Zeichensprache übern Teich: 30 Feuerwehrleute kümmern sich um den Schlamassel. Foto:  

Mit Tauchpumpen und Wassersaugern hat die Fellbacher Feuerwehr die schlammige Lage bereinigt. Der Vorfall in der Esslinger Straße war bereits der dritte Rohrbruch in Fellbach innerhalb weniger Monate.

Fellbach - Morgens um sechs ist die Welt nicht mehr in Ordnung: Ein Wasserrohrbruch hat am Mittwochfrüh an einer der zentralen Kreuzungen in Fellbach zahlreiche Pendler ausgebremst. An der Esslinger Straße in Nähe der Stuttgarter Straße bildete sich eine Riesenpfütze mit den Ausmaßen von geschätzt 80 auf 30 Meter. Das Wasser unterspülte die Straße, quoll aus den Ritzen, drang durch Abflussrohre, in den Kellern stand die flüssige Dreckmasse bis zu 50 Zentimeter hoch.

Die Polizei ist mit 30 Kameraden und fünf Fahrzeugen im Einsatz

Land unter am Vormittag: Wie eine Seenlandschaft sieht das Areal nahe der Stadtbahn-Haltestelle an der Sebastian-Bach-Straße aus. Aus weiterer Entfernung könnte man denken, die Stadtbahn fahre auf einem Damm am Meer entlang. Ursache des Ganzen ist der Bruch einer sogenannten 200er Wasserleitung, also mit 20 Zentimetern Durchmesser, gegenüber der Einfahrt von Pflanzen Kölle, Die Feuerwehr ist kurz vor halb sieben da – mit 30 Kameraden und fünf Fahrzeugen, erläutert Feuerwehr-Sprecher Alexander Ernst. Nach seinen Angaben hat auch ein Schieber geklemmt, weshalb es eine Stunde dauert, bis man die Leitung wieder „zu gehabt“ habe. „Insgesamt sind sechs Keller in der Nachbarschaft betroffen, wo das Wasser teilweise bis zu 30 Zentimeter steht.“ Mit Tauchpumpen und Wassersaugern sind die Helfer zugange – was durchaus zeitintensiv ist, da zahlreiche Pumpen aufgestellt werden müssen und zudem Strom aufgebaut werden muss. Nach seinen Angaben wurde die Esslinger Straße zunächst unterspült, dann drang das Wasser insbesondere „an den Nahstellen“, also zwischen Bordstein und Straße, nach oben.

Ein betroffener Anwohner gibt sich gefasst

Ludwig Stilling wohnt in der Esslinger Straße 79 – auf dem Gehweg vor seiner Garage, hat der spätere Schlamassel seinen Ursprung genommen. Am frühen Nachmittag steht er vor dem Loch, das die Monteure der Stadtwerke mittlerweile mit dem Bagger gegraben haben. Bemerkt hat er den Vorfall erst, als morgens um sechs Uhr jemand wie wild an der Tür klingelte: „Vor Ihrem Haus ist ein Springbrunnen“, habe der Mann gerufen. Was Stilling zunächst als Gag einstufte, entpuppte sich als bittere Realität. Er eilt hinaus , kann das Auto noch aus der Garage fahren, bemerkt aber beim Rüberbugsieren schon da den brüchigen Untergrund. Kurz danach dringt das Wasser unaufhaltbar durch alle möglichen Ritzen. „Der komplette Keller stand so tief unter Wasser“, sagt er später und hält seine flache Hand auf Oberschenkelhöhe. Trotz des ganzen Drecks im Souterrain gibt er sich gefasst bis fatalistisch: „Da kann man nix machen, das ist höhere Gewalt, beim nächsten Mal trifft’s halt einen anderen.“

Autofahrer und Busse betroffen

Betroffen von der Überflutung sind zwar nur jene fünf Häuser direkt an der Straße, weit mehr Haushalte allerdings haben den ganzen Tag kein Wasser, wie ein Anwohner aus der Keplerstraße beklagt, der neugierig die Baugrube inspiziert. Auswirkungen gibt’s auch für die Autofahrer und den Busverkehr, der umgeleitet werden muss, erläutert Fellbachs Ordnungsamtsleiter Werner Rögele. Die Esslinger Straße in Richtung Jugendhaus ist allerdings schnell wieder passierbar, auf der Gegenfahrbahn wird die Sperrung am Nachmittag aufgehoben, Bis die Oberfläche wieder vollständig hergestellt ist, wird es allerdings noch ein paar Tage dauern, weiß der Rohrnetzmeister der Stadtwerke.

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