Das Eisstockschießen ist auch in diesem Jahr eine Attraktionen auf der Waldweihnacht. Ansonsten gibt es viel Holz, viel Wurst und viele Lichtlein. Foto: Horst Rudel

Göppingens Waldweihnacht öffnet spät, geht aber dafür fast bis Silvester. Das weiß jeder. Wir bieten fünf Faklten über den angeblich viertgrößten Weihnachtsmarkt in der Region, von denen die meisten nichts ahnen.

Göppingen - Lichterglanz, Tannenduft und Hüttenzauber: Mit diesen Zutaten versucht die Waldweihnacht zu punkten. Am Donnerstag ist der Weihnachtsmarkt auf dem Göppinger Marktplatz eröffnet worden. Dass er als einziger in der Region auch nach Weihnachten geöffnet hat, weiß eigentlich jeder. Doch es gibt auch einige Dinge, die weniger bekannt sind. Wir bieten fünf Fakten, die ein guter Waldweihnachtbesucher unbedingt wissen sollte:

 

1. Ortsnah geschlagen, ortsnah verbrannt.

Die 400 echten Tannen, wegen der mancher Besucher die Waldweihnacht vor lauter Bäumen nicht sieht, sind der ganze Stolz der Organisatoren. Bei den Bäumchen handelt es sich übrigens nicht um billige Baumarktware aus Dänemark. Vielmehr wurden sie in unmittelbarer Nachbarschaft bei Bezgenriet und an der Adelberger Mittelmühle gezogen. Wenn sie Ende Dezember ausgedient haben, nähren sie die Neujahrsfeuer im Voralbgebiet .

2. Heiliger Vormittag als Adoptivkind.

Während die großen Konkurrenten in Stuttgart, Esslingen und Ludwigsburg kurz vor Weihnachten mit dem Abbau der Buden beginnen, läuft die Waldweihnacht am 24. Dezember noch einmal zu großer Form auf. Den Heiligen Vormittag nutzen junge Ex-Göppinger auf Heimaturlaub, um sich mit alten Freunden zu treffen. Diese zum Volksfest ausgewachsene Tradition hat die Waldweihnacht aber nur adoptiert. Die Wiege soll der Sage nach 1974 im Treff in der Kirchstraße gestanden sein. Von dort breitete sich der Brauch auf andere Kneipen, auf die Straßen und schließlich auf die Waldweihnacht aus. Um Alkoholexzessen vorzubeugen, gilt seit 2009 unter freiem Himmel ein Verbot harter Getränke. Der Erfolg: 2014 musste nur eine Alkoholvergiftung im Klinikum behandelt werden.

3. Wachsende Anziehungskraft.

Weitere 10 000 LED-Lichtlein sollen in diesem Jahr die Waldweihnacht noch schöner machen. Seit dem bescheidenen Neustart vor neun Jahren sei der Markt kontinuierlich gewachsen, sagt die Organisatorin Gisela Flaig: Mehr Bäume, mehr Stände, mehr waldweihnachtliches Ambiente. Das lockt längst Publikum aus weiterer Entfernung. Busunternehmen aus Südhessen und Kempten haben den Göppinger Weihnachtsmarkt als Ziel einer Tagesausfahrt im Programm. Bis die Schweizer Kundschaft die Stuttgarter Drucketse links liegen lässt und nach Göppingen kommt, kann eigentlich nur noch eine Frage der Zeit sein. Grüezi!

4. Mehr Apres-Ski als Advent.

Schwitzerdütsch müssen die Wirte erst noch lernen, gepflegtes bayerisch-österreichisch können sie schon: Knutschen im Herzlstadl, Hüttenschmankerl in der Tiroler Hütte oder Feiern im Alpenstadl mit Fellen auf der Bank und Hirschgeweihen an der Wand. Dort können sich ganze Belegschaften zur Weihnachtsfeier einmieten. Die Musik macht rumbum wie beim Aprés-Ski.

5. Biofutter von der Lebenshilfe.

Der durchschnittliche Weihnachtsmarktbesucher ist kulinarisch anspruchslos. Hauptsache, die Rote schmeckt oder lässt sich mit einem kräftigen Schluck vom pappsüßen Glühwein herunterwürgen. Es gibt aber auch die Möglichkeit, sich ökologisch korrekt zu ernähren. Dafür sorgt die Lebenshilfe. An deren Stand am Eck zur Poststraße gibt es Bioglühwein und Biowurst, außerdem MacMaul, den Maultaschen-Burger aus Biofleisch im Laugenweckle.

Öffnungszeiten: Bis zum 29. Dezember hat die Waldweihnacht täglich von 11 bis 20 Uhr geöffnet, freitags sogar bis 22 Uhr und samstags von 10 bis 20.30 Uhr. Pausiert wird nur an den beiden Weihnachtsfeiertagen und am 24. Dezember von 14 Uhr an.