Das warme Herbstwetter ist ideal für eine Wandertour im Schönbuch. Foto: Tourismusbüro

Die rund elf Kilometer lange Tour führt von Holzgerlingen aus in den Schönbuch. Unterwegs kommt man durch Streuobstwiesen, Wald und sieht ein besonderes Naturdenkmal.

Holzgerlingen - Diese Wandertour verläuft zwischen Holzgerlingen und dem Schönbuch, erst durch Streuobstwiesen, danach ein Stück durch den Schönbuchwald. Bei dem Stück, das durch den Wald führt, kommt man auch an der mächtigen Gabeleiche vorbei, einem der interessantesten Bäume des Naturparks.

Anfahrt

Anfahrt: S-Bahn bis Böblingen, Schönbuchbahn bis zum Bahnhof Holzgerlingen.

Hier geht’s lang

1 Wir gehen vom Bahnhof in der Bahnhofstraße nach Süden und biegen an der nächsten Querstraße rechts ab. Nach der Ampel wandern wir auf dem Weg rechts der Straße nach Altdorf und durch den Ort hindurch bis zum Friedhof. Gleich nach ihm biegen wir links ab in Richtung Rathaus in die Obere Straße.

2 Vor dem Rathaus und der Kirche zieht die Straße nach rechts, danach halten wir uns links in die Schaichhofstraße. Nun gehen wir an der Kirche vorbei und biegen nach ihr rechts ab in die Milchstraße. An der querenden Laienstraße orientieren wir uns links und verlassen Altdorf. Wir wandern an den Sportplätzen vorbei und kommen in den Wald. An einem querenden Weg biegen wir rechts ab und machen einen Abstecher zum Eselstritt und zur Gabeleiche.

3 Die natürlichen Bodenvertiefungen im Liassandstein beim Eselstritt haben eine gewisse Ähnlichkeit mit Abdrücken von Eselstritten. Der Volkssage nach soll hier Jesus auf einem Esel geritten sein. Um die Stelle genau zu bezeichnen, hat 1840 der Bebenhausener Oberförster Vogelmann eine Sandsteinplatte mit einer eingemeißelten Eselsfährte setzen lassen. Daneben befindet sich die Eselstrittlinde. Der Eselstritt ist bereits auf der Gadnerkarte „Tibinger Vorst Scham­buech“ von 1592 als Besonderheit eingezeichnet. Die in der Nähe stehende Gabeleiche ist eine über 380 Jahre alte Traubeneiche; der Stammumfang beträgt ungefähr 4,50 Meter. Sie ist rund 27 Meter hoch und hat einen Kronenumfang von etwa 21 Metern. In circa vier Meter Höhe gabelt sich der Stamm in zwei Teile. Hier führte auch die Via Rheni, die historische Rheinstraße, vorbei. Danach drehen wir um und wandern auf dem Eselstrittweg wieder zurück und weiter bis zum querenden Weinweg. 4 Er bringt uns nach links zum Schaichhof.

5 Dieser alte Gutshof gehörte im 15. Jahrhundert der Hildrizhausener Frühmesse, 1552 wurde das Anwesen noch Schaiachhof genannt. Es konnte besondere Gerechtigkeiten vergeben. Als Gegenleistungen musste es bei herrschaftlichen Jagden als Stützpunkt und Hundelege dienen. Das Gutshaus ist von 1771, zusammen mit den Wirtschaftsgebäuden aus dem 19. Jahrhundert bildet es eine ausgedehnte Vierflügelanlage. Das 110 Hektar große, 1824 von der königlichen Hofdomänenkammer (heute Württembergische Hofkammer) erworbene Gut wurde vor einigen Jahren in einen Golfplatz umgewandelt. Lange Zeit war der Schaichhof ein Mustergut – im vorletzten Jahrhundert bekannt für Obstzucht (1840 gab es 1000 Kern- und 400 Steinobstbäume) und Rindviehzucht, außerdem war er Arbeitsplatz für viele Menschen aus den umliegenden Gemeinden. Nach der Anlage gehen wir zur B 464 und biegen auf ihrer anderen Seite links ab. Nun wandern wir kurz parallel zur Bundesstraße, der Gehweg zieht aber bald rechts von der Straße weg. Nach einem Reiterhof kommen wir nach Holzgerlingen. Dort überqueren wir die Gleise nach rechts, biegen rechts in die Max-Eyth-Straße und gleich darauf noch einmal rechts in die Robert-Bosch-Straße ab. Kurz danach sind wir an der Haltestelle der Schönbuchbahn Holzgerlingen-Buch.

Kartentipps

Wanderkarte Tübingen Schönbuch, 1:25 000, Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Baden-Württemberg (LGL); Wanderkarte Stuttgart Südwest Blatt 50-539, 1:25 000, NaturNavi.

Einkehren

Schaichhof

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