Offenbar ist unklar, wie weitreichend die US-Importzölle auf Stahl und Aluminium gelten. Foto: dpa

Laut Handelskommissarin Cecilia Malmström ist unklar, ob die US-Strafzölle von Donald Trump auch auf Stahl und Aluminium aus der EU erhoben werden. Zehntausende Arbeitsplätze seien in Gefahr.

Brüssel - Der Europäischen Union ist laut Handelskommissarin Cecilia Malmström nicht klar, ob die neuen US-Importzölle auch auf Stahl und Aluminium aus der EU erhoben werden. Die EU wolle von Washington wissen, ob sie ausgenommen sein werde, sagte Malmström am Freitag. „Wir hoffen, uns wird bestätigt, dass die EU davon ausgenommen ist.“ Der europäische Stahlverband Eurofer warnte, dass Zehntausende Arbeitsplätze in Gefahr seien.

Malmstöm wies Trumps Argumentation, dass die Zölle zum Schutz der nationalen Sicherheit der USA erforderlich seien, zurück und wies darauf hin, dass die meisten EU-Staaten Nato-Mitglieder seien. „Wir sind Freunde. Wir sind Verbündete. Wir arbeiten zusammen. Es ist nicht möglich, dass wir eine Bedrohung für die nationale Sicherheit in den USA sind, daher zählen wir darauf, dass wir ausgenommen werden.“

„Könnte Zehntausende Arbeitsplätze kosten“

Wenn die Angelegenheit nicht bilateral oder mithilfe der Welthandelsorganisation gelöst werden könne, werde die EU aber ihre Wirtschaft mit Ausgleichsmaßnahmen schützen müssen, warnte Malmström. Die EU hat gedroht, zur Vergeltung Zölle auf Stahl, Landwirtschafts- oder andere Produkte aus den USA zu erheben, beispielsweise Erdnussbutter, Moosbeeren oder Orangensaft. „Alles, was man zum Frühstück hat“, sagte Malmström.

Eurofer befürchtet, dass die EU bei Zöllen weniger Stahl in die USA verkauft und andere Länder mehr Stahl in Europa verkaufen. Verbandschef Axel Egger sagte: „Der Wegfall von Exporten in die USA, zusammen mit einem erwarteten massiven Importanstieg in der EU, könnte in der EU-Stahlindustrie und verwandten Branchen Zehntausende Arbeitsplätze kosten.“ Die EU hat im vergangenen Jahr etwa 5,5 Millionen Tonnen Stahl in die USA exportiert.

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