So wie hier auf dem Parkplatz vor dem Krempoli hat die AWS in den vergangenen Wochen an verschiedenen Stellen auf den Wangener Berg Container aufgestellt. Foto: Schmidt

Bei einer gemeinsamen Aktion haben die Bewohner des Bezirks ihre Gärten ausgemistet.

Wangen - Dass sich in den Gärten auf der Wangener Höhe im Laufe der Jahre eine Menge Müll angesammelt hat, war allen klar. Dass es aber mehr als 45 Tonnen Abfall sind, ist dann doch eine Überraschung. Bei einer gemeinsamen Sperrmüllaktion haben die Bewohner des Stadtbezirks in den vergangenen Wochen ihre auf dem Berg gelegenen Gartengrundstücke ausgemistet. Die Idee hierfür hatte der Bürger Paul Woog. Umgesetzt wurde sie vom Bezirksamt und der Abfallwirtschaft Stuttgart (AWS). Letztere hat vom 19. bis zum 26. Juni auf Parkplätzen, vor dem Aktivspielplatz Krempoli, vor dem Wangener Waldheim und auf der Waldebene Ost Container für Sperrmüll, Bauschutt und andere Abfälle aufgestellt.

Das Fazit am Ende der Aktion fällt ist für die AWS und das des Bezirksamtes positiv. „Die Aktion kann als gelungen bezeichnet werden“, erklärt die AWS-Sprecherin Annette Hasselwander. Bezirksvorsteherin Beate Dietrich glaubt: „Viele wären ihr Zeug anders nie losgeworden.“ Sie wisse natürlich nicht, wie viele Gartenbesitzer sich tatsächlich an der Entrümpelung beteiligt hätten. Das sehe man erst im Winter, wenn die kahlen Bäume den Blick auf die vermüllten Gartengrundstücke wieder freigeben. Insgesamt seien die Reaktionen auf die Sperrmüllaktion aber positiv gewesen, sagt Beate Dietrich.

Besonders beeindruckt habe sie das soziale Engagement: An einem Tag hätten freiwillige Helfer vom Jugendhaus und vom Aktivspielplatz Krempoli den älteren Gartenbesitzern beim Ausmisten ihrer Grundstücke geholfen, erzählt die Bezirksvorsteherin. Da es eine vergleichbare Aktion in Stuttgart bislang nicht gegeben habe, sei natürlich vieles noch provisorisch abgelaufen. So wären beispielsweise Halteverbotsschilder an den Stellen sinnvoll gewesen, an denen die AWS ihre Container aufgestellt habe. Allzu oft hätten parkende Autos die Mitarbeiter der Abfallwirtschaft bei ihrer Arbeit behindert.

„Die Kosten belaufen sich auf rund 8000 Euro“

Auch beim Thema Mülltrennung sieht die Wangener Rathauschefin noch Optimierungsbedarf. Ob aus Ahnungslosigkeit oder mit Absicht, viele Sachen seien im falschen Container gelandet. Das beklagt auch die AWS. „Die Container für Sperrmüll waren mit Baumisch- und Sonderabfällen wie Eternit und Asbest durchmischt und mussten noch sortiert werden“, teilt der städtische Eigenbetrieb schriftlich mit. „Jemand müsste vor Ort sein und den Leuten sagen, was wo reinkommt“, schlägt die Bezirksvorsteherin vor.

Aber Beate Dietrich weiß auch, dass ein solcher zusätzlicher Service die Aktion deutlich teurer gemacht hätte. Was die Sperrmüllaktion tatsächlich gekostet hat, weiß Annette Hasselwander von der AWS: „Die Kosten belaufen sich auf rund 8000 Euro.“ Bezirksvorsteherin Dietrich betont, dass die Abfallwirtschaft diese Arbeit keinesfalls nebenher erledigen könne. Wenn eine regelmäßige Entrümpelung der Gartengrundstücke – möglicherweise auch an anderen Stellen in der Stadt – politisch gewünscht sei, müsse der Gemeinderat das entsprechende Geld bewilligen.

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