Die Bahnen bleiben im Depot – Fahrgäste mussten sich am Dienstag andere Wege suchen. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Fahrgäste der Stuttgarter Stuttgarter Straßenbahnen mussten am Dienstag wegen eines Warnstreiks neue Wege suchen. Wie sah es mit dem Auto aus?

Stuttgart - Wenn die Autofahrt in der Heilbronner Straße vom Pragsattel zum Hauptbahnhof 17 Minuten länger dauert und auf dem Gleis in der Straßenmitte keine einzige Stadtbahn fährt – dann ist offenbar Streikzeit. Wer angesichts des Warnstreiks bei den Stuttgarter Straßenbahnen (SSB) und bei der Esslinger Verkehrsgesellschaft weder auf Fahrrad noch in eine volle S-Bahn umsteigen konnte, der hat im am Dienstagmorgen mit dem Auto reichlich Geduld mitbringen müssen. „Fast überall in der Stadt staut sich der Verkehr“, sagt Polizeisprecherin Ilona Bonn über die Lage der morgendlichen Berufspendler.

Die Heilbronner Straße (B 27) im Stuttgarter Norden zählt dabei zu den Schwerpunkten. „Das lag aber, wie auch in der Friedrichstraße, an einer Baustelle“, sagt Ralf Thomas, Leiter der Integrierten Verkehrsleitzentrale. Erheblich belastet auch die alte B 14 zwischen Fellbach und dem Cannstatter Wilhelmsplatz: Unglücklicherweise musste der Kappelbergtunnel wegen eines Unfalls gesperrt werden – und der Ausweichverkehr musste sich über die Nürnberger und Waiblinger Straße Richtung Stadt quälen.

Verkehrsbehinderungen beginnen noch früher

Wenn im öffentlichen Nahverkehr ein Warnstreik oder gar ein Streik angesagt ist, kommt es am Morgen erheblich früher zu Staus auf den Straßen als im normalen Berufsverkehr. „Allerdings war festzustellen, dass die Staulängen im Vergleich zu vorherigen Streiks deutlich geringer waren“, sagt der städtische Verkehrsexperte Thomas. Die Blechkolonnen hätten sich auch schneller wieder abgebaut. „Dies könnte eine Wirkung von Homeoffice angesichts der Corona-Pandemie sein“, sagt Ralf Thomas.

Bereits gegen 8.30 Uhr sei der Höhepunkt überschritten gewesen, gegen 10 Uhr seien alle streikbedingten Staus wieder verschwunden. Einzig die Baustellen und der Kappelbergtunnel bildeten die Ausnahme.

Das sind die Problemstrecken

Als problematische Strecken im morgendlichen Berufsverkehr erweisen sich nach Erkenntnissen der Verkehrsleitzentrale auch die Uferstraße (B 10) im Osten zwischen Gaisburger Brücke und Wilhelma, die B 27 im Süden zwischen Autobahn und Degerlocher Albplatz, die Mercedesstraße in Bad Cannstatt zwischen Benzstraße und König-Karls-Brücke, die Talstraße im Osten zwischen Gaisburger Brücke und Wagenburgtunnel und die Leonberger Straße (B 14) im Süden zwischen Schattenring und Heslacher Tunnel.

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