Das Klinikum Schloß Winnenden soll am Montag bestreikt werden. Foto: Gottfried Stoppel

Beschäftigte des ZfP Winnenden legen am Montag erneut die Arbeit nieder. Hintergrund sind festgefahrene Tarifverhandlungen der Länder – Patienten müssen mit Verzögerungen rechnen.

Schon wieder stehen Teile des öffentlichen Dienstes still. Am kommenden Montag, 9. Februar, sind auch Beschäftigte des Zentrums für Psychiatrie in Winnenden aufgerufen, die Arbeit niederzulegen – mitten im laufenden Betrieb einer psychiatrischen Versorgung, die ohnehin seit Jahren unter Druck steht.

 

Wie die Klinikleitung des ZfP Klinikum Schloß Winnenden mitteilt, folgt der Warnstreik einem erneuten Aufruf der Gewerkschaft Verdi. Hintergrund sind die weiterhin stockenden Tarifverhandlungen der Länder. Auch nach zwei Gesprächsrunden liegt kein Angebot der Arbeitgeberseite vor, das für die Gewerkschaften verhandlungsfähig wäre.

Verdi fordert 7 Prozent mehr Lohn und unbefristete Übernahmen

Konkret fordern Verdi und weitere Gewerkschaften sieben Prozent mehr Lohn, mindestens jedoch 300 Euro monatlich. Auszubildende, Studierende und Praktikanten sollen 200 Euro mehr erhalten, zudem verlangt Verdi eine unbefristete Übernahme nach erfolgreichem Abschluss. Die Forderungen richten sich an die Tarifgemeinschaft deutscher Länder.

In Baden-Württemberg betrifft die Tarifrunde rund 110.000 Tarifbeschäftigte – von Schulen über Hochschulen bis zu Kliniken. Das Ergebnis hätte zudem Signalwirkung für etwa 194.000 Beamte im Land. Nach ergebnislosen Runden im Dezember und Januar erhöhen die Gewerkschaften nun den Druck vor der nächsten Verhandlungsphase Mitte Februar.

Landesweite Streikwelle: Proteste von Freiburg bis Mannheim

Der Ausstand in Winnenden ist Teil einer landesweiten Streikwelle. In diesen Tagen wird in zahlreichen Städten demonstriert, von Freiburg bis Heilbronn, von Karlsruhe bis Mannheim. Auch Hochschulen und Schulen sind betroffen.

Im ZfP Winnenden soll die Versorgung der Patienten trotz allem gesichert bleiben. Eine Notdienstvereinbarung stelle die medizinische Betreuung sicher, heißt es aus der Klinik. Dennoch könne es in einzelnen Bereichen zu Einschränkungen oder Verzögerungen kommen.