SSVE-Spielerin Jamie-Julique Haas (am Ball) ist auf der Suche nach der Lücke in der Verteidigung der Bochumerinnen. Foto: Herbert Rudel

Die Bundesliga-Wasserballerinnen des SSV Esslingen verlieren Spiel eins der Halbfinalserie um die deutsche Meisterschaft gegen den SV Blau-Weiß Bochum mit 8:10 und scheitern dabei vor allem in der Offensive an sich selbst.

In einem bis zum Schluss spannenden ersten Halbfinalspiel der Best-of-three-Serie um die deutsche Meisterschaft unterlagen die Bundesliga-Wasserballerinnen des SSV Esslingen im Vereinsfreibad gegen den SV Blau-Weiß Bochum mit 8:10 (2:3, 2:4, 2:2, 2:1). Kämpferisch kann den Esslingerinnen dabei aber kein Vorwurf gemacht werden, denn bis zur Schlusssirene versuchten die SSVE-Wasserballerinnen alles, um die Partie noch zu drehen. Letzt Endes war laut Teammanagerin Iris Schneider aber „der Wille der Bochumerinnen stärker“, das Spiel zu gewinnen. „Es war einfach schade, dass wir uns so viele Chancen erarbeitet, aber die Mädels sich nicht belohnt haben“, sagte Schneider und fügte hinzu: „Unsere Würfe waren nicht gut genug und vor allem in der Offensive waren zu viele Unsicherheiten dabei.“

 

SSVE-Spielerinnen „belohnen sich“ nicht

Dabei starteten die Esslingerinnen gut in die Partie und gaben im ersten Viertel im Wasser erst einmal den Ton an. Zwar hatten die Bochumerinnen die erste Möglichkeit der Partie, die SSVE-Torhüterin Maria Sekulic stark parierte, dann spielten aber erst mal wieder nur die Esslingerinnen. Jamie-Julique Haas vergab den ersten Strafwurf nach wenigen Minuten, aber die SSVE-Wasserballerinnen blieben dran und gingen darauf durch Georgia Sopiadou mit 1:0 in Führung. Danach folgte aber ein Bruch im Spiel des SSVE – und die Bochumerinnen wurden stärker: SV-Spielerin Aylin Fry egalisierte 30 Sekunden später das Ergebnis, ehe Emilia Khmil die Partie für die Gäste drehte (2:1).

Die Esslingerinnen erzielten zwar erst einmal erneut durch Haas den 2:2-Ausgleich zwei Minuten vor dem Ende des ersten Viertels, aber spätestens im zweiten Spielabschnitt machten die SSVE-Spielerinnen vor allem im Angriff zu wenig aus ihren Chancen – oder scheiterten an der starken SV-Torhüterin Darja Heinbichner. Die Bochumerinnen waren demgegenüber effektiver und zogen bis zur Pause auf eine Drei-Tore-Führung davon (7:4). Lediglich Esslingens Keeperin Sekulic verhinderte noch Schlimmeres. „Ich glaube, dass unsere Torschüsse so schlecht waren, weil der Respekt vor Bochums Torhüterin zu groß war und die Spielerinnen dachten, dass sie irgendwie besonders werfen müssen“, versuchte Schneider die Angriffsbemühungen der Esslingerinnen zu erklären und ergänzte: „Wir haben dann irgendwie versucht zu lupfen oder den Ball hineinzumogeln. Es waren viel zu viele Unsicherheiten da und manche haben sich gar nicht getraut, den Abschluss zu suchen.“

SSVE schafft den 8:9-Anschlusstreffer

Die Pausenansprache von SSVE-Trainer Chalas Zafeirios zeigte aber dann Wirkung: Die Esslingerinnen lagen zwar nach dem dritten Viertel mit 6:9 zurück, aber es war zu spüren, dass für den SSVE noch etwas drin war. Das merkten auch die Esslinger Fans, die nachdem Mara Dzaja zum 7:9 verkürzte und Sopiadou eine Minute später den 8:9-Anschlusstreffer erzielte, es laut ausriefen: „Geht da vielleicht noch was?“ Die Antwort ließ dann aber nicht lange auf sich warten, denn im Gegenzug traf Bochums Fry zum 10:8-Endstand und ließ die Esslinger Hoffnungen im Keim ersticken. „Ich glaube, dass wir mehr Chancen als die Gegnerinnen hatten, von daher hätte es auch anders ausgehen können. Und auch kämpferisch waren wir gut“, sagte Schneider, die aber auch betonte, dass „die Bochumerinnen am Ende selbstbewusster auftraten“.

Am Samstag geht es für die SSVE-Frauen weiter

Für die SSVE-Frauen geht es nun am Samstag (16 Uhr) in Bochum weiter mit dem zweiten Spiel der Halbfinalserie. „Wir machen das Beste daraus und hoffen, dass wir dann noch ein drittes Spiel am Sonntag dort haben werden“, sagte Schneider und ergänzte: „Ich glaube, dass wir gute Chancen haben werden.“ Der Glaube, das Ruder noch herumzureißen, ist beim SSVE also da.

SSV Esslingen: Sekulic; Dzaja (4), Reutter, Kleisch, Schafft, Petiki, Sopiadou (2), Boscolo, Tomica, Gronih, Wellensiek, Haas (2), Indklekofer.

SV Blau-Weiß Bochum: Heinbichner; Hüsselmann, Hohenstein, Khmil (3), Schulz, Clausmeyer, Bonett (1), Fry (5), Tzenov, Vinnyk, Stüwe, Merkel (1).

Schiedsrichter: Viktor Szücs / Robert Kovacs.

Zuschauer: 100.

Beste Spieler: Haas, Dzaja / Heinbichner, Fry, Khmil.