Ein Waschbär mit charakteristischer Gesichtsmaske. Foto: Shutterstock/Edwin Butter

Ursprünglich aus Nordamerika stammend, hat sich der Waschbär längst auch in deutschen Städten etabliert. In Stuttgart ist das anpassungsfähige Wildtier inzwischen ein fester Bestandteil der urbanen Tierwelt.

Der Waschbär stammt ursprünglich aus Nordamerika. In Deutschland tauchte er erstmals in den 1930er Jahren auf, als Waschbären aus Pelzfarmen freigelassen wurden. So vermehrte sich der Waschbär dann früher oder später auch in Stuttgart. Mittlerweile ist der Waschbär hier gut vertreten.

Typisches Aussehen eines Waschbärs

Unverkennbar ist der Waschbär durch seine schwarze Gesichtsmaske, die sich deutlich vom helleren Fell abhebt. Das Fell des Waschbären ist grau- bis braunfarben und wirkt dicht und struppig. Besonders auffällig ist der buschige, geringelte Schwanz. Ausgewachsene Waschbären sind etwa 40 bis 70 Zentimeter lang – hinzu kommt ein rund 20 bis 30 Zentimeter langer Schwanz. Auf die Waage bringen die Raubtiere zwischen fünf und neun Kilogramm, abhängig von der Jahreszeit und dem Nahrungsangebot. Besonders charakteristisch für den Waschbär sind seine sehr beweglichen Vorderpfoten, die schon fast kleinen Händen ähneln. Mit ihnen können die Waschbären greifen, tasten, komplexe Handlungen ausführen und natürlich ihre Nahrung waschen.

Lebensweise und Nahrung

Waschbären sind überwiegend nachtaktiv und halten sich tagsüber in Baumhöhlen, Dachböden oder anderen geschützten Verstecken auf. Als Allesfresser nutzen sie ein breites Nahrungsspektrum. Dazu gehören Früchte, Nüsse, Insekten, Würmer, Kleintiere sowie Eier. In Städten spielen auch Essensreste und Abfälle eine Rolle, die leicht zugänglich sind.

Sind Waschbären gefährlich?

Waschbären sind für den Menschen meist nicht direkt gefährlich, können allerdings aggressiv werden und so bei Bissen Krankheiten oder Parasiten wie Spulwürmer übertragen. Bei Kämpfen mit Haustieren sind die Waschbären häufig körperlich überlegen oder greifen in Gruppen an, was zu schweren Verletzungen oder sogar zum Tod der Haustiere führen kann. Auch durch die Waschbären verrichtete Sachschäden an Hausdächern oder Mülltonnen können teuer werden.

Wie verhält man sich, wenn man auf einen Waschbär trifft?

Grundsätzlich gilt: Waschbären sind Raubtiere – egal wie süß sie aussehen. Man sollte sich Waschbären also niemals nähern, versuchen sie zu streicheln oder sie füttern. Im besten Fall sollte man dem Waschbär langsam und in einem großen Bogen aus dem Weg gehen.

Waschbären in Stuttgart

In Stuttgart finden Waschbären günstige Lebensbedingungen. Die zahlreichen Grünanlagen, Wälder, Weinberge und Gewässer bieten Nahrung und Rückzugsorte. Besonders entlang des Neckars, im Schlossgarten, im Rosensteinpark sowie in stadtnahen Waldgebieten werden regelmäßig Waschbären beobachtet. Auch Kleingartenanlagen und ruhige Wohnviertel mit alten Bäumen und ungestörten Dachräumen zählen zu typischen Aufenthaltsorten für die kleinen Raubtiere. Da der Waschbär bei uns nicht heimisch ist und keine natürlichen Feinde hat, kann er sich hier auch ohne menschliches Intervenieren problemlos weiterverbreiten. 

Waschbären sehen zwar niedlich aus, sollten aber lieber aus der Ferne bewundert werden. Wer Probleme mit Waschbären im Haus und Garten hat, kann sich beim örtlichen Stadtjäger Hilfe holen. Wer einen verletzten Waschbär findet, kann sich an eine der vielen Wildtierstationen in der Umgebung wenden.