Schöne Bescherung: Tyron McCoy wird an seinem Geburtstag entlassen Foto: dpa

Nach zehn Niederlagen in zehn Spielen zieht der Basketball-Bundesligist Walter Tigers Tübingen die Reißleine: Trainer Tyron McCoy muss gehen, Ex-Profi Aleksandar Nadjfeji übernimmt interimsmäßig.

Tübingen - Alles Gute zum Geburtstag – für Tyron McCoy mag das am Montag fast sarkastisch geklungen haben, denn ausgerechnet am Tag, als der US-Amerikaner 45 Jahre alt wurde, haben die Walter Tigers Tübingen gehandelt – und sich von ihrem Trainer getrennt. Was nach zehn Niederlagen in zehn Spielen nicht mehr wirklich überraschend kam, auch wenn Geschäftsführer Robert Wintermantel stets betonte, dass man sich nicht den üblichen Mechanismen des Marktes unterwerfe.

„Wir benötigen jetzt einen neuen, frischen Impuls“

Doch letztlich wollten sich die Verantwortlichen des Schlusslichts auch nicht nachsagen lassen, nicht alles versucht zu haben, um in der Basketball-Bundesliga noch die Kurve zu bekommen, auch wenn der 45-jährige McCoy noch einen Vertrag bis 2019 hatte. „Nach der Vorstellung der Mannschaft am Samstag gegen die Oettinger Rockets hatten wir nicht mehr das Gefühl, dass wir in dieser Konstellation den Klassenerhalt erreichen können“, sagte Wintermantel angesichts der 83:90-Pleite im Kellerduell. „Wir benötigen jetzt einen neuen, frischen Impuls auf der Trainerbank.“

Die Tigers suchen einen neuen Trainer und einen neuen Center

Interimsmäßig wird der bisherige Co-Trainer Aleksandar Nadjfeji das Team betreuen. Der 41-Jährige besitzt zwar nicht die nötige A-Lizenz, was im Basketball aber mit einer kleinen Strafgebühr kompensiert werden kann. Wie lange der Tübinger Ex-Profi im Amt bleiben wird, hängt auch von möglichen Alternativen ab, die ins Konzept der Tigers passen müssen: sportlich – und finanziell. Parallel dazu hält der Verein die Augen auf dem Spielermarkt offen, speziell für die unterbesetzte Centerposition. „Wir waren bis zuletzt überzeugt, dass wir aus dieser schwierigen Situation gemeinsam rauskommen. Leider ist diese Entwicklung nicht eingetreten, so dass wir nun handeln mussten“, sagte Wintermantel.

Die Wochen der Wahrheit im Dezember

Nach der Länderspielpause stehen im Dezember die Wochen der Wahrheit auf dem Programm, in denen die Tigers wohl schon die letzte Chance haben, sich sportlich noch in Richtung Klassenverbleib zu bewegen. In Bremerhaven, gegen die BG Göttingen, in Jena und gegen die Löwen Braunschweig folgen bis Weihnachten Auftritte gegen Teams auf Augenhöhe. Zu dieser Kategorie zählten trotz eines Vier-Millionen-Etats eigentlich auch die Rockets aus Gotha – das Ende ist bekannt.

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