Die Tote wurde am Dienstagabend bei der Gaisburger Brücke gefunden. Foto: 7aktuell.de/Jens Pusch

Ein Mann, der verdächtigt wird, eine 72-jährige Frau in Esslingen getötet zu haben, hat bei der Polizei keine Angaben zu den Vorwürfen gemacht. Die Ermittler sammeln Beweise.

Stuttgart/Esslingen - Es bleibt spannend: Im Fall der vergangene Woche tot im Neckar gefundenen 72-jährigen Frau aus Esslingen sind für die Polizei noch einige Fragen offen. Der tatverdächtige Bekannte der Frau verhalte sich in den Vernehmungen zwar kooperativ, lasse sich aber nichts zum Tatgeschehen entlocken. So ist neben einem möglichen Motiv auch noch die Frage nach der Todesursache der Frau nicht beantwortet, sagte ein Polizeisprecher am Montag. Für die Gerichtsmediziner sei sie nicht eindeutig ersichtlich gewesen. Aktuell laufe der Abgleich der Spuren, die in der Wohnung des Tatverdächtigen entdeckt worden waren. In welchem Verhältnis der am Freitag festgenommene 76-jährige Mann zu der Frau stand, ist auch noch nicht ganz klar. Sie hatte einen Lebensgefährten, bei dem sie in Obertürkheim wohnte.

Schnelltest zeigt Blutspuren in der Wohnung des Tatverdächtigen

Die Frau war vergangene Woche tot im Neckar gefunden worden. Die Leiche wies erhebliche Verstümmelungen auf, so dass sie nur durch einen DNA-Abgleich identifiziert werden konnte. Die „Bild“-Zeitung berichtet, die Leiche sei ohne Kopf gefunden worden. Dazu macht die Polizei keine Angaben. Bei der Untersuchung des Erbmaterials kam heraus, dass es sich um eine 72-jährige Frau handelte, die zwei Lebensmittelpunkte hatte: Ihre eigene Wohnung war in Plieningen, sie hielt sich aber auch regelmäßig bei ihrem Partner auf, der in Obertürkheim wohnt.

Der Tatverdächtige war als Bekannter der Frau schon kurz nach dem Leichenfund vernommen worden. Wer gegenüber den Ermittlern angegeben hatte, sie zuletzt lebend gesehen zu haben, dazu schweigt die Polizei. Nach Informationen unserer Zeitung soll es der nun festgenommene Tatverdächtige sein. Der Mann war aufgrund widersprüchlicher Aussagen in den Fokus gerückt. Mit einem Schnelltest wiesen die Ermittler in seiner Wohnung in Esslingen-Mettingen Spuren nach, bei denen es sich höchstwahrscheinlich um Blutspuren handelte, sagte der Polizeisprecher Tobias Tomaszewski. „Der Test ergibt aber nur, dass es Blut war. Ob es das Blut des Opfers war, müssen wir nun im Labor analysieren lassen“, erläuterte er. Erst wenn die Blutspuren der Frau zugeordnet werden können und die Todesursache feststehe, könne man etwas über den Tatort ­sagen. Auch der Todeszeitpunkt konnte noch nicht eingegrenzt werde

Die Frau war am Dienstag, 10. Oktober, vermisst gemeldet worden. Ihr Sohn wandte sich an die Polizei. Genau eine Woche später entdeckten Ruderer die Tote im Neckar bei der Gaisburger Brücke. Erst am Donnerstag konnte die Polizei dann bekannt geben, dass es sich bei der Toten um die Vermisste handelte. Sie war zuletzt am Donnerstag, 26. September, lebend gesehen worden. Die Polizei startete nach der Vermisstenmeldung eine Suche in Esslingen, an ihrem Wohnort in Plieningen und in Degerloch, wo sie regelmäßig jobbte.

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