Astrid Pellengahr hat klare Vorstellungen von der Zukunft des Landesmuseums. Foto: Fotofabrik Stuttgart

Astrid Pellengahr hat klare Vorstellungen von der Zukunft des Landesmuseums Württemberg.

Stuttgart - Wenn es ein Schlagwort gibt, das Astrid Pellengahr besonders wichtig ist, dann „Besucherorientierung“. Vergangene Woche hat die neue Direktorin des Landesmuseums Württemberg ihr Amt aufgenommen und nun bei ihrer ersten Pressekonferenz bereits klar benannt, wohin die Reise mit ihr gehen soll: „Wir müssen verständlich sein“, sagt Pellengahr, die das Publikum noch stärker einbinden will und dabei auch auf Digitalisierung setzt. „Das digitale Publikum ist gewohnt, selbst kreativ zu werden“, meint sie, „das ist ein Potenzial.“ Pellengahr will auch die Aktivitäten des Kindermuseums ausbauen und mehr Angebote für Kitas und Grundschulen machen, „denn damit erreichen wir die Bevölkerung quer durch alle Schichten“.

Zur „Fashion“-Schau wird ein Pop-up-Store in der Calwer Straße eröffnet

Der freie Eintritt in die Schausammlungen des Landesmuseums ist für Pellengahr eines von mehreren Mitteln, um mehr Publikum zu erreichen. Tatsächlich hat sich die Zahl der Besucher im Alten Schloss verdoppelt, seitdem die Dauerausstellungen kostenlos sind. Auch 2019 kamen wieder rund 75 000 Besucher, obwohl durch den Umbau des Eingangsbereichs der Betrieb eingeschränkt war – und auch in den kommenden Monate bleiben wird. Da sich der Umbau des Foyers bis ins Frühjahr 2021 hinzieht, wird die Sonderausstellung „Fashion“ (ab 24. Oktober) in einem Provisorium stattfinden. Auch das Junge Schloss wird sich mit dem Thema Mode befassen bei der Mitmachausstellung „Ran an den Stoff“.

Begleitend wird das Landesmuseum von September bis Jahresende einen Pop-up-Store in der Calwer Straße einrichten, um auf die Sonderausstellung hinzuweisen mit Mode-Fotos, Skatermode aus Ludwigsburg und Accessoires von Pforzheimer Modestudierenden. Derzeit wird auch ein neuer Multimedia-Guide entwickelt, der künftig auf verschiedenen Touren durch das Alte Schloss geleiten wird.

Auch mit dem Thema Corona hat sich die neue Direktorin in ihrer ersten Woche bereits befasst. Die Reinigung von Audioguides sei ohnehin Standard, sagt Pellengahr, die Medienstationen in den Ausstellungen, die die Besucher berühren, werden nun mehrmals am Tag desinfiziert. Der Ostermarkt im Schloss Waldenbuch wurde komplett abgesagt und im Fruchtkasten am Schillerplatz ist das Klanglabor bis auf weiteres geschlossen.

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