Im September 2011 hat die Schulgemeinschaft den ersten Spatenstich für den neuen Hort gefeiert. Foto: privat

Seit 2005 gibt es den Waldorfverein Silberwald in Sillenbuch. Er wächst und wächst.

Sillenbuch - Der Stuhlkreis gehört zum Konzept. Wer etwas über den Silberwald-Verein erfahren will, dem sitzen sieben Leuten gegenüber. So ist das bei den Waldorfschulen, da gibt es nicht den einen Chef. Stattdessen treffen viele Menschen die Entscheidungen. Und dazu zählen neben den Lehrern vor allem die Eltern. In den Stuhlkreisen der Schulleitung kommen dann Arbeitsgruppen zusammen. Zum Beispiel der Vorstand, die Finanzleute, der Bau- oder der Festekreis.

„Die größtmögliche Mitverantwortung der Eltern ist stets das Ziel“, sagt Simone Helmle vom Vereinsvorstand. „Es geht uns um Transparenz“, sagt Konrad Schmidt, Vorstandsmitglied und Lehrer. Sprich, wer sein Kind in der Waldorfschule Silberwald anmeldet, sollte wissen, dass das mehr ist, als Sohn oder Tochter morgens zu bringen und nachmittags wieder abzuholen. Wobei die Lehrer und Eltern betonen, dass die Mithilfe kein Zwang ist. Die meisten Eltern engagieren sich trotzdem. Sei es, dass sie Kuchen für Feste backen, sei es, dass sie das Essen für die Hortkinder an der Waldorfschule Uhlandshöhe abholen, sei es, dass sie etwas im Schulhaus reparieren. „Da wächst man als Eltern mit der Zeit rein“, sagt Simone Helmle, „wenn man versteht, wie die Schule funktioniert“.

Alternative zu staatlichen Bildungseinrichtungen

Waldorfschulen arbeiten nach dem Konzept des Anthroposophen Rudolf Steiner. Sie sind eine Alternative zu den staatlichen Bildungseinrichtungen. Über mangelnde Nachfrage kann sich der Silberwald-Verein nicht beschweren. Im Gegenteil. „Dieses Jahr haben wir 50 Aufnahmegespräche geführt“, sagt Konrad Schmidt. Etwa 30 Kinder bekommen einen Platz, die übrigen Familien entscheiden sich selbst um, sodass der Verein bisher noch kein Kind wegschicken musste. „Das rüttelt sich jedes Mal zurecht“, sagt Schmidt.

Bei den Gesprächen geht es zuallererst ums Kind. Ungefähr eine Stunde befassen sich die Schulvertreter mit dem kleinen Bewerber. Bekommt das Kind die Zusage, folgen die Formalien. Formalien wie das Schulgeld, der Vertrag zwischen Eltern und Verein sowie das Konzept der Selbstverwaltung.

An einem Neubau wird gearbeitet

Den Silberwald-Verein gibt es seit 2005. Die Waldorfschule ist also eine junge Schule. Sobald es die erste 13. Klasse gibt, wird die Waldorfschule etwa 360 Schüler und 40 Lehrer zählen. Dann ist Schluss mit dem Wachstum, denn mehr geht nicht. Am aktuellen Standort an der Gorch-Fock-Straße ist der Platz längst erschöpft; hier lernt mancher Schüler bereits in Behelfscontainern – bis der Neubau an der Kemnater Straße fertig ist. Dort wird seit September am ersten Gebäude gebaut.

Die Neubaupläne und die höheren Klassenstufen beschäftigen die Lehrer und Eltern derzeit sehr. „Der Aufbau der Oberstufe ist ein riesiges Thema“, sagt Schmidt. Und selbst, wenn irgendwann eine Zeit anbricht, in der Alltag ins Schulleben einkehrt, wünschen sich die Leute vom Silberwald-Verein stets in Bewegung zu bleiben. „Hier soll nichts fest sein“, sagt Julia Wallmersperger, die für den Verein spricht. Und das macht den Eltern ganz offensichtlich Spaß. Dass sie ein Wort mitreden dürfen, wenn es darum geht, wie die Schule sein sollte, die ihre Kinder besuchen.

WALDORFSCHULE SILBERWALD

Anschrift: Gorch-Fock-Straße 30, 70619 Stuttgart

Telefonnummer: 4 59 74 48

Mail-Adresse: info@silberwald.org

Homepage: www.waldorfschule-silberwald.de

Vorsitzender: keiner

Gründungsjahr: 2005

Mitgliederzahl: 315

Stuttgart aktiv

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