Warum Andy Bausch im Kinofilm „Alte Jungs“ von Rentnern erzählt „Was Schöneres als Opa-Rollen bieten“

Von Wolfram Hannemann 

Der Filmregisseur Andy Bausch will älteren Schauspielern Chancen geben. Foto: CC/Eege
Der Filmregisseur Andy Bausch will älteren Schauspielern Chancen geben. Foto: CC/Eege

In seiner dramatischen Komödie „Alte Jungs“, die am 4. Januar im Kino startet, erzählt der Luxemburger Filmemacher Andy Bausch (58) von den rebellierenden Bewohnern eines Altenheims. Wir haben nachgefragt, ob ihn selbst Ängste vor dem Älterwerden plagen.

Stuttgart - Als ulkige Käuze in Nebenrollen sind ulkige Alte im Kino durchaus gefragt. oder als fürsorgliche Omis und Opis, die sich im Hintergrund um ihre Enkelchen kümmern. Dem Luxemburger Filmemacher Andy Bausch (58) ist das nicht genug. „Alte Jungs“ sollte bessere Charaktere bieten.

Herr Bausch, warum gerade dieses Thema?
Wir haben in Luxemburg nicht viele Schauspieler. Seit ich Filme mache, habe ich praktisch mit allen gearbeitet. Jetzt wollte ich ein paar alten Schauspielern noch einmal eine richtig schöne Rolle geben. Das war die weitaus höhere Motivation als irgendein sozialkritischer Aspekt. Denn hat man erst einmal die 60 überschritten, gibt es nur noch die Opa-Rolle mit höchstens zwei Drehtagen. Also habe ich etwas geschrieben, bei dem diese tollen alten Schauspieler noch mal so richtig loslegen können.
Haben Sie Angst vor dem Älterwerden?
Höchstens in finanzieller Hinsicht. Als Filmemacher weiß man nie, ob die eigenen Ideen tatsächlich finanziert werden. Man steht finanziell unter Druck. Vor allem, wenn man vier Kinder hat – so wie ich! Ansonsten ist man beim Film fast nur mit jungen Leuten unterwegs. Mein Koautor, der Produzent, der Kameramann und ich sind da die einzigen „Oldies“. Da macht man sich keine Gedanken über das Altwerden.
Enthält Ihr Film persönliche Erfahrungen?
Ich kann nicht anders als mein Umfeld einwirken zu lassen. Früher habe ich Auftragsarbeiten fürs Fernsehen gemacht. Als ich merkte, dass diese Themen gar nichts mit mir zu tun hatten, habe ich damit aufgehört und nur noch meine luxemburgischen Projekte realisiert, die wesentlich persönlicher sind. Als ich mit „Alte Jungs“ anfing, habe ich ständig die Ohren gespitzt und Ideen aus meinem Umfeld gesammelt.

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