Warenhaus-Fusion Auf dem Rücken der Beschäftigten

Von Thomas Thieme 

Kaufhof und Karstadt sind bisher wie hier in Trier noch Konkurrenten. Das könnte sich bald ändern. Doch eine Fusion bedeutet auch die Schließung von Häusern und Stellenabbau. Foto: dpa
Kaufhof und Karstadt sind bisher wie hier in Trier noch Konkurrenten. Das könnte sich bald ändern. Doch eine Fusion bedeutet auch die Schließung von Häusern und Stellenabbau. Foto: dpa

Die Fusion von Karstadt und Kaufhof ist absehbar – die Folgen für die Mitarbeiter sind es noch nicht. Das schürt Sorgen in der Belegschaft. Der Eigentümer, der vor allem die Immobilien im Sinn hat, sollte die Beschäftigten nicht vergessen, meint Wirtschaftsredakteur Thomas Thieme.

Stuttgart - Noch ist der Deal nicht in trockenen Tüchern. Es spricht aber immer mehr dafür, dass die Fusion der beiden Traditionsunternehmen Karstadt und Kaufhof unmittelbar bevorsteht.

Seitdem der österreichische Karstadt-Eigentümer Signa mit dem kanadischen Kaufhof-Eigentümer Hudson’s Bay Company (HBC) über den Verkauf der Mehrheit an dem Kölner Warenhauskonzern verhandelt, dringt nur nach außen, was Signa nach außen dringen lässt. Offiziell heißt es: „Kein Kommentar“. Das eröffnet Raum für Spekulationen.

Die Aussichten für die Belegschaft sind mit der aktuellen Nachricht vom „drohenden Kahlschlag“ bei Kaufhof nicht besser geworden. Bisher waren Gewerkschaften und Arbeitnehmervertreter davon ausgegangen, dass im Falle einer Übernahme nur eine einstellige Zahl von Häusern auf der Kippe steht. Sollte nun tatsächlich fast jede vierte Stelle bei Kaufhof wegfallen, würde das allerdings die Schließung dutzender Filialen bedeuten.

Frühere Warenhausriesen sind schon stark geschrumpft

Ein Zusammenschluss von Karstadt und Kaufhof ist mittlerweile unausweichlich – die Alternative ist mittelfristig das Aus für den Schwächeren der beiden Handelskonzerne. Die einstigen Warenhausriesensind bereits deutlich geschrumpft. Ein Grund ist die Konkurrenz durch die schnelleren Bekleidungsketten, die billigeren Verbrauchermärkte und den rund um die Uhr verfügbaren Onlinehandel. Ein anderer ist das eigene Missmanagement. Die Beschäftigten zahlen dafür zum wiederholten Mal die Rechnung.

Was die Fusion für die Mitarbeiter bedeutet, lässt sich bislang nur erahnen – Stellenstreichungen in jedem Fall. Der Eigentümer, der zuerst die Gebäude und Grundstücke im Blick hat, sollte eins nicht vergessen: Wenn er neben der Immobilienvermarktung ein erfolgreiches stationäres Handelsgeschäft erhalten will, braucht er dafür qualifiziertes Personal.

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