Tobias Hirt (links) und Andreas Zeger sind im Vorstand von Chloroplast. Um mitzugärtnern muss man allerdings kein Vereinsmitglied sein. Foto: Marta Popowska

Der Verein Chloroplast bringt seit gut zwei Jahren Leben auf das alte Walz-Areal. Neben Urban Gardening zeigen die Macher auch, welches Potenzial in der gemeinschaftlichen Nutzung steckt. Überzeugen kann man sich davon am Samstag, 8. April, wenn mit einem Fest die Saison eingeläutet wird.

Weilimdorf - In den Wintermonaten war es trist und ruhig auf dem Walz-Areal, dem alten Gärtnereigelände in Weilimdorf. Doch mit dem Frühling kommen naturgemäß auch die Freunde des Urban Gardenings wieder in Schwung. Den Saisonauftakt feiert der Verein Chloroplast am Samstag, 8. April, ab 12 Uhr mit einem Frühlingsfest. Bei angenehmen Temperaturen die Chance, das Betongrau hinter sich zu lassen.

Andreas Zeger vom Verein Chloroplast deutet auf die zahlreichen Töpfe, die in Reih und Glied auf den Tischen stehen. Wo man auch hinschaut, überall sprießt und grünt es. Radieschen, Salate, Kräuter: sie warten in ihren Töpfen darauf, draußen in die neuen Hochbeete umgepflanzt zu werden. In anderen Töpfen findet sich gar Exotisches wie Kaffee- oder Feigenpflanzen. Wer auf dem Walz-Areal Urban Gardening betreiben möchte, darf ausprobieren, was geht.

Mehr als nur Gärtnern

Seit rund zwei Jahren leben Städter auf dem ehemaligen Gärtnereigelände aus, was ihre kleinen und oft gartenlosen Wohnungen verbieten. Sie gärtnern für den Eigenbedarf, tauschen Pflanzen und bauen mit gespendetem Werkzeug Hochbeete aus recycelten Paletten. Total nachhaltig möchte man sagen. „Nachhaltigkeit ist heutzutage so eine Worthülse. Wir versuchen die hier zu füllen“, sagt Zeger. Urban Gardening sei dabei nur ein Teil davon. Und so betreiben einige der Hochbeete Geflüchtete aus der Solitudestraße, jeden Mittwochabend machen Flüchtlingskinder mit Kindern aus Weilimdorf gemeinsam Zirkus auf dem Areal und auch für Tüftler ist Platz: einer hat gerade eine Aquaponikanlage – also eine Kombination der Fisch- und Pflanzenzucht – in Eigenregie gebaut. Auch arbeitet man für Projekte mit Stuttgarter Universitäten zusammen.

Jüngst gab es gar eine Förderung in Höhe von 2000 Euro durch „What’sUB Stuttgart: Kreative Stadt gestalten – Subkultur erhalten“. Das Projekt wird von der Hochschule für Technik Stuttgart und der Stadt Stuttgart, Amt für Stadtplanung und Stadterneuerung durchgeführt. Laut Vorstandsmitglied Tobias Hirt eine wichtige Finanzspritze, mit der die Gruppe in diesem Jahr alles ankurbeln und das Frühlingsfest auf die Beine stellen konnte.

Am Samstag gibt es zwischen 12 und 20 Uhr zu Essen und zu Trinken, Workshops, in denen Hochbeete angelegt, Samenbälle – auch Seedballs genannt – hergestellt oder Siebdrucke angefertigt werden. Bei der Jungpflanzentauschbörse können Pflanzen getauscht oder gegen eine Spende mitgenommen werden. An den Plattentellern sind die DJs Moritz Manuel, Midnight Aerobics und Arlekinova, die von Elektronischem bis zu Hip Hop für den passenden Hintergrund-Sound sorgen.

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