Waldebene Ost in Stuttgart Der Wald ist keine Müllhalde

Von Jürgen Brand 

Kein seltener Anblick: Ausrangierte Möbel auf der Waldebene Ost Foto: Jürgen Brand
Kein seltener Anblick: Ausrangierte Möbel auf der Waldebene Ost Foto: Jürgen Brand

Ausgeleerte Aschenbecher auf Parkplätze, prall gefüllte blaue Müllsäcke, oder gar aussortierte Küchenschränke. Immer wieder wird auch auf der Waldebene Ost Müll und Grüngut entsorgt. Das kann ziemlich teuer werden.

S-Ost - Auf der Waldebene Ost ist auch in dieser dunkleren und kalten Jahreszeit viel los. Dort treffen sich Wanderer, Nordic-Walker, Jogger, Hundebesitzer samt Vierbeinern und Spaziergänger, um den Wald und die Natur zu genießen. Allerdings wird der Genuss mehr oder weniger regelmäßig von Zeitgenossen getrübt, die ihren Müll im Wald entsorgen. Manchmal sind es ausgeleerte Aschenbecher auf einem der Waldparkplätze, immer wieder liegt Hausmüll herum, ab und zu sind es auch prall gefüllte große blaue Müllsäcke. Vor wenigen Tagen lagen am Rande eines der Parkplätze für Wanderer sogar aussortierte Küchenschränke.

Viele entsorgen Müll und Möbel einfach im Wald

Müll und Möbel werden immer wieder im Schutz der Dunkelheit entsorgt - und das, obwohl es zumindest in Stuttgart eine kostenlose Sperrmüllabfuhr gibt. Für diejenigen, die den Wald als Müllplatz missbrauchen, kann das richtig teuer werden.

Nach Angaben des Garten-, Friedhofs- und Forstamtes kommt es in allen Stuttgarter Wäldern immer wieder vor, das dort Müll abgestellt wird. Küchenmobiliar sei allerdings die absolute Ausnahme. Eine Auswertung, wie oft so etwas vorkommt, gibt es nicht. Deswegen kann die Stadtverwaltung auch nicht sagen, ob die Tendenz eher ab- oder zunehmend ist.

Allerdings gibt es dank des vor mehr als zehn Jahren eingerichteten Bürgertelefons (216-8383), bei dem „Verschmutzungen im öffentlichen Raum“ gemeldet werden können, zumindest eine kleine Rangliste nach Art der weggeworfenen Dinge. Danach werden in Stuttgart am häufigsten mit Hausmüll gefüllte Plastiktüten entdeckt. An zweiter Stelle stehen alte Elektrogeräte. Platz drei schließlich belegt Sperrmüll wie Matratzen oder Mobiliar. Wird so ein Fund gemeldet, sorgen mobile Einsatzteams innerhalb von zwei bis drei Tagen dafür, dass der Sondermüll dorthin kommt, wo er hingehört: auf die Deponie oder ins Müllheizkraftwerk Münster.

Die Geldstrafe kann bis zu 1000 Euro ausmachen

Die Geldbußen für illegale Müllentsorgung im Wald beginnen bei 20 bis 100 Euro für das Entleeren von Aschenbechern oder kleinere Müllmengen. Einzelne Matratzen oder auch kleine Schränkchen können bis zu 200 Euro kosten. Mehr als ein Kubikmeter oder 200 Kilogramm Sperrmüll können den Verursacher um bis zu 2500 Euro ärmer machen.

Auch die relativ weit verbreitete Entsorgung von Grüngut wie zum Beispiel Rasenschnitt aus dem eigenen Garten im Wald ist übrigens nicht erlaubt. Die Auskunft das Gartenamts dazu: „Die Erfahrung zeigt, dass aus kleinen Anfängen oft ganze Kompost-Halden werden. Das Verbot hat nicht nur optische Gründe: Wenn Grüngut in großen Mengen abgelagert wird, dann schädigt das häufig auch die Pilze und Mikroorganismen und kann den Wald nachhaltig beeinträchtigen.” Wer also meint, im Wald sozusagen das Recht auf eine eigene kleine Grüngut-Deponie zu haben, kann mit bis zu vierstelligen Bußgeldbeträgen zur Kasse gebeten werden.

Redaktion Stuttgart-Ost

Ansprechpartner
Jürgen Brand
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