Ein Aktivposten, in mehrfacher Hinsicht: das Gartenhallenbad Waldenbuch Foto: KRZ

Waldenbuchs Bürgermeister Chris Nathan hat in der Gemeinderatssitzung den Haushaltsplan 2026/2027 vorgestellt. Und – wie bei den meisten Kommunen derzeit – gilt: sparen.

„Die Lage ist ernst.“ Ein Satz aus dem Bürgerbrief, den Steffen Jäger, Baden-Württembergs Gemeindetagspräsident, verschickte. Waldenbuchs Bürgermeister Chris Nathan (CDU) stellte ihn an den Anfang seiner Rede zum Haushaltsplan 2026/2027, auf die aktuelle weltpolitische Großwetterlage und die schwächelnde Wirtschaft verweisend.

 

Das wirkt freilich auf die Einnahmesituation der Kommunen, die Nathan als Stabilitätsanker für das „Vertrauen in unser demokratisches System und die Hoffnung auf eine gute Zukunft“ beschrieb. Waldenbuchs Haupteinnahmequelle sei der Gemeindeanteil der – vom Bund erhobenen – Einkommenssteuer. Zwar steige dieser, wie angesichts Inflation und steigenden Löhnen erwartet. 2025 betrug er knapp 7,5 Millionen Euro. Für 2026 wird mit 7,8 und für 2027 mit fast 8,2 Millionen Euro geplant. Doch, so räumte Nathan ein, könne sich das mit der Steuerschätzung von Oktober nochmals leicht verändern.

Die Grundsteuer B – Kommunen erheben diese für bebaute, unbebaute, gewerbliche und private Grundstücke – bleibe dank der aufkommensneutralen Grundsteuerreform im neuen Jahr weitestgehend konstant bei rund 1,4 Millionen Euro. Im Jahr 2027 sei gar mit Mehreinnahmen zu rechnen, falls diese erhöht werde, wie bei der Konsolidierung des Waldenbucher Haushalts ins Auge gefasst. Darüber werde nochmals diskutiert, so der Bürgermeister. Deutlich volatiler zeige sich die Gewerbesteuer wie allerorten ob der Wirtschaftslage. Man plane dennoch für die kommenden beiden Jahren mit einem ähnlichen Steueraufkommen wie 2024 und 2025, also mit 3,7 beziehungsweise 3,6 Millionen Euro.

Der größte Ausgabenposten: das Personal

Auf der Ausgabenseite seien die Personalkosten der höchste Posten – und einer, der sich wegen der Tarifabschlüsse stetig erhöhe. Das ist die Regel bei Kommunen; indes ist der Anstieg in Waldenbuch durchaus moderat: 2026 um 128 000 Euro auf knapp 8,6 Millionen Euro. Die Gründe? „. . . ein Teil des Hallenbadpersonals ist während der Sanierung in der Ganztagesbetreuung eingesetzt.“ Auch liefen mehrere Altersteilzeitverträge aus. Als weniger erfreulich beschrieb der Schultes, wie sich die Kreisumlage entwickle. „Der Landkreis plant für 2026 erneut eine Erhöhung, was für Waldenbuch Mehrausgaben in Höhe von 600 000 Euro bedeutet.“ Zumal diese Ausgaben mit 35,9 Prozent die zweithöchsten im Haushalt sind. 2027 könnten es voraussichtlich 38,1 Prozent sein.

Entwicklungen, die sich im sogenannten Ergebnishaushalt niederschlagen, der zusammenführt, was im jeweiligen Haushaltsjahr an Ausgaben und Einnahmen zu erwarten ist. Demnach wird 2026 mit Erträgen in Höhe von circa 27,5 Millionen Euro gerechnet, aber mit Aufwendungen von rund 28,5 Millionen Euro. Das macht ein Minus von ziemlich genau einer Million aus. „Das prognostizierte Defizit kann jeweils durch die Ergebnisrücklage ausgeglichen werden“, betonte Nathan. Dennoch müssten Kredite aufgenommen werden, um Investitionen tätigen zu können.

Aber Waldenbuch investiert auch

Am meisten Kapital fließt derzeit in die Sanierung des Gartenhallenbades. Auch bei den städtischen Eigenbetrieben Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung sind Investitionen geplant in Höhe von einer und 1,1 Millionen Euro. Zudem ist in den kommenden beiden Jahren vorgesehen, Grundstücke und Gebäude zu kaufen – und mit Verkäufen solcher dies möglichst zu finanzieren. Zu den kleineren Aufgaben gehören der Ersatz eines Löschgruppenfahrzeugs für die Freiwillige Feuerwehr, neue Sirenen und Spielplatzgeräte, ein Bürgerbus, die Gestaltung von Außenanlagen sowie die Dachsanierung der Oskar-Schwenk-Schule.

Der Zeitplan? Die Fraktionen können bis zur Gemeinderatssitzung am 25. November Anträge einbringen, am 16. Dezember soll darüber beraten und der Haushaltsplan verabschiedet werden.