In der Bredouille: Esslingens Wasserball-Trainer Bernd Berger Foto: Baumann

Einige verletzte Spieler, dazu ein Quartett, das nach der Spielpause nicht mehr nach Esslingen zurückkehren wollte. Der SSV muss in der Wasserball-Bundesliga improvisieren.

Esslingen - Nach zweimonatiger EM-Pause startet die Wasserball-Bundesliga an diesem Wochenende in die Rückrunde. Dabei steht für den SSV Esslingen als derzeit Viertplatziertem in der Hauptrundengruppe A gleich an Doppelspieltag auf dem Programm. In den Auswärtspartien gegen den Meisterschaftsdritten Waspo 98 Hannover (Samstag, 18 Uhr) und Vizemeister ASC Duisburg dürfte kaum etwas zu holen sein. Zumal den SSVE auch noch kräftige Personalsorgen plagen.

So kehrte das zu Beginn der Saison verpflichtete US-Trio mit Torhüter Cameron Ravanbach sowie den beiden Torjägern Lukas Syka und Matthew Michalko nach dem Weihnachtsurlaub nicht an den Neckar zurück. Auch der israelische Angreifer Gadi Hadar baute seine Zelte nach nur drei Monaten in Esslingen schnell wieder ab. Von nicht eingehaltenen Versprechungen und Zusagen ist bei allen Vieren die Rede.

„Es ging um eine Arbeitsstelle für alle in Deutschland, aber das ist im Moment kaum möglich“, sagt dazu Trainer Bernd Berger. Weil „die endgültige Absage am vergangenen Dienstag kam“, ist er von der nun entstandenen „Extremsituation“ alles andere als begeistert. Allerdings gab es schon im Dezember entsprechende Gerüchte – die von Berger damals noch heftig dementiert worden sind. Nun muss er mit einem verkleinerten Kader den Rest der Saison bestreiten.

Der Trainer steigt nicht ins Wasser

Die Verpflichtung von Neuzugängen nämlich ist erst nach Abschluss der Saison im Sommer wieder möglich. Zu allem Überfluss fallen am Wochenende auch noch drei andere Stammspieler aus. Kapitän Heiko Nossek sieht Vaterfreunden entgegen. Hannes Glaser (Muskelfaserriss in der Leiste) und Robin Finkes (Kapselriss an der Hand) sind verletzt und fehlen womöglich länger. Eine komplette Mannschaft mit sieben Spielern gleichwertig zu ersetzen ist da nicht mehr möglich.

Zumal Trainer Berger noch nicht einmal auf die Nachwuchskräfte des Clubs bauen kann. Für die stehen in der U-17-Bundesliga zwei wichtige Auswärtspartien beim OSC Potsdam und dem SC Berlin-Wedding auf dem Programm. Sicher ist also nur eines: Bernd Berger wird nicht selbst die Badehose anziehen und ins Wasser springen. „Ich bin nur Trainer und habe keine Spielberechtigung für die Bundesliga“, sagt der Coach, und ergänzt: „So musste der SSVE noch nie zu einem Spiel antreten, und ich hoffe, dass es eine einmalige Sache bleibt.“ Eine Verlegung war nicht möglich.

Der SV Cannstatt startet am Samstag (18 Uhr) mit dem Auswärtsspiel beim SV Weiden in die Rückrunde.

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