Mit diesen Anzeigen will Ungarn Flüchtlinge abhalten, illegal ins Land zu kommen. Foto: AP

Ungarn hat die Strafen für illegalen Grenzübertritt drastisch erhöht. Mit ganzseitigen Anzeigen in libanesischen und jordanischen Zeitungen warnt das EU-Land Flüchtlinge jetzt davor, es dennoch zu versuchen.

Budapest - Auf ganzseitigen Anzeigen in führenden Tageszeitungen des Libanons und Jordaniens hat Ungarn vor einem illegalen Betreten seines Landes gewarnt. Es sei ein Verbrechen, das mit Gefängnis bestraft werden könne, hieß es in den am Montag in den Zeitungen „An-Nahar und „Al-Rai“ veröffentlichten Annoncen. Gegen Menschen, die illegal nach Ungarn zu gelangen versuchten, werde streng vorgegangen. „Hört nicht auf Schleuser. Ungarn wird illegalen Einwanderern nicht erlauben, sein Gebiet zu durchqueren“, heißt es unter anderem.

Libanon hat fast 1,2 Millionen Flüchtlinge aus Syrien aufgenommen, Jordanien rund 630.000. Viele von ihnen wollen angesichts geringer werdender Hilfsleistungen und mangelnder Arbeitsmöglichkeiten nach Europa auswandern.

Grenze zu Serbien dicht gemacht

Ungarn hatte seine Grenze zu Serbien am 15. September geschlossen und eine andere Barriere an der Grenze zu Kroatien errichtet, um den Flüchtlingsstrom zu begrenzen. Allerdings kamen weitere Flüchtlinge.

Anfang des Monats hatte das dänische Einwanderungsministerium im Libanon Anzeigen geschaltet, um Flüchtlinge abzuhalten, ins Land zu kommen. Das skandinavische Land habe vor kurzem seine Sozialleistungen an Migranten um 50 Prozent gekürzt, hieß es. Zudem würden Flüchtlinge, deren Anträge abgelehnt würden, unverzüglich abgeschoben.

Der syrische Bürgerkrieg dauert bereits mehr als vier Jahre. Mehr als 250.000 Menschen starben, mehr als vier Millionen Menschen flüchteten.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: