Der achtjährige Xavi Simons von Barcelona am Ball: Wegen des Transfers von Minderjährigen ist der spanische Meister FC Barcelona mit einem Transferverbot belegt worden. Foto: Getty Images Europe

Dem mageren 1:1 im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League gegen Atlético Madrid folgte der Fifa-Schock: Der FC Barcelona ist wegen des Transfers Minderjähriger mit einem Transferverbot belegt worden. Das könnte auch einen Bundesliga-Profi betreffen.

Dem mageren 1:1 im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League gegen Atlético Madrid folgte der Fifa-Schock: Der FC Barcelona ist wegen des Transfers Minderjähriger mit einem Transferverbot belegt worden. Das könnte auch einen Bundesliga-Profi betreffen.

Zürich - Der FC Barcelona darf seinen Luxuskader mit den Top-Stürmern Messi und Neymar nach einer drastischen Fifa-Strafe vorerst nicht weiter aufrüsten.

Wegen der unerlaubten Verpflichtung minderjähriger Spieler verhängte der Fußball-Weltverband ein Einkaufsverbot in zwei vollen Wechselperioden gegen den spanischen Meister. Die Katalanen kündigten umgehend Einspruch gegen die Entscheidung an. Die harte Sanktion könnte auch Auswirkungen auf den möglichen Wechsel von Marc-André ter Stegen nach Barcelona haben.

"Ich will dazu nichts sagen. Fakt ist: ich werde Borussia auf jeden Fall im Sommer verlassen", sagte der Torhüter von Borussia Mönchengladbach der Zeitung "Express". Ter Stegens persönlicher Berater Gerd vom Bruch sagte bei "Sport1", er sei "in der Sache ganz entspannt. Da hängen ja einige juristische Details dran. Ich weiß noch nicht, ob der Beschluss für zukünftige Transfers gilt oder für Dinge, die vorher abgewickelt wurden." Sollte der Wechsel schon fix und der Vertrag unterzeichnet sein, greift die Fifa-Strafe nicht.

Einen Tag nach dem 1:1 im Viertelfinal-Hinspiel gegen Atlético Madrid und dem möglicherweise drohenden Aus in der Champions League reagierte Barça gefasst auf die Strafe. "Unsere Schule zur Ausbildung von Nachwuchsfußballern ist weltweit ein Vorbild", sagte ein Vereinssprecher der Nachrichtenagentur Efe. Das Reglement, auf das sich die Fifa berufe, stelle das Modell der Ausbildung von Talenten infrage - wie etwa bei Ausnahmestürmer Messi.

Nach den Fifa-Regeln hätte der kleine Argentinier nicht in der Barça-Schule "La Masía" ausgebildet werden dürfen. "Wir sehen die Sache gelassen", zitierte das spanische Online-Sportblatt "as.com" Vereinskreise. "Wir haben 90 Tage Zeit, unsere Position darzulegen und zu erläutern, weshalb wir diese Spieler verpflichtet haben".

Die Fifa wirft Barcelona Verstöße gegen Artikel 19 des "Reglements bezüglich Status und Transfer von Spielern" vor. Der Club muss zudem 450.000 Schweizer Franken bezahlen, der spanische Verband 500.000 Schweizer Franken. Der Strafe gingen Untersuchungen der Fifa Transfer Matching System GmbH und der Fifa-Disziplinarkommission voraus.

Barça will im Sommer Mannschaft auf wichtigen Posten umbauen

"Die Ermittlungen betrafen mehrere minderjährige Spieler, die über verschiedene Zeiträume zwischen 2009 und 2013 beim Verein registriert waren und mit diesem an Wettbewerben teilnahmen", hieß es in dem Fifa-Statement. Insgesamt soll es sich um die unerlaubten Transfers von zehn Spielern handeln. Um welche Akteure es sich handelt, teilte die Fifa aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nicht mit.

Unabhängig davon, ob die Maßnahme Bestand haben wird, begrüßte DFL-Geschäftsführer Andreas Rettig das Urteil. "Das ist ein richtiges Signal", sagte der Spitzenfunktionär der Deutschen Fußball Liga (DFL) der Zeitung "Die Welt". "Ungeachtet des Vereins, den das Urteil jetzt trifft, begrüße ich, dass die Fifa den Schutz von Minderjährigen ernst nimmt und den Auswüchsen, dass schon Spieler unter 18 Jahren international transferiert werden, entgegentritt."

Sollte das Urteil rechtswirksam werden und schon in diesem Sommer greifen, träfe es Barça zu einer denkbar ungünstigen Zeit. Die Elf soll im Sommer auf einigen wichtigen Posten umgebaut werden. Stammkeeper Víctor Valdés will ins Ausland wechseln, Kapitän Carles Puyol seine Karriere beenden. Spielmacher Xavi hat mit seinen 34 Jahren den Zenit seiner Leistungsfähigkeit überschritten, und es wäre für Barça an der Zeit, einen Nachfolger zu verpflichten.

Die Katalanen haben nicht zum ersten Mal Ärger wegen eines Transfers. Nach der Verpflichtung des brasilianischen Jung-Stars Neymar zahlte der Club nach einem wochenlangen juristischen Streit 9,1 Millionen Euro Steuern nach. Anfang des Jahres war der damalige Vereinspräsident Sandro Rosell zurückgetreten.

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