15:5 – die Wasserballerinnen des SSV Esslingen werfen sich in der Bundesliga gegen den Uerdinger SV 08 für das Final Four im Challenger-Cup warm.
Was so ein unerwarteter Erfolg mit einzelnen Spielerinnen und einem gesamten Team machen kann. Eine Woche nach dem Sieg beim Zweitrundenturnier des Challenger-Cups auf Malta haben die Wasserballerinnen des SSV Esslingen in der Bundesliga Schlusslicht Uerdinger SV 08 mit 15:5 (2:0, 5:3, 4:0, 4:2) abgefertigt. Das Selbstvertrauen und der Spaß, den die SSVE-Frauen ausstrahlten, war bis auf die Tribüne zu spüren. Am Freitag geht es nun wieder nach Malta zum Final Four des vierthöchsten europäischen Wettbewerbs. Stress bereitet das nur den Funktionären. Zuvor traten die Esslingerinnen noch am Sonntag beim SV Blau-Weiß Bochum an und unterlagen dem Favoriten mit 8:19.
Vorstandsmitglied Ulrich Spiegel war der Stolz auf das schon Erreichte des Teams auf der internationalen Bühne anzumerken. Als er über die anstehende Reise sprach, aber legt er die Stirn in Falten. Erst am vergangenen Donnerstag war klar, dass auch das Final Four auf Malta ausgetragen wird. Sofort ging es ans Organisieren. Ausreichend Plätze in Flugzeugen zu bekommen, ist ganz schön kompliziert. Und es geht ans Geldzusammenkratzen. „Es ist ein finanzieller Kraftakt“, erklärte Spiegel, „es wird völlig außerhalb des normalen Etats finanziert.“ Und zwar von Gönnern: „Schön, dass es Leute gibt, die den Wasserballsport lieben.“
Wenig Mühe
Anschließend hatte auch Spiegel Freude am Spiel der Esslingerinnen. Die einzige Frage, die sich danach stellte, war, wie das Team kürzlich gegen den selben Gegner im Viertelfinale des DSV-Pokals mit 5:8 scheitern konnte. Im Ligaspiel im Stuttgarter Sportbad ließen die SSVE-Frauen sowas von nichts anbrennen. 2:0 stand es nach dem ersten Viertel, im zweiten durften die Uerdingerinnen ein bisschen mitspielen, danach war es wieder ziemlich einseitig. Oder wie es Trainer Zafirios Chalas, zufrieden wie selten, zusammenfasste: „Das erste Viertel war gut, danach haben wir ein bisschen nachgelassen und das Spiel war langsam. Am Ende haben alle Spielpraxis bekommen.“
Ella Reutter gab ihr Bundesligadebüt und erzielte sogar das Tor zum zwischenzeitlichen 12:3. Dass sie dafür sogar mit der Auszeichnung als Spielerin des Tages belohnt wurde, löste bei den Kameradinnen Jubel aus. Auch Kapitänin Jamie-Julique Haas, die mal wieder die überragende Akteurin im Becken war, konnte damit sehr gut leben. „Auf jeden Fall“, sagte sie und strahlte. Auf die Frage nach dem Selbstvertrauen sagte sie noch mal: „Auf jeden Fall“ und erklärte: „Gleich das erste Spiel im Challenger-Cup gegen Clube Fluvial Portuense war unsere beste Saisonleistung.“ Das 14:7 war nicht nur der Auftakt zum späteren Turniersieg, sondern gab auch mächtig Auftrieb. Und so galt auch für das Spiel gegen Uerdingen, wie Haas erklärte: „Wir haben super als Team zusammengespielt.“
Nach der Partie gegen Bochum am Sonntag steht in der Bundesliga am 29. März noch das Nachholspiel gegen den Eimsbütteler TV an, die Playoffs beginnen erst im April. „Jetzt fokussieren wir uns auf den Challenger-Cup“, sagte Chalas. Und: „Als deutsches Team in einem Final Four zu stehen, ist ein großes Ding.“ Am Freitag reist der Esslinger Tross nach Malta, am Samstag steht das Halbfinale gegen VK Jadran Split aus Kroatien an. Göztepe Izmir und Fluvial Portuense ermitteln den weiteren Teilnehmer des Finales am Sonntag.
Auch daran erkennt man das gewachsene Selbstvertrauen der Esslingerinnen: Während Coach Chalas sagte, die Spielerinnen sollten auf Malta „genießen und das Beste draus machen“, erklärte Kapitänin Haas ohne zu zögern: „Wir nehmen uns den 1. Platz vor.“ Und dabei strahlt sie erneut.
SSV Esslingen: Sekulic; Ramesohl, Mia Reutter, Gronih (1), Schafft, Lytvyniuk, Schnetzer, Boscolo (1), Ella Reutter (1), Jobe, (1), Ntona Tsiaka (4), Haas (4), Garancovska (3).
Uerdinger SV 08: Franzen; Lipinski (1), Vollmer, Saternus, Gromann (3), Nolte, Reimers, Günther (1), Simic, Ahlers Benito, Bonett, Chamorro Reibel, Dohle.
Schiedsrichter: Bastian Kaiser/Richard Uhlich.
Zuschauer: 250.
Beste Spielerinnen: Haas/Gromann.
SSV Esslingen in Bochum: Sekulic; Mia Reutter, Gronih (1), Schafft (3), Lytvyniuk, Schnetzer, Boscolo (1), Ella Reutter, Jobe, Ntona Tsiaka, Haas (3), Garancovska.