Roger König hat die Spielstadt initiiert und aufgebaut. In diesem Jahr war er das letzte Mal für das Sommerferienangebot in Ditzingen verantwortlich. Foto: factum/Granville

Roger König hat die Kinderspielstadt auf dem Schulgelände im Ortsteil Heimerdingen mitbegründet und mehr als zwei Jahrzehnte verantwortet. Nun verabschiedet er sich. Wie es weitergeht ist offen – trotz klarer Vorstellungen.

Ditzingen - Ein Thema treibt Roger König um, schon länger. In diesem Jahr aber besonders. „Kinder werden immer mehr zum Opfer ihrer Eltern“, sagt der Stadtjugendpfleger. So unkompliziert die Kinder miteinander umgehen, so kompliziert machen es offenbar bisweilen die Eltern. Sie forderten viel von den Verantwortlichen, setzen sich aber nicht mit dem Prinzip der Spielstadt auseinander, erzählt König. Dass ein Kind nicht mal kurz die Gruppe, die es morgens gewählt habe, wechseln könne, leuchte nicht jedem ein. In Ditziput sollte man, wie im normalen Leben, die Aufgabe, die man beim Jobcenter angenommen hat, durchziehen.

Pädagogischer Leiter seit Anbeginn

König hat die pädagogische Leitung von Ditziput, seit 1997 die Idee der Spielstadt Wirklichkeit wurde. „Es ist mein Baby“, sagt König. Das „Baby“ ist nun 22 – und König verabschiedet sich. Er geht Ende des Jahres in den Ruhestand. Wie es weitergeht, ist offen. Die Stelle des Stadtjugendpflegers ist ausgeschrieben, im Anforderungsprofil ist laut König die Kinderspielstadt genannt. „Wir bekommen eine unbekannte Größe als Nachfolger“sagt Thomas Hartlieb. Er ist der Vorsitzende des Vereins, der sich der Umsetzung von Ditziput verschrieben hat. Zugleich gehört er dem Ditziput-Leitungsteam an. „Ich würde gerne in der Form weitermachen.“

Selbst wenn die neue pädagogische Leitung das Konzept so lebt wie die bisherige, steht die Spielstadt vor zwei wesentlichen Entscheidungen. Notwendig wird dies in den Augen der Verantwortlichen wegen Entwicklungen, die sie nicht beeinflussen können. Das betrifft etwa das Prinzip der Spielstadt. „Es geht uns nicht um ein Betreuungsangebot mit Spielchen“, beschreibt König den Ansatz. „Es ist ein Bildungsangebot.“ Die Spielstadt steht seit einigen Jahren immer unter einem Motto, es ist eine Themenstadt. Ob es ums Weltall geht, um Elfen, Einhörner und magische Orte oder jeder Kontinent näher beleuchtet wurde: Die Kinder sollen auch etwas lernen. Mädchen und Jungs werden gleichermaßen angesprochen. Darauf achtet das Leitungsteam, wenn es die Themen überlegt. Bei den magischen Orten wurden auch Masken gebaut, was vor allem die Jungs begeisterte.

Betreuer gestalten das Thema

Das Thema und die Grundidee für die Werkstätten liefert das Leitungsteam, ausgestalten müssen es die Betreuer, ob Schüler oder Senior. Die 73 Betreuer sind in diesem Jahr zwischen 17 und 75 Jahre. Das Spektrum fordert die Betreuer, die sich inhaltlich vorbereiten sollten und Ditziput als Bildungsangebot begreifen sollten.

Die einen haben Freude daran, beobachtet König. Die anderen suchten vor allem den Spaß während der zwei Wochen auf dem Heimerdinger Schulgelände. Ungeachtet dessen: In Ditziput fehlten in diesem Jahr zehn Betreuer. Statt 54 Angebote gibt es in Ditziput dieses Jahr nur 49. Wie es weitergeht, ist offen. „Man kann die Betreuer nicht locken“, sagt Hartlieb. Es gebe allenfalls eine Aufwandsentschädigung. „Es bleibt eine ehrenamtliche Tätigkeit.“ Andererseits: Erstmals ist in diesem Jahr eine Gruppe von Kindern und Betreuern aus der ungarischen Partnerstadt Gyula dabei. Die Ditzinger brachten das Projekt nach Gyula. Es besteht seit zehn Jahren.

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