Weihnachten ist für Kinder eine gute Gelegenheit, Wünsche loszuwerden. Werden die immer teurer? Foto: dpa/Martin Schutt

Mit Kindern, die schon in der Grundschule ein Smartphone wollen, wird Weihnachten teuer, könnte man meinen. Doch steht auf den Wunschzetteln der Kleinen wirklich nur noch Luxus-Firlefanz?

Stuttgart - Es ist noch nicht mal Dezember, doch bei Rosemarie Schotte vom Weihnachtspostamt im bayerischen Himmelstadt sind schon etwa 5000 Wunschzettel an das Christkind eingegangen. An die 80.000 werden sich erfahrungsgemäß bis zum Ende der Weihnachtszeit dort stapeln.

Sollten die Wunschzettel allerdings ähnlich so voll sein, wie der einer Zehnjährigen, der unlängst im Netz kursierte, wird das Christkind dieses Jahr alle Hände voll zu tun haben. Oder eher: Die Eltern tief in die Tasche greifen müssen. Der Vater des Mädchens teilte den Wunschzettel auf Twitter und schrieb dazu: „Meine Tochter muss den Verstand verloren haben“. Tatsächlich sind ganze 26 Wünsche aufgelistet und die sind nicht gerade bescheiden: Ein iPhone 11 hätte das Mädchen gerne, eine neues MacBook Air, Schlappen von Gucci, 4000 Dollar und so weiter.

Werden Kinder mit ihren Wünschen immer materialistischer?

Oftmals wird der Jugend vorgeworfen, oberflächlich und materialistisch zu sein. Der ausufernde Wunschzettel der Zehnjährigen war laut Schotte von der Weihnachtspostfiliale aber eher ein Sonderfall. Bei ihr gehen Jahr für Jahr überwiegend normale, wenn auch kreative Wünsche ein. Puzzles, einen Spielzeug-Tyrannosaurus-Rex, einen Roller oder auch einen Roboter, der die Hausaufgaben erledigt, wünschen sich die Kinder. Manch einer möchte einfach nur eine weiße Weihnacht. Oder, „dass der Opa gesund bleibt“, erzählt Schotte.

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Es seien jedes Jahr dieselben Wünsche, die vermehrt auf den Zetteln auftauchen. „Lego, Playmobil, Barbie und Baby Born sind die Klassiker, da ändert sich auch nichts dran“, sagt Schotte. Ein großer Spielzeughändler in Stuttgart beobachtet dasselbe, auch wenn es immer mal wieder neue Trends gäbe. Bei Mädchen seien zum Beispiel gerade die „L.O.L. Puppen“ der letzte Schrei, sagt eine Mitarbeiterin.

Familien mit Kindern geben mehr Geld für Geschenke aus

Nichtsdestotrotz scheinen Familien immer mehr Geld für Weihnachtsgeschenke auszugeben. Laut einer Studie der FOM Hochschule für Ökonomie und Management wollen Paare mit Kindern im Haushalt dieses Jahr etwa 607 Euro für Weihnachtsgeschenke ausgeben. Zum Vergleich: Paare ohne Kinder planen lediglich rund 390 Euro ein. In den zwei Jahren davor war das Budget für Familien mit Kindern ähnlich, 2011 planten sie allerdings noch mit durchschnittlich 430 Euro Geschenkbudget.

Auch die Beratungsorganisation EY führte eine Weihnachtsumfrage durch und kam dabei zu einem anderen Ergebnis. Laut der Studie veranschlagen Familien mit Kindern dieses Jahr 392 Euro für Weihnachtsgeschenke. Doch auch dort war eine Steigerung zu beobachten, denn 2018 planten die Familien noch mit 375 Euro.

Bücher sind das beliebteste Geschenk an Kinder

Für Laptops oder Luxus-Schlappen geht das Geld aber nicht in ersten Linie drauf. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte fand in einer Befragung heraus, dass die beliebten Geschenke an Kinder Bücher, Spiele aller Art und Baby-Ausrüstung wie Spielsachen oder Strampler sind. Nur drei Prozent der Befragten gaben an, ihrem Kind ein Tablet schenken zu wollen.

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In Himmelstadt sind bisher jedenfalls noch keine Wünsche nach Laptops oder Luxusschuhen eingetrudelt. Zwar haben die Wünsche nach Smartphones, Laptops und ähnlich wertigen Geschenken in den letzten Jahren durchaus zugenommen, jedoch machen sie nur einen kleinen Teil aller Bitten aus – „unter ein Prozent“, schätzt Rosemarie Schotte.

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