Glühwein, Lichterglanz und festliche Stimmung: Die Zeit der Weihnachtsmärkte ist da. Während andernorts reduziert wird, punktet der Landkreis mit einem opulenten Programm.
Glühweinduft hängt in der Luft, große Kinderaugen bestaunen einen riesigen, geschmückten Weihnachtsbaum und von Ferne erklingen leise Weihnachtslieder: die Weihnachtszeit naht – und mit ihr die Saison der Weihnachtsmärkte.
Doch nicht in ganz Deutschland können sich die Fans des gepflegten Glühweintrinkens auf ihre angestammten Hütten freuen. So wurden in diesem Jahr einige Weihnachtsmärkte – darunter beispielsweise der Markt in Overrath in Nordrhein-Westfalen – abgesagt. Mal führen die Veranstalter Kostengründe an, mal geht es um die Sicherheit der Besucher, wie etwa in Magdeburg.
Im Kreis Böblingen allerdings sollen die Märkte wie geplant stattfinden, mancherorts wurde das Programm im Vergleich zum Vorjahr sogar aufgestockt. In Schönaich beispielsweise werden die weihnachtlichen Festivitäten in diesem Jahr auf zwei Tage ausgedehnt. Der Grund ist das 750-Jahr-Jubiläum, das in diesem Jahr gefeiert wurde und dessen krönenden Abschluss der Weihnachtsmarkt bilden soll, heißt es aus dem Rathaus. Am zweiten Adventswochenende, 6. und 7. Dezember, erwarten die Besucher im Bereich der Großen Gasse zwischen Rosenstraße und Wettgasse Leckeres, Künstlerisches und Festliches.
Adventsdörfle an drei Wochenenden
Auch die Stadt Leonberg fährt in diesem Jahr wieder die großen Lamettakanonen auf. Während das Adventsdörfle im vergangenen Jahr nur an einem Wochenende Besucher mit Glühweinduft und Lichterglanz auf den Marktplatz lockte, kehrt man 2025 wieder zu dem alten, opulenteren Prozedere zurück: An den ersten drei Adventswochenenden öffnet das Dörfle seine Pforten. „Das Interesse der mitgestaltenden Vereine, Schulen und sonstigen Organisationen war groß, sodass wir wieder zur „Ursprungsform“ zurückgekehrt sind“, erklärt Pressesprecherin Leila Fendrich den Grund dafür. „Für das vierte Adventswochenende haben sich nicht viele Vereine gemeldet, sodass wir alle Teilnehmenden auf die ersten drei Wochenenden verteilen konnten.“ Neben Speis und Trank gibt es freitags und samstags erstmals auch die Möglichkeit, Geschenke einzukaufen, denn Marktbeschicker aus der Region werden in neu hinzugefügten Pavillons ihr Kunsthandwerk feilbieten.
Weihnachtskino in Breitenstein
Ein besonderes Programm hat man auch in Breitenstein auf die Beine gestellt. Am Samstag, 13. Dezember, findet zur Einstimmung auf das Marktreiben am Folgetag ein Open Air-Adventskino auf dem Rathausplatz statt – und zwar inmitten der festlich geschmückten Marktstände. Gezeigt wird der Film „Elise und das vergessene Weihnachtsfest“. Beginn ist um 18 Uhr. Am Sonntag, 14. Dezember, öffnet dann das Weihnachtsmärktle von 11 bis 19 Uhr seine Pforten. Höhepunkt für Kinder ist wohl der Besuch des Weihnachtsmannes um 16.30 Uhr.
Böblinger Fans des festlichen Treibens können sich vom 26. bis 30. November, jeweils von 12 bis 22 Uhr und sonntags von 12 bis 20.30 Uhr, wieder auf dem Marktplatz treffen. Um großem Gedränge wie in 2023 vorzubeugen, hatte die Stadt Böblingen im Jahr 2024 auf einen entzerrten Aufbau der Hütten geachtet. Mit Erfolg, sagt Stadtsprecher Gianluca Biela. „Die Situation war in 2024 besser – wir waren zufrieden, weshalb wir wieder so verfahren.“ Ganz nach dem traditionellen Märchenmotto erwartet die Besucher in Böblingen nicht nur Deko, die Hänsel und Gretel, Rotkäppchen oder Schneewittchen lebendig werden lässt, sondern auch ein märchenhaftes Programm mit Auftritten von Kindergärten und Vereinen. Außerdem können sich Selfie-Fans beim Betten ausschütteln mit Frau Holle fotografieren. In einer brandneuen Hütte werden außerdem handwerkliche Tätigkeiten, die in Märchen vorkommen, präsentiert.
Kostenlos Parken in Böblingen
Ein Tipp für Sparfüchse: An den vier Samstagen im Advent ist das Parken zwischen 9 Uhr und 21 Uhr in den Parkhäusern der Stadtwerke Böblingen kostenlos. „Wir halten an diesem Service gerne fest“, erklärt Birte Engel, Pressesprecherin der Stadtwerke. Dies gelte in den Parkhäusern Im Höfle, Kongresshalle, Schlossberg und Marktplatz sowie Postplatz. Beim Einfahren werde ein Ticket gezogen, das beim Ausfahren an der Schranke wieder eingesteckt werde – eine Bezahlung oder Entwertung am Kassenautomaten sei jedoch nicht erforderlich.
Aber es gibt sie doch, die Gemeinde ohne eigenen Weihnachtsmarkt: Altdorf. Der Grund dahinter ist allerdings so simpel wie profan. Wie die Gemeinde mitteilt, findet der dortige Weihnachtsmarkt regulär nur alle zwei Jahre statt – und in diesem Jahr eben leider nicht. Bei der schier unendlichen Auswahl an Weihnachtsmärkten im Kreis dürfte es den Altdorfern aber nicht besonders schwer fallen, eine Alternative zu finden.