Fröhlich im Stadion eine Wette ausgemacht, und haushoch verloren: Jenni (hinten) und Bruder Felix zeigen den „Terodde-Salut“, Freund Niklas und Freundin Chiara sind Zeugen der folgenschweren Marathon-Wette. Foto: privat

VfB-Stuttgart-Fan Jenni ist vor dem Heimspiel gegen Arminia Bielefeld eine folgenschwere Wette eingegangen. Nun muss sie sich auf einen Marathon vorbereiten.

Stuttgart - Eine bombensichere Wette, dachte sich VfB-Fan Jenni (26) aus Obersulm. Dass ein Spieler des VfB Stuttgart in einem Spiel gleich drei Tore schießt, erschien ihr vor Anpfiff der Partie gegen Arminia Bielefeld unwahrscheinlich. Zwei Stunden später muss sie sich damit abfinden, dass sie sich nun auf einen Marathon vorbereiten muss.

Wie aus einer Wette Realität wird

Doch wie kam es dazu? Die Bloggerin wettete auf der Hinfahrt zum VfB-Heimspiel gegen Bielefeld mit ihrem Freund und ihrem Bruder, dass sie im kommenden Jahr einen Marathon läuft, wenn Simon Terodde drei Tore erzielen würde. Jenni ist großer Fan von Daniel Ginczek. Dass ein Terodde so zielsicher sei, davon ging der Fan wohl nicht aus. Sie sieht sich selbst als Sportmuffel und meint, dass sie sich beim Laufen wie eine „Kuh auf Rollschuhen“ vorkommt, wie sie auf ihrem Blog zugibt. Wenig später wurde aus der Wette Realität. Simon Terodde hatte bereits mit freundlicher Unterstützung von Bielefelds Keeper Hesl das 1:0 erzielt. In der zweiten Hälfte ließ er das zweite und das dritte Tor folgen. Der VfB siegte mit 3:1. Und Jenni wusste, dass es jetzt gilt. Schon vor Anpfiff dokumentierte sie die Wette auf Twitter.

Den Moment kurz vor dem Schlusspfiff, der sie zur angehenden Marathonläuferin machte, hat sie auf ihrem Blog eindrücklich festgehalten. „Die 87. Spielminute. Bielefeld drückte nach wie vor und nichts wäre mir in dem Moment lieber gewesen wie ein Tor, wegen mir hätte es Mitch Langerak persönlich schießen können... nur nicht ein Simon Terodde. Eine letzte Flanke kurz vor Schlusspfiff von Carlos Mané. Auf Simon Terodde. 89. Minute. Tor. Ob man meine Emotionen in diesem Moment beschreiben kann, weiß ich nicht. Die Hände vors Gesicht schlagend konnte ich kaum glauben, dass das gerade wirklich passiert war.“

Der VfB Stuttgart ließ es sich jedenfalls nicht nehmen, direkt nach dem Abpfiff der Begegnung zum Wettsieg zu „gratulieren“.

VfB sagt Terodde-Trikot zu

Auch ein Terodde-Trikot für den Marathon wurde vom VfB zugesagt. Jenni wusste, bei wem sie sich zu bedanken hatte. „Danke Herr Terodde. Wettschulden sind Ehrenschulden.“ Die Kunde von der Wette ist mittlerweile auch zum Stürmer selbst durchgedrungen. „Ich habe davon gehört. Das ist natürlich eine unglaubliche Geschichte“, kommentierte der mit 71 erzielten Toren treffsicherste aktive Stürmer der 2. Bundesliga. Für Jenni beginnt nun der harte Trainingsalltag. „Natürlich werde ich mir die entsprechende Zeit lassen, die ich brauche. Ein Marathon läuft niemand von heute auf morgen. Dazu gehört gezielter Muskelaufbau, Lauftraining und vor allem eins: die mentale Einstellung“, schreibt sie.

Vorerst lautet das Ziel Frankfurt Marathon. Bis zum 29. Oktober 2017 hat sie also Zeit, sich in die entsprechende Form zu bringen. Sicherlich unterstützt von ihrem Freund und ihrem Bruder. Und wer weiß, vielleicht schaut ja auch mal Simon Terodde für eine Laufeinheit in Obersulm vorbei. Verfolgt werden kann der Fortschritt der Marathon-Vorbereitung auf ihrem Blog und auf Twitter unter dem Hashtag #Teroddathon.

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