Faszination Wasserball: Im Becken geht es mitunter auch mal ziemlich ruppig zu Foto: Baumann

Wasserball-Bundesligist SV Cannstatt muss einige hochkarätige Abgänge verkraften – das macht es der neuen Führungsmannschaft nicht einfacher.

Stuttgart - Rein ins Wasser: Nach drei Monaten Pause im Ligabetrieb bat Jovan Radojevic am Montag wieder zum ersten Training. Der Serbe ist neuer Chef am Beckenrand bei Wasserball-Bundesligist SV Cannstatt – um ihn neue, alte Bekannte. Der bisherige Coach und Vereins-Urgestein Jürgen Rüdt sitzt nun als Teammanager mit auf der Bank. „Er ist geschaffen für diesen Posten, er kennt sich in der Szene am besten aus“, betont SVC-Präsident Alexander Scholz. Des weiteren soll der langjährige Co-Trainer Marco Covi Leiter der Abteilung Wasserball werden.

Das Trio steht vor schwierigen Zeiten. „Wir wissen, dass die Saison nicht einfach wird“, sagt Alexander Scholz. Es gilt, nicht nur den Sturz in die B-Gruppe der Liga zu verkraften. Auch der Aderlass bei der Mannschaft ist nicht von Pappe. Nationalspieler Timo van der Bosch heuerte beim Liga-Rivalen SSV Esslingen an, den Ex-Internationalen Florian Naroska zog es nach Australien und der in der vergangenen Saison nur noch sporadisch eingesetzte Torjäger Jovan Radojevic wird nicht mehr im Wasser dem Ball nachjagen. „Vor allem der Wechsel von Timo van der Bosch tut uns weh, aber ich habe ich auch Verständnis für ihn als Nationalspieler“, sagt Alexander Scholz.

Auf der anderen Seite ist bislang erst ein Kroate an der Angel der Neuzugänge. Die Wechselfrist endet am kommenden Montag. „Wir werden einige Talente ins Bundesliga-Wasser werfen“, kündigt Marco Covi an. Zudem soll Milosav Aleksic nach zwei Jahren Pause noch einmal in Wasser steigen. „Irgendwie überleben und in den nächsten Jahren wieder den Anschluss finden“, lautet die Vorgabe von Covi für diese Saison, die im Oktober beginnt. Nachdem die Mannschaft in der vergangenen Spielzeit aus der Hauptrundengruppe A in die B-Gruppe der Liga abgerutscht ist, soll ein Abstieg in die zweite Liga auf alle Fälle vermieden werden.

„Ein weiterer Abstieg wäre fatal“, sagt Alexander Scholz, der inzwischen auch den Verein umgekrempelt hat. Statt vier Stellvertreter hat er nur noch zwei: Matthias Zielke und Jürgen Merz. Dafür wurden bei der Mitgliederversammlung im Juni vier eigenständige Abteilungen in die Satzung aufgenommen: Schwimmen, Wasserball, Freizeitsport und Breitensport. Sie alle müssen sich in den kommenden Wochen noch konstituieren und ihre Führungsspitze wählen. Deshalb ist Marco Covi derzeit für Wasserball auch nur kommissarisch im Amt. Doch schon jetzt ist er um seine neue Aufgabe nicht zu beneiden.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: