Theoretisch gibt es zwischen dem Flughafen und der Stuttgarter Innenstadt eine Hauptradroute. Doch kaum jemand kennt den genauen Streckenverlauf. Foto: dpa/Philipp Schulze

Wer auf der Filderebene in Stuttgart mit dem Fahrrad unterwegs ist, verirrt sich mitunter auch mal. An vielen Stellen fehlen Schilder. Zumindest entlang einer Hauptradroute soll sich dies nun ändern. Und noch mehr ist geplant. Eine Übersicht.

Filder - Zufrieden ist Folker Baur immer noch nicht. Das betont er. „Aber immerhin wurde ein kleiner Anstoß gegeben, und dafür bin ich dankbar“, sagt er. Der Plieninger klagt bereits seit Langem darüber, dass in seinem Stadtbezirk Weghinweiser für Fahrradfahrer fehlen würden. Nun soll zumindest die Hauptradroute 3 ausgeschildert werden, die einen großen Teil der Filderebene abdeckt und auch durch Stuttgarter Bezirk Plieningen führt. Und es sind noch mehr Verbesserungen auf den Fildern geplant – nicht nur auf den Hauptradrouten.

Was ist eine Hauptradroute?

Das sind Strecken, die für Radfahrer möglichst direkt, sicher und angenehm zu fahren sind. Stuttgart hat mehrere solcher Verbindungen, bekannt ist vor allem die Hauptradroute 1. Der sogenannte Tallängsweg verbindet auf knapp 20 Kilometern Vaihingen mit Stuttgart-Süd, der Innenstadt und Bad Cannstatt. Es gibt aber auch zum Beispiel die Hauptradroute 10 von Vaihingen über Möhringen und Degerloch bis nach Sillenbuch sowie die Hauptradroute 3, die die Filderebene mit der Innenstadt verbindet.

Wie verläuft die Hauptradroute 3?

Los geht es am Stuttgarter Flughafen. Von dort verläuft die Route über die Bernhauser Straße nach Plieningen. In Richtung Birkach geht es weiter über die Emil-Wolff-Straße, Schwertzstraße, Alte Dorfstraße, Birkheckenstraße bis zum Königsträßle, das von Schönberg nach Degerloch führt. Dann führt die Strecke über die Wernhalde, Bopserwaldstraße, Etzelstraße, Olgastraße, den Wilhelmsplatz und den Rotebühlplatz bis zum Berliner Platz in der Innenstadt.

Was soll sich dort ändern?

Bisher gibt es die Hauptradroute 3 nur auf dem Papier. Kaum ein Radfahrer kennt sie, denn sie ist nicht ausgeschildert. Dies soll sich nun voraussichtlich im kommenden Jahr ändern. Diesbezüglich hat der Bezirksbeirat von Plieningen und Birkach jüngst Vorschläge für einige kleine Veränderungen entlang des Streckenverlaufs eingebracht. Diese werden nun geprüft.

Sind weitere Änderungen geplant?

Ja, es sind mehrere Neuerungen vorgesehen, die Radlern Vorteile bringen sollen. Zwei dieser Verbesserungen betreffen den Stadtbezirk Sillenbuch. „Entlang der Hauptradroute 43 wird derzeit an der Bockelstraße in Heumaden eine Umweltspur eingerichtet“, sagt Anna Sendler, eine Sprecherin der Stadt Stuttgart. Umweltspuren sind Fahrstreifen, die nur von Bussen und Radfahrern genutzt werden dürfen. Zudem wird im Verlauf der Hauptradroute 43 an der Heumadener Straße und der Hedelfinger Auffahrt „eine sichere Radverbindung hergestellt“, sagt die Sprecherin der Stadt.

Außerdem sei bei den bereits erfolgten Umbauten im Industriegebiet von Vaihingen und Möhringen (also im Synergiepark) der Radverkehr berücksichtigt und eigene Wege für Fahrradfahrer gebaut worden. Zusätzlich werde derzeit an einer neuen Verbindung für Fahrradfahrer vom Stuttgarter Osten über die Pischekstraße und die Jahnstraße bis zur Ruhbank in Degerloch geplant, kündigt die Stadtsprecherin Sendler an.

Wie steht es um die Epplestraße?

Seit Monaten heißt es, dass zwischen Möhringen und Degerloch ein direkter Radweg entlang der Epplestraße gebaut werden soll. Bisher ist aber nichts passiert; Radfahrer müssen entweder auf der Straße oder auf einem extrem schmalen Schotterweg beziehungsweise dem Gehweg fahren – was sie als Erwachsene nicht dürfen. Zum genauen Zeitplan für den Radweg dort sagt die Sprecherin nichts, lediglich: „Das Stadtplanungsamt bereitet derzeit die Planung vor.“

Ist Radeln auf den Fildern schwierig?

Jein. Zum einen ist die Topografie dort freilich angenehmer als in anderen Bereichen Stuttgarts. Und es gibt viele Feld- und Waldwege, die auch von Radfahrern genutzt werden können – sofern man sich auskennt. Denn es ist eine Tatsache, dass an etlichen Stellen Schilder fehlen. Laut der Sprecherin liegt dies an den weiträumigen Filder-Schutzgebieten, wodurch sich „besondere Einschränkungen beim Bau und der Wegweisung von Radwegen“ ergeben würden.

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