Entspannung findet Rolf Ahlrichs auf Wanderungen. Immer dabei ist sein Schweizer Taschenmesser. Foto: Lichtgut //Leif Piechowski

Rolf Ahlrichs lockte als Studienleiter mit Yoga und Singen sowie mit politischen und naturwissenschaftlichen Themen neue Besucherkreise in den Hospitalhof. Jetzt wird er Professor in Ludwigsburg.

Stuttgart - Das Programm des Hospitalhofs trägt die Handschrift von Rolf Ahlrichs. Zur Eröffnung des spektakulären Gebäudes 2014 trat er als Studienleiter an. Mit dem Neubau kam die Neukonzeption und der Wille, den Kreis der Besucher zu erweitern. „Es galt, das Haus mit Leben zu füllen“, das war Ahlrichs erklärtes Ziel.

Jetzt – nach gut sechs Jahren – verabschiedet sich der 48-jährige, um an der evangelischen Hochschule in Ludwigsburg eine Professur für Jugend- und Erwachsenenbildung anzutreten. Beide Themenbereiche hatten zuvor schon durch ihn Einlass in das Programm des Hospitalhofs gefunden. „Ich habe die Arbeit immer als Teamarbeit empfunden“, betont er. Aber die politische Bildung und philosophische Fragen bis hin zur Ausei­nandersetzung mit Fake News und Qualitätsjournalismus lagen ihm besonders am Herzen, ebenso wie naturwissenschaftliche Themen wie Gentechnik oder künstliche Intelligenz.

Entspannung für gestresste Büromenschen

„Dieser wunderbare Ort mitten in der Stadt ist ein Geschenk und eine Verpflichtung“, betont er und diese Kombination regte den Studienleiter zu neuen Formaten an, zum Beispiel zu den Mittagsangeboten, denn in der Klosterumgebung und dem schönen Außenbereich mit seinen Rosenstöcken, lässt sich eine angenehme Pause verbringen. Hinzu kamen Entspannungsprogramme für gestresste Menschen aus Innenstadtbüros: Qui Gong, Yoga oder Singen. Für Besucher, die nicht gerne abends unterwegs sind, wurde die Nachmittagsakademie eingerichtet.

Arbeit mit den Menschen ohne Lobby

Seine neue Aufgabe sieht Ahlrichs, der vor 20 Jahren aus Hamburg in den Süden kam und zunächst Geschäftsführer des Jugendwerks in der evangelischen Nordgemeinde war, als inhaltliche Fortsetzung. „Was früher selbstverständlich war, ist im Umbruch“, diagnostiziert er. Künftig wird er Studierende der Sozialpädagogik unterrichten. Das sieht er als große Aufgabe, denn die Studierenden werden später mit Menschen arbeiten, die keine Stimme haben und sich nicht einbringen können. „Das ist heute geradezu eine Pflicht“, betont er. Seine Nachfolgerin wird zum 1. Oktober Ulrike Kammerer, die zuletzt als Bildungsreferentin und Geschäftsführerin des Evangelischen Bildungswerks Alb-Donau tätig war.

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