Die Gerichtsakten ruhten drei Jahre – jetzt geht der Prozess weiter. Foto: dpa

Für den Pharmariesen Bayer ist die Klage einer Frau, die eine Anti-Baby-Pille für verschiedene Erkrankungen verantwortlich macht, noch nicht ausgestanden. Nach drei Jahren Pause wird der Prozess jetzt fortgesetzt.

Waldshut-Tiengen - Wie gefährlich ist die Anti-Baby-Pille „Yasminelle“? Nach fast drei Jahren Pause wird der Prozess um eine mögliche Gesundheitsgefahr des Mittels am 18. Oktober fortgesetzt, wie das Landgericht Waldshut-Tiengen am Freitag mitteilte. Eine Frau aus dem Ortenaukreis klagt gegen den Pharmariesen Bayer, der die Pille vertreibt. Der Vorwurf: Die Einnahme der Pille mit dem Wirkstoff Drospirenon sei für ihre gesundheitlichen Probleme verantwortlich. Im Juli 2009 hatte sie eine beidseitige Lungenembolie sowie einen Kreislaufzusammenbruch mit Herzstillstand erlitten.

Der Prozess war Ende 2015 vertagt worden. Im Sommer 2016 wurde nach Angaben einer Gerichtssprecherin ein Sachverständiger mit einem Gutachten beauftragt, das nun vorliege. Zu der Verzögerung sei es unter anderem gekommen, weil dem Sachverständigen zunächst nicht alle erforderlichen Unterlagen der Klägerin vorgelegen hätten. Das Gutachten soll in der kommenden mündlichen Verhandlung erläutert werden.

200 000 Euro Schmerzensgeld gefordert

Die Klägerin fordert von Bayer Schadenersatz sowie Schmerzensgeld in Höhe von mindestens 200 000 Euro. Der Pharmakonzern hält die Klage für unbegründet. Die Klage war im Juni 2011 eingereicht worden. Seitdem läuft das Verfahren.

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