Lars Eidinger, hier auf der Berlinale, polarisiert. Foto: imago images/snapshot-photography/ K.M.Krause

Lars Eidinger bekommt die Retourkutsche für seine viel kritisierte Promo-Aktion. Ein Straßenmagazin parodiert den Schauspieler und verkauft eine selbst kreierte Stofftasche im Lidl-Look – für den guten Zweck.

Düsseldorf - Auf den ersten Blick sieht die Kreation des Obdachlosenmagazins „fiftyfifty“ aus wie eine blau-gelbe Stofftasche der Discounterkette Lidl. Wer genauer hinsieht, entdeckt allerdings, dass das vermeintliche Logo mit der Aufschrift „Lars“ versehen ist – eine Replik auf die 550 Euro teure Luxustasche aus Rindsleder in Aldi-Tüten-Optik, die Schauspieler Lars Eidinger gemeinsam mit einem Designer entworfen hatte. Als Eidinger mit besagter Tasche vor einem Obdachlosenschlaflager am Bahnhof Zoo in Berlin posierte und ein Bild davon auf Instagram postete, erntete der 44-Jährige einen Shitstorm.

„Ich lebe in dem Widerspruch, dass ich privilegiert bin und jeden Tag auf dem Weg durch die Stadt Menschen in Not sehe. Ich bin nicht der Einzige, der in diesem Widerspruch lebt“, kommentierte er daraufhin.

„Lars wohnt nicht auf der Straße“

Trotzdem bekam Eidinger viel Kritik für seine Marketingaktion – und das nicht nur im Netz. Eine satirische Antwort hat nun das Obdachlosenmagazin aus Düsseldorf gegeben: Mit dem Erscheinen seiner März-Ausgabe liefert „fiftyfifty“ die Retourkutsche zu Eidingers Modeaccessoire und verkauft eine eigene Stofftasche. „Lars wohnt nicht auf der Straße“, steht auf der Tasche, welche das Magazin selbst als „Lars-das-war’s“- sowie Mehr-Respekt-Tragetasche bezeichnet, und in seinem Onlineshop verkauft.

Im Gegensatz zu Eidingers limitierter und teurer Tasche, kostet das Modell von „fiftyfifty“ gerade einmal fünf Euro. Für Obdachlose sei die Tasche umsonst, gab das Magazin bekannt. Der Sonderpreis für „berühmte Schauspieler und DJs“ liege dagegen bei stolzen 551,55 Euro. Alle Erlöse aus dem Verkauf gehen an „Housing first“, ein Projekt, das Obdachlosen hilft eine Wohnung zu finden. Bereits nach wenigen Tagen seien mehr als 700 Stück verkauft worden, sagte der „fiftyfifty“-Redaktionsleiter Werner Ostendorf der Süddeutschen Zeitung. Eidinger selbst hat sich noch nicht öffentlich zu der Kreation geäußert.

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