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Für die einen sind Walnüsse ein kalorienreicher Snack, für andere sind sie wahre Fitmacher. Was Studien sagen.

Stuttgart - Jeden Tag Bananenbrot? Wie langweilig! Doch die 64 Studenten an der Andrews University in Berrien Springs im US-Bundesstaat Michgan wurden dafür bezahlt, täglich drei Scheiben davon zu essen. Kleiner Unterschied: In dem Brot der einen Gruppenhälfte wurde zusätzlich eine halbe Tasse zerkleinerter Walnüsse verarbeitet. Nach acht Wochen und sechswöchiger Pause wurden die Gruppen getauscht: Die ursprünglichen reinen Bananenbrotesser verzehrten jetzt das Nuss-Produkt, und umgekehrt. Dabei zeigte sich: Wer gerade die Nuss-Phase hinter sich hatte, war besser im kritischen und schlussfolgernden Denken.

Die Fitmacher heißen Polyphenole

Die ohnehin wie ein Mini-Modell des Gehirns aussehende Walnuss schärft also den Verstand. Denn sie enthält ein Konzentrat an bioaktiven Stoffen, die sich auf ihrem Weg durch den Körper nicht irgendwo verlieren, sondern es auch bis ins Gehirn schaffen. Wie etwa Kupfer, Vitamin E, das Schlafhormon Melatonin und Alpha-Linolensäure, die den Rohstoff für die Synthese mehrfach ungesättigter Fettsäuren bildet, die das Gehirn für rasche und fehlerfreie Signalwege benötigt. Jüngste Studien heben nun aber Inhaltsstoffe hervor, die man sonst eher mit Schokolade, Rotwein und grünem Tee verbindet: Polyphenole. Sie gelten als Radikalfänger und schützen den Körper vor dem oxidativen Stress. Die Walnuss enthält bis zu 15 bis 25 Milligramm Polyphenole auf einem Gramm. Das ist mehr als in Rotwein und Apfelsaft.

Nüsse können auch das Fortschreiten von Demenz abbremsen

Zudem trauen Wissenschaftler der Walnuss auch zu, den Verlauf von degenerativen Hirnerkrankungen wie Demenz und Parkinson abbremsen zu können. Untermauert wird das bislang zwar nur durch Experimente an Mäusen. Doch vor zwei Jahren endete eine zweijährige Studie der Loma Linda University in Los Angeles , in der man 708 Menschen entweder mit rund 50 Gramm Walnüssen pro Tag oder aber nussfrei ernährte. Noch sind nicht alle Daten ausgewertet, aber die Studienleiter rechnen mit einer Bestätigung dafür, „dass ein regelmäßiger Walnussverzehr den Ausbruch von altersbedingten Hirnleistungsstörungen nach hinten verschieben kann“.

Walnuss-Diäten? Sind durchaus empfehlenswert

Was man aber sicher weiß: Die Walnuss fördert kein Übergewicht – trotz ihres hohen Kaloriengehalts. Denn sie macht nachhaltig satt. Selbst Leckereien aus viel Fett und Zucker wie zum Beispiel Milchschokolade, verlieren ihren Reiz. Was bedeuten könnte, dass man per Walnuss-Diät eher ab- als zunimmt.

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