Auf dieser Fläche soll in Steinenbronn das Wohngebiet Gubser II entstehen. Foto: Malte Klein

Nächster Schritt in Richtung Wohnungsbau. Die zwei Nachbarkommunen Steinenbronn und Waldenbuch ziehen an einem Strang, auch wenn es im Vorfeld Ärger gab.

Steinenbronn/Waldenbuch - Mit gut zwei Monaten Verspätung haben die Kommunalpolitiker und die Verwaltungsspitzen von Waldenbuch und Steinenbronn am Mittwoch den Entwurf des Flächennutzungsplans 2030 beschlossen. Damit ist formal ein weiteres Kapitel der Aufstellung des Planungswerks abgeschlossen. Dieses soll beiden Kommunen die Leitlinien für die räumliche Entwicklung bis zum Jahr 2030 vorgeben.

Ursprünglich wollten die Kommunen bereits im April so weit sein. Doch die zu dieser Zeit geplante Sitzung des Gemeindeverwaltungsverbands Waldenbuch und Steinenbronn musste kurzfristig abgesagt werden. Denn ein Gemeinderat aus Steinenbronn galt laut dem Kommunalamt des Landkreises Böblingen als befangen. Deshalb mussten zunächst die Entscheidungen in Steinenbronn ohne diese Person wiederholt und ein neuer Termin für die Verbandsversammlung des Gemeindeverwaltungsverbands festgelegt werden. Die Wahl fiel auf den 21. Juni.

Wohnungen und Gewerbeflächen sind gefragt

Das Interesse der Öffentlichkeit an dieser Sitzung war im Vergleich zu denen der Gemeinderäte beider Kommunen eher gering. Nur wenige Bürger verfolgten das Geschehen von den Zuschauerplätzen.

Der Waldenbucher Bürgermeister Michael Lutz sagte ihnen, was auf sie zukommt: „Ich möchte darauf verweisen, dass das hier eine rein formale Angelegenheit ist. Es ist keine Diskussion über die Zuschnitte von Flächen vorgesehen.“ Denn die seien ja bereits in den Sitzungen der Gemeinderäte von Waldenbuch und Steinenbronn intensiv geführt worden.

Lutz ging darauf ein, dass sich seit dem Aufstellungsbeschluss des Flächennutzungsplans 2013 einiges geändert hat: „Wir müssen neue Mitbürger in den Kommunen unterbringen und die Aufgabe ist noch lange nicht zu Ende“, weil „noch nie so viele Menschen auf der Flucht waren wie jetzt. Das wird uns weiter fordern.“ Außerdem habe sich die Wirtschaft seit 2013 gut von der Finanzkrise erholt. „Sie floriert und die Region boomt“, sagte Lutz.

Die Flächen sollen vor allem den Eigenbedarf decken

Das bedeute, dass der Bedarf nach Gewerbe- und Wohnflächen steige und der Verkehr vor allem in Richtung Stuttgart zunehmen werde. Das bedeute etwa, dass Kommunen im Kreis mitunter 15 Hektar neue Fläche auswiesen und damit deutlich mehr als Waldenbuch und Steinenbronn. „Man kann den Flächenverbrauch kritisieren, aber wir sind nicht im luftleeren Raum“, sagte Lutz. Bertram Roth von der LBBW Immobilien KE, der im Auftrag der beiden Kommunen den Plan aufstellt, wies darauf hin, dass dort nur eine Entwicklung für den Eigenbedarf vorgesehen sei. Das bedeutet, dass nicht Bürger von außen herziehen sollen.

Zum weiteren Vorgehen: Lutz kündigte an, dass Bürger, die im Rahmen der Beteiligung Stellungnahmen zum Flächennutzungsplan abgegeben hatten, bald Post bekommen sollen: „Wir werden die Schriftstücke noch in dieser Woche versenden, um sie persönlich zu informieren.“

Als nächster Schritt soll der Beschluss des Entwurfs in den Amtsblättern der beiden Gemeinden veröffentlicht werden. Später werden die Unterlagen des Entwurfs ausgelegt und die Bürger erneut beteiligt. „Danach wird der Flächennutzungsplan politisch diskutiert“, sagte Lutz. Und schließlich wird sich erneut die Verbandsversammlung mit dem Plan befassen.

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