Kreativität und Technik sind beim Beruf des Webdesigners gefragt. Foto: Shutterstock

 Kreativität und Technik sind beim Beruf des Webdesigners gefragt. Man entwirft nicht nur neue Internetauftritte, sondern setzt seine Ideen teilweise auch selbstständig um.

Kreativität und Technik sind beim Beruf des Webdesigners gefragt. Stefan hat Kommunikationsdesign studiert - ein Studiengang, dessen Absolventen viele Berufswege offen stehen: zum einen die kreative, zum anderen die technische Seite. Stefan hat sich für beides entschieden.

Als Webdesigner entwirft er nicht nur neue Internetauftritte, sondern setzt seine Ideen teilweise auch selbstständig um. Natürlich ist Kreativität eine wichtige Voraussetzung, aber nicht nur. "Technisches Interesse sollte auf jeden Fall vorhanden sein."

Ideen abhängig vom Kunden

Doch was versteht man unter der Konzeption und Gestaltung von Websites? Stefan erklärt: "Am Anfang muss ich mich fragen: Was will ich eigentlich darstellen? Ich muss mir über die Navigationsstruktur klar werden, wissen, wohin verlinkt werden soll und wie die Seite grafisch aussieht." Dabei kann er seinen Ideen nicht immer freien Lauf lassen, sondern muss diese abhängig vom Kunden machen. "Das Look-and-Feel muss zur Corporate Identity des Auftraggebers passen." Übersetzt: Die Website eines großen Automobilherstellers muss dynamisch rüberkommen, die eines Meditationszentrums sollte Ruhe vermitteln.

Wurden die Designvorschläge vom Kunden akzeptiert, muss Stefan ein sogenanntes "Layout-Grid" erstellen, das heißt ein Konzept der späteren Seite. Dieses wiederum wird in Einzelbausteine zerlegt. "Dabei handelt es sich zum Beispiel um Logo, Hintergrundgrafik, Schriftart und -farbe", so Stefan. Außerdem muss er sich über Kleinigkeiten klar werden, zum Beispiel darüber, ob sich ein bestimmter Teil der Seite ändern soll, wenn man die Maus drüber bewegt, wie es teilweise bei Links der Fall ist.

"Extrem abwechslungsreich"

Das Layout-Grid wird schließlich dem Programmierer vorgelegt. Stefan ist mit Programmierarbeiten zwar vertraut, setzt diese aber nicht im Großen um. Dies ist der Job des Programmierers, der sich anhand von Stefans Vorgaben überlegen muss, wie er die genannten Bedingungen umsetzt.

Stefan selbst findet seinen Beruf "extrem abwechslungsreich, aber auch nicht immer einfach". Man müsse ständig neue Konzepte und Ideen bieten können und immer die neuesten Trends in der Gestaltung aufgreifen. "Eine Website hat vor zehn Jahren komplett anders ausgesehen als heute." Auch Kenntnisse der neuesten Technologien sind erforderlich - ja, unumgänglich.

Bei so einem Aufgabenpensum dauert der Arbeitstag auch schon mal länger, als im Vertrag steht. "Vor allem in Agenturen ist der Druck groß", erklärt Stefan. "Wenn der Kunde seine Website bis zum Stichtag XY braucht, hast du verloren." Deshalb versuchen einige Agenturen, den Stress ihrer Mitarbeiter durch spezielle Angebote zu kompensieren. Das können Wellness-Angebote sein, täglich frisches Obst - oder aber flexible Arbeitszeiten. "Anders als zum Beispiel im Verkauf ist es beim Webdesigner egal, ob er um acht oder erst um elf Uhr morgens kommt."

Und was passiert, wenn einem mal die Ideen ausgehen? Stefan winkt ab. "Unkreativ geht gar nicht!", sagt er. "Ausgebrannt und ideenlos ist der Anfang vom Ende." Er zumindest ist davon aber noch weit entfernt.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: