihnachtsbaum herum, prüfte die Geschenke mit großem Interesse, offenbar überzeugt, dass irgendwo noch etwas ,übersehen‘ worden war. Gefunden hat sie jedoch (leider) nichts mehr.

Die gute Nachricht: Amy ging es damals bestens und das bis heute. Geblieben ist ihr ganz besonderer Bezug zum Weihnachtsbaum. Jedes Jahr aufs Neue begegnet sie ihm mit auffälligem Interesse und prüfendem Blick. Man weiß ja nie, was das Christkind wieder vergessen hat.“

Mit dem Handbohrer zum perfekten Weihnachsbaum, erzählt vom ehemaligen Blüba-Chef Volker Kugel

Gärtner Volker Kugel erinnert sich an Weihnachten in seiner Jugend. Foto: privat

„In meiner Jugend in den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts gab es noch nicht so perfekte Weihnachtsbäume wie es heute die fast idealen Nordmanntannen sind. Die Bäume kamen aus dem Gemeindewald meiner Heimat Stammheim bei Calw und jeder hatte sein eigenes ,Gesicht‘. Das bedeutet: Kaum einer der Bäume war auch nur annähernd perfekt oder gleichmäßig gewachsen.

Und da kommt Papa Ernst Kugel ins Spiel. Dem passten diese Bäume nicht, wenn zum Beispiel der untere Astkranz Lücken hatte, weil ein bis zwei Äste zur Perfektion fehlten. Aber er wusste sich zu helfen: Er sägte den Baum ein kleines Stück ab, mit Ästen dran als Baumaterial.

Dann kam ein Handbohrer zum Einsatz. Mit dem bohrte er Löcher in den Stamm, dort wo seiner Meinung nach Äste fehlten. Und zum Schluss entnahm er vom abgesägten Stammstück die schönsten Äste und steckte sie in die gebohrten Löcher. So entstand ein perfekt garnierter Weihnachtsbaum im ,do-it-yourself-Verfahren’ und der Papa war glücklich schon vor dem Fest.“

Stille Nacht auf Vietnamesisch, erzählt von ZDF-Moderator Marcus Niehaves

Kein Weihnachten ohne „Stille Nacht“ für Marcus Niehaves. Foto: privat

„Ein etwas anderes Erlebnis an Weihnachten war mein erster Heiligabend im Ausland. Nachdem ich mich jahrelang bei den Marbacher Sängerknaben jedes Weihnachten darauf gefreut habe, ,Stille Nacht’ mit dem Chor zu singen, hörte ich dieses berührende Lied auf Vietnamesisch in der katholischen Kirche in Hanoi.

Es war so anders, so schräg in meinen Ohren und trotzdem wunderschön. Ich hatte Gänsehaut, weil es ohne diese Melodie kein Weihnachten für mich gewesen wäre.“