Im Roten Stich oberhalb von Eschenbach hat Rolf Eitle mit seiner Natursportgruppe schon gute Arbeit geleistet. Dem Heininger Gemeindewald geht’s gut.
Im Heininger Gemeindewald, neben der alten Forsthütte im Roten Stich, oberhalb von Eschenbach, entsteht eine neue Hütte. Sie soll ein Ort für Waldpädagogik und für die Natursportgruppe aus Eschenbach werden, die die neue Hütte baut. „Die haben darauf gewartet, wann endlich losgeht“, berichtete Revierförster Simon Zoller dem Heininger Gemeinderat. Jetzt seien sie am Werk, „die Wände sind soweit fertig.“
Unter Führung und Anleitung von Rolf Eitle, dem Leiter der kirchlichen Gruppe, werden Balken gesägt für das Dach und den Bretterboden. Eitle hat mit solchen Umbauten Erfahrung. Er arbeite auch leise, lobt der Förster. „Er braucht kein Aggregat, er hat Strom aus Solarplatten.“ Zoller, früher Zimmermann, begleitet die fleißigen Helfer und geht davon aus, dass man im Frühjahr Richtfest feiern kann. Bürgermeister Matthias Kreuzinger merkte an, die Baugenehmigung habe so lange gedauert wie der Bau selbst. Forstamtsleiter Thomas Maier nennt die Rote Stich-Hütte „ein Leuchtturmprojekt“.
Gemeindewald auf gutem Weg
Der Heininger Gemeinderat hörte es gern. Er hat dem Projekt zugestimmt und freut sich, dass es so günstig mit ehrenamtlichem Einsatz zu bekommen ist. Zu gegebener Zeit wird man sich noch darüber unterhalten, dass man den Weg zur Hütte, den Roten-Stich-Weg, herrichtet. Der führt von Eschenbach her steil den Hang hinauf und bekommt als Zufahrt oder auch Fußweg neue Bedeutung.
Noch bilden alte und neue Hütte ein Ensemble. Das Dach der alten ist allerdings schon abgedeckt. Auf der neuen Hütte liegt derweil ein provisorisches Dach. Gute Nachrichten hatte Forstamtsleiter Maier auch zum Wald selbst. In Heiningen sei der Gemeindewald auf gutem Weg, „hier ist die Welt noch in Ordnung.“ Die Holzmasse sei in den letzten Jahren um 3500 Festmeter gestiegen. „350 Festmeter wachsen im Jahr zu.“ Das sei schon mal gut, trotz der Ausfälle, die Sturm und Borkenkäfer verursachen. Die Böden im Heininger Wald seien tiefgründig und hätten wegen der Nordlage Wasser, auch gute Nährstoffe. Da könne man Forstwirtschaft betreiben. Über 60 Prozent der Bestände seien Natur-verjüngt. Die Buche sei mit 50 Prozent die Hauptbaumart, sie ist vom Klimawandel bedroht.
Die Natur selber sorgt für Verjüngung
Wenn sie ausfalle, müsse man den Wald mit Mischbaumarten sichern, die resistenter sind. Als da wären: Roterle, Eiche, Kirsche, Nuss. Man wird sie anpflanzen und so den Wald anreichern. Die Natur selber sorgt für Verjüngung. Fichte und Esche werden weiter schrumpfen. Wobei die Esche, die von einem Pilz bedroht ist, nicht komplett verschwinden wird, sagt Maier. Einschlagen will man 11.000 Festmetern in zehn Jahren, das bleibt dann wie gehabt unter dem Zuwachs an Holz. „Der Wald wächst weiter wie bisher, sogar mehr“, sagt Maier. Die Bestände zwischen 50 und 100 Jahren wachsen gut, „da brummt’s“. Brennholz bringt der Wald auch – aber da hat Maier eine Überraschung: Es kamen immer die Fragen, ob es genug Brennholz gibt, aber jetzt hat ist es umgekehrt: Gibt es noch genügend Nachfrage nach Brennholz? „Der Hype ist vorbei“, sagt Maier. Groß war die Nachfrage am Anfang des Ukraine-Kriegs. Jetzt sei sie deutlich abgeschwächt. Das sei ein landesweiter Trend. Heißt für Förster Simon Zoller: Er wird Brennholz nicht auf Verdacht einschlagen, es müsse schon konkretes Interesse dahinterstehen. „Wir können es anderweitig nicht verkaufen“, sagt Maier.
Alle Waldwege wurden neu profiliert
Bürgermeister Kreuzinger sagte, die Heininger sollten sich melden, wenn sie Brennholz brauchen. Im vorigen Winter war der Brennholzverkauf sehr gut, sagt Zoller. Der Wald brachte insgesamt einen Gewinn von 6000 Euro. Und dabei muss man sehen: Die Forstleute haben den Rissweg gemacht, weit oben beim Auendorfer Sattel. Der ist ein beliebter Spazierweg, führt auch zum Mountainbike-Trail Voralb-Hero und weiter ums Fuchseck herum zur Schlater Markung. Den Gansloser Teichweg, der weiter unten am Fuchseck liegt, hat man gerichtet. Da war ein Stück vom Hochwasser weggespült, das wurde aufwendig neu abgestützt. Und der Förster hat noch eine Nachricht von großer Tragweite: „Alle Waldwege sind neu profiliert“, sagt Simon Zoller, das sind beinahe zehn Kilometer. Wie das geht? „Da fährt ein Schlepper durch, der zieht die Wege ab.“ Der Waldweg bekommt im Profil einen leichten Bogen, so fließt das Wasser zu den Rändern und wird dort abgeführt.
Ein dickes Minus ist nicht zu erwarten
Nutzen
Mit dem Gemeindewald ist nichts verdient, das weiß man in Heiningen schon lange. Das müsse auch nicht sein, sagt der Bürgermeister Matthias Kreuzinger. Der Wald sei als solcher mit seinem vielfältigen Nutzen wertvoll.
Erwartung
Im neuen Jahr kann der Wald eine schwarze Null oder auch rote Zahlen bringen. So ist auch die Erwartung von Forstamtsleiter Thomas Maier für die nächsten zehn Jahre. „Ein positives Betriebsergebnis ist möglich.“ Doch der Wald werde keine dicken roten Zahlen bringen.