Wechsel beim Kommando Spezialkräfte Viel Arbeit für den neuen KSK-Chef

Von Matthias Schiermeyer 

Der neue KSK-Chef Markus Kreitmayr, Divisionskommandeur Andreas Marlow und der bisherige Kommandeur der Calwer Eliteeinheit, Alexander Sollfrank (von links). Die Gesichter der KSK-Soldaten im Hintergrund sind zu ihrem Schutz unkenntlich gemacht. Foto: Bundeswehr
Der neue KSK-Chef Markus Kreitmayr, Divisionskommandeur Andreas Marlow und der bisherige Kommandeur der Calwer Eliteeinheit, Alexander Sollfrank (von links). Die Gesichter der KSK-Soldaten im Hintergrund sind zu ihrem Schutz unkenntlich gemacht. Foto: Bundeswehr

Die Eliteeinheit der Bundeswehr hat schon wieder einen neuen Kommandeur erhalten: Markus Kreitmayr führt nach Alexander Sollfrank das Kommando Spezialkräfte in Calw. Die Herausforderungen und Probleme übergibt der alte Befehlshaber gleich mit.

Calw - Lange ist er nicht geblieben – selbst für Bundeswehrverhältnisse: Nach exakt einem Jahr zieht der Chef des Kommandos Spezialkräfte (KSK), Alexander Sollfrank (51), schon weiter. Der Brigadegeneral steigt auf: Künftig wird er – zum Generalmajor befördert – Chef des Stabes beim Kommando Heer in Strausberg. Am Dienstag wurde seinem Nachfolger, Oberst Markus Kreitmayr, bei einem feierlichen Appell von Divisionskommandeur Andreas Marlow die Befehlsgewalt übertragen.

Der 50-Jährige Kreitmayr war zuletzt zwei Jahre Referatsleiter Managemententwicklung im Verteidigungsministerium. Das KSK kennt er aus früheren Jahren: Von 2007 bis 2009 war er Chef des Stabes in Calw. 2015 und 2016 hatte er diese Funktion auch bei der Division Schnelle Kräfte in Stadtallendorf inne, wo Fallschirmjäger, Hubschrauber und das KSK vereint sind.

Einsätze von Afghanistan bis Afrika

Sollfrank lobte das KSK zum Abschied als „einzigartigen“ Verband: „Die Soldaten stehen jederzeit bereit, um – falls erforderlich – weltweit Risiken für unser Land zu reduzieren, sei es, wenn Bürger in einem Bürgerkriegsland als Geiseln genommen werden, sei es, wenn Kriegsverbrecher zu fassen und vor Gericht zu stellen sind.“ Die Einheit verstehe sich „in besonderem Maße als Risikominimierer“. Aktuell seien sie in Afghanistan, im Irak oder in Afrika gefordert. „Die Einsätze des KSK erfolgen zuweilen im Geheimen, sind aber vollständig staatlich kontrolliert.“ Generalmajor Marlow ergänzte: „Hier ist sicher die Spitze dessen versammelt, was individuelle Soldaten heute leisten können.“

Sollfrank hatte kein gemütliches Jahr. So wurden im August 2017 Vorwürfe laut, wonach KSK-Soldaten bei einer Abschiedsparty im April zu rechtsextremer Musik mitgegrölt und den Hitlergruß gezeigt hätten. Die Ermittlungen der für den Fall zuständigen Staatsanwaltschaft Stuttgart laufen noch immer. Und in der Schwarzwaldstadt Haiterbach stemmt sich eine Mehrheit der Bürgerschaft gegen einen Absprungplatz für Fallschirmspringer des KSK, das sein bisheriges Übungsterrain in Renningen-Malmsheim verlassen muss.

Keine einzige Frau in den Kommandotrupps

Militärisch steht das Kommando vor noch größeren Herausforderungen. Es muss sich technologisch auf den neuesten Stand bringen, um im Cyberkampf mithalten zu können – und es muss für mehr befähigten Nachwuchs sorgen. Bewerber haben es in der Eliteeinheit besonders schwer, die sehr anspruchsvollen Aufnahmeprüfungen zu bestehen und die Personallücken dort zu füllen. Nur eines scheint beim KSK für alle Zeiten zu gelten: Uniformierte Frauen gibt es in der Graf-Zeppelin-Kaserne, aber die geschätzt 300 Soldaten in den Kommandotrupps sind weiterhin alle Männer.

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