SSVE-Wasserballer Ivo Dzaja (am Ball) auf der Suche nach einem Mitspieler und der Lücke in der SC-Verteidigung. Foto:  

Die Zweitliga-Wasserballer des SSV Esslingen verlieren aufgrund einer Vielzahl an vergebenen Chancen in Hälfte eins gegen den SC Neustadt/Weinstraße mit 15:16.

Es war das erwartete umkämpfte Spiel zwischen den Wasserballern des SSV Esslingen und denen des Tabellennachbarn SC Neustadt/Weinstraße in der 2. Bundesliga. Und es blieb bis zum Schluss spannend – das bessere Ende hatte aber dann der SCN, der mit 16:15 (3:2, 5:3, 5:7, 3:3) gewann.

 

Durch den Sieg verdrängte Neustadt/Weinstraße die Esslinger von Rang vier, der SSVE rutschte vorerst auf den 6. Platz mit zwölf Punkten. „Die Niederlage war schon etwas unglücklich. Uns hat in den letzten fünf Minuten das Quäntchen Cleverness gefehlt, um die entscheidenden Angriffe richtig auszuspielen“, haderte SSVE-Coach Michel Denneler und ergänzte: „Der Gegner hat eine gute Intensität an den Tag gelegt – und das Momentum war nicht bei uns.“

SSVE vergibt zu Beginn zu viele Chancen

Der Beginn im heimischen Sportbad Neckarpark verlief für die Esslinger Wasserballer nicht optimal: Der SCN ging nach einer Minute durch Artem Kamlov in Führung. Zwar erzielte SSVE-Kapitän Valentin Finkes kurz darauf den Ausgleich, aber die Esslinger agierten dennoch zu unstrukturiert, zu zerfahren und machten zu wenig aus ihren Überzahlsituationen. Bis zur Mitte des zweiten Spielabschnitts blieb es noch relativ ausgeglichen, dann zogen die Neustädter aber davon und führten durch das Tor von Matteo Ananias auf einmal mit 7:3.

Auch die Auszeit von SSVE-Coach Denneler trug keine Früchte, denn die Esslinger lagen zur Pause mit 5:8 zurück. „Unsere Abschlüsse waren zu überhastet und nicht gefährlich genug“, resümierte Denneler.

SSVE legt los „wie die Feuerwehr“

Nach der Pause kamen die Esslinger aber besser in die Partie: SSVE-Spieler Simon Rehm verkürzte auf 6:8, Ivo Dzaja erzielte 20 Sekunden später den 7:8-Anschlusstreffer – und Keresztes egalisierte wiederum eine Minute darauf das Ergebnis (8:8). „Die Jungs sind richtig engagiert ins dritte Viertel gestartet und haben losgelegt wie die Feuerwehr“, erzählte Denneler mit einem Lächeln. SCN-Coach Milo Sekulic, der in Esslingen wohnt, war freilich nicht erfreut darüber und er nahm eine Auszeit.

Die Zuschauer hofften nun, dass die Drangphase des SSVE anhalten würde – daraus würde aber nichts. Die Neustädter übernahmen wieder die Kontrolle und stellten noch im dritten Spielabschnitt den Drei-Tore-Abstand erneut her (12:9). Vor allem den ehemaligen SSVE-Wasserballer sowie Nationalspieler Timo van der Bosch bekamen die Esslinger nicht richtig in den Griff. Aber der SSVE kämpfte sich erneut zurück und kam bis zum Ende des dritten Spielabschnitts noch auf 12:13 heran.

Neu-SSVE-Keeper Yurii Bobrovskyi hielt die Esslinger dabei mit seinen Paraden im Spiel. „Bobrovskyi hat bei uns ein Zweitspielrecht und ist auch bei der SG Stadtwerke München aktiv. Er war ein starker Rückhalt“, sagte Denneler. Bobrovskyi gab ebenso wie Alec Abrahamian – spielte zuletzt für die Biola University in Kalifornien – sein Debüt mit der SSVE-Kappe auf dem Kopf.

Spannung bis zum Schluss

Im letzten Viertel blieb es spannend. Der SSVE drehte noch einmal auf und ging sieben Minuten vor Schluss zum ersten Mal in Führung (14:13). In einer umkämpften Schlussphase hatte der SCN aber das letzte Wort, nachdem die letzten SSVE-Angriffe nichts einbrachten. Am Ende jubelten die Neustädter, die durch den Treffer von Luis Rolko zum 16:15 die Partie für sich entschieden. „Positives ziehe ich aus unserem Auftritt aus dem dritten und vierten Spielabschnitt. Darauf lässt sich aufbauen“, sagte Denneler und richtete den Blick auf die kommende Partie: „Am Samstagabend sind wir beim SV Krefeld zu Gast, leicht wird das auch nicht. Bis dahin werden wir mit Geduld noch die nötigen Stellschrauben richten.“

SSV Esslingen: Hausmann, Bobrovskyi; Szöke (4), Friedrich (2), Finkes (1), Dzaja (2), Petikis (1), Robin Rehm (2), Simon Rehm (1), Keresztes (2), Papadopoulos, Nemeth, Abrahamian, Seifert. SC Neustadt/Weinstraße: Wolgin, Held; Matteo Ananias (3), van der Bosch (2), Kamlov (4), Pletikosic, Rolko (2), Tim Schwarzkopf, Pérez (1), Zezelj (1), Luis Ananias (2), Bahchevanov, Lukas Schwarzkopf (1), Hummel.

Schiedsrichter: Viktor Szücs / Daniel Waas.

Zuschauer: 100.

Beste Spieler: Friedrich, Szöke / van der Bosch, Kamlov.