Wasserfontänen gegen Hitzestau: Hamburger Feuerwehr sorgte beim 25. Halbmarathon Ende Juni bei 33 Grad Celsius am Kilometer 17,5 an der Außenalster mit einer Dusche für Abkühlung bei den Läufern. Foto:  

Die aktuelle Hitzewelle gibt einen Vorgeschmack darauf, was in den nächsten Tagen und Wochen blühen könnte. Dann könnte gleich mehrfach der Temperaturrekord in Deutschland geknackt werden. Umso wichtiger ist es, ausreichend zu trinken.

Offenbach/Stuttgart - Deutschland steht eine Hitzewelle bevor – und schon an diesem Mittwoch (24. Juli) wird diese in vielen Gebieten deutlich spürbar. Vor allem im Westen können laut Deutschem Wetterdienst (DWD) in Offenbach mancherorts 40 Grad erreicht werden.

Am Donnerstag (25. Juli) soll es dann sogar noch einmal heißer werden. Im Ruhrgebiet, Saarland und im Moseltal könnten Werte von bis zu 41 Grad erreicht werden. Dies könnte auch den Temperaturrekord aus dem Sommer 2015 brechen. Damals wurden im bayerischen Kitzingen 40,3 Grad gemessen.

Kein Leben ohne Wasser

Ohne Wasser kann der Mensch nicht existieren. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung rät, pro Tag eineinhalb bis zwei Liter zu trinken – an heißen Tagen und nach dem Sport entsprechend mehr. Wer zu wenig trinkt, kann schnell unter Schwindelgefühlen, Durchblutungsstörungen, Erbrechen und Muskelkrämpfen leiden.

Doch wie steht es eigentlich um den Wasserverbrauch in Deutschland? Trinken die Deutschen genug? Sind sie Wassersparer? Wie steht es um ihre Öko-Wasserbilanz?

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Wasser – unerschöpflich und doch knapp

Wasser gibt es in einigen Ländern in Hülle und Fülle. Dem jährlichen Wasserverbrauch in Deutschland von rund 32 Milliarden Kubikmetern steht ein potenzielles Angebot von 188 Milliarden Kubikmetern gegenüber. Aber: Nur 0,014 Prozent des gesamten Wassers auf der Erde ist sowohl Süßwasser als auch leicht zu erreichen.

Global sieht es allerdings ganz anders aus. Da besteht Wasserknappheit, weil das Süßwasser geografisch und saisonal sehr ungleich verteilt ist. Ein Drittel der Weltbevölkerung leidet unter Wassernot. Vor allem in Afrika und in weiten Teilen Asiens führt das Bevölkerungswachstum zu einem höheren Wasserverbrauch Infolgedessen sinken die Grundwasserspiegel, Flüsse trocken aus, das Vieh verhungert, die Ernten vertrocknen und die Menschen hungern und leiden Durst.

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Deutsche verbrauchen immer weniger Wasser

Vor 20 Jahren verbrauchte ­jeder Deutsche durchschnittlich 147 Liter am Tag, heute sind es 123 Liter. Noch mehr Wasser zu sparen wäre jedoch kontraproduktiv. Das Trinkwasser- und Abwassernetz in Deutschland stammt aus einer Zeit, in der man von einer Verdopplung des privaten Verbrauchs ausging. Da auch die Unternehmen ihren Bedarf reduziert haben, passen Infrastruktur und realer Verbrauch nicht mehr zusammen.

Das Trinkwasser fließt mancherorts so langsam durch die Rohre, dass sich Keime bilden können. Stehende Abwasser führen in den Rohren zu Korrosion und Fäulnis. Die Wasserwerke müssen deshalb regelmäßig große Mengen an Trinkwasser durch die Kanäle und Rohrleitungen spülen, um sie zu reinigen. Was zur Folge hat, dass ständiger Einsparungen die Wasserpreise auf hohem Niveau stagnieren oder sogar steigen.

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Wasserbilanz und Fußabdruck

Die Wasserbilanz der Deutschen ist viel höher als ihre durchschnittliche H2O-Tagesration von 123 Litern. Laut einer Studie der Umweltschutzorganisation WWF entsteht etwa die Hälfte des Bedarfs indirekt durch die Einfuhr von Lebensmitteln und Industriegütern – der sogenannte Wasser-Fußabdruck, den Deutschland in der Welt hinterlässt.

Jeder Deutsche verbraucht demnach im Schnitt täglich 5288 Liter – 25 volle Badewannen. Zum direkten Konsum kommt der virtuelle Wasserverbrauch hinzu. Dieser berücksichtigt nicht nur den Pro-Kopf-Verbrauch, sondern addiert die Wassermenge hinzu, die benötigt wird, um alle Waren herzustellen, die wir täglich benützen und konsumieren.

So stecken in einer Tasse Kaffee 140 Liter Wasser für Anbau, Bewässerung und Verarbeitung. Für die Produktion von einem Kilogramm Rindfleisch benötigt man 15 500 Liter. Dem WWF zufolge hat Deutschland einen jährlichen Wasser-Fußabdruck von 160 Milliarden Kubikmeter – das ist mehr als das dreifache Volumen des Bodensees.

Wasserreserven in Deutschland

Deutschlands Wasserressourcen betragen 188 Milliarden Kubikmetern, davon werden rund 13 Prozent pro Jahr entnommen. Regional gibt es aber zum Teil deutliche Unterschiede. So machen sich die Wasserversorger vor allem in Gegenden mit sandigen Böden wie in Nord- und Ostdeutschland Sorgen um Trinkwasserreserven.

So wurden die Bewohner der Gemeinden Löhne, Bad Oeynhausen und Rahden in Ostwestfalen (NRW) Ende Juni von den Behörden aufgefordert, auf das Befüllen ihrer Pools und dem Sprengen ihrer Gärten mit Trinkwasser zu verzichten. In Lohne bei Vechta (Niedersachsen) saßen Bewohner stundenweise auf dem Trockenen.

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